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Telefonbuch fürs Bildtelefon: Neuer Videokonferenz-Standard

ITU erwartet neuen Antrieb für Verbreitung von Internet-Videokonferenz-Systemen. Die ITU hat den neuen Videokonferenz-Industriestandard H.350 abgesegnet, der den Videokonferenz-Markt durch Vereinfachung und Kostensenkung der entsprechenden Systeme beleben soll. H.350 besteht genauer gesagt aus mehreren Standards, die es Nutzern ermöglichen sollen, die Video- oder Voice-over-Internet-Protokoll-Adresse anderer Teilnehmer zu finden, ähnlich einer E-Mail-Adresse oder normalen Telefonnummer.
/ Christian Klaß
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Auf Grund der Standardisierung können Unternehmen sichergehen, dass die Adressierung mit den Produkten unterschiedlicher Hersteller kompatibel ist. H.350 gibt der ITU zufolge IT-Managern die Möglichkeit, eine große Nutzerzahl über einen standardisierten Weg der Adress-Speicherung zu verwalten – bisher sei der breite Einsatz von Videokonferenz-Systemen vor allem an der schwierigen Verwaltung gescheitert.

Mit H.350 sollen nicht nur für mehrere 100 Endstellen, sondern komplette Unternehmen Video- und Voice-over-IP-Anwendungen ohne zusätzliche System-Administration realisiert werden können. Service Provider können dank H.350 ihre Verzeichnisdienste um standardisierte Kontaktdaten für Videokonferenzen erweitern und somit zum Bildtelefonbuch ausbauen.

H.350 verbindet Account Management und automatische Authentifizierung auf Basis des Lightweight Directory Access Protocol (LDAP), welches mit dem ITU-Standard X.500 eng verwandt ist. H.350 sieht seinerseits Unterstützung für die bestehenden Videokonferenz-Standards H.320, H.323, das Session Initiation Protocol (SIP) und ist auch für Nicht-Standard-Protokolle geeignet.

Die Arbeit am Standard wurde durch die Internet2 Video Middleware Initiative Group gestartet, einer Kooperation aus der Internet2 Middleware Group und der Video Development Initiative (ViDe). Zum Internet2-Konsortium zählen über 200 US-Universitäten, die gemeinsam mit Industrie und Regierung am Internet der Zukunft arbeiten.


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