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Suns Itanium-Konkurrent UltraSPARC IV mit Multi-Threading

Zwei UltraSPARC-III-Kerne in einem Prozessor für höhere Leistung. Sun hat auf dem 16ten Microprocessor Forum den neuen Spross seiner UltraSPARC-Server-Prozessor-Serie vorgestellt: Der für die erste Jahreshälfte 2004 angekündigte UltraSPARC IV soll dank Multi-Threading deutlich mehr Befehle gleichzeitig verarbeiten können und damit bis zum Doppelten des UltraSPARC-III-Durchsatzes erzielen.
/ Christian Klaß
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Das "Chip Multithreading" (CMT) von Sun scheint Intels HyperThreading in der Funktionsweise ähnlich zu sein: Heutige Prozessoren warten Sun zufolge bis zu 75 Prozent der Zeit auf Speicherzugriffe – wartet hingegen bei CMT ein Prozess (Thread) auf den Speicher, wird der Prozessorkern in der Zwischenzeit den nächsten Thread abarbeiten. Damit integriert CMT die Leistung symmetrischen Multi-Processings (SMP) auf einen einzelnen Chip und erlaubt die gleichzeitige Ausführung mehrerer Threads.

Sun zufolge konzentriert man sich damit beim Chipdesign mehr auf signifikante Preis-/Leistungsverbesserungen denn auf traditionelles, an seine Grenzen stoßendes Chipdesign mit immer höheren Taktraten. Suns Marketing-Abteilung hat der "neuen" Strategie den Namen "Throughput Computing" gegeben.

Die Dual-Thread-Architektur des ersten UltraSPARC IV besteht aus zwei UltraSPARC-III-Kernen und greift auf externen 8-MByte-2-Wage-Level-2-Assoziativ-Cache pro Kern zu. Eine dynamische Entscheidungsinstanz soll dafür sorgen, dass jeder Thread die verfügbare Level-2-Cache-Bandbreite optimal ausnutzt. Ebenfalls direkt auf dem Prozessor befinden sich ein Speicher-Kontroller für bis zu 16 GByte DRAM sowie eine System-Schnittstelle für Zugang zu Suns systeminterner Netzinfrastruktur Fireplane. Laut Sun wird Texas Instruments den Prozessor in 130 nm fertigen, die Taktrate wird anfangs bei 1,2 GHz liegen und soll bei folgenden Modellen angehoben werden.

Die ersten UltraSPARC-IV-Modelle sollen im Vergleich zu UltraSPARC-III-Systemen eine um das 1,6fache bis 2fache gesteigerte Leistung in typischen Business-Anwendungen erzielen. Spätere, von TI mit 90-nm-Technik gefertigte Modelle würden auch dank höherer Taktraten im Vergleich zum aktuellen UltraSPARC III das bis zu Drei- bzw. Vierfache erzielen – jeweils bei voller Binärkompatibiliät zu den Vorgängern ohne CMT. Gegen Ende 2004 soll der für kompakte Netzwerk-Systeme gedachte erste UltraSPARC-Prozessor der "h-Serie" mit Codenamen Gemini fertig sein und ebenfalls zwei Threads pro Prozessor ausführen können.

Einen "radikaleren Einsatz" von CMT will Sun mit einer für 2006 geplanten Blade-Server-Plattform bieten und verspricht eine um bis zu 15-mal höhere Leistung als bei aktuellen UltraSPARC-IIIi-Systemen.


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