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Spieletest: Fire Warrior - Shooter im Warhammer-Universum

THQ-Titel für PlayStation 2 und PC. Warhammer 40.000 wurde 1987 erstmals vorgestellt und zählt seitdem weltweit zu den populärsten TableTop-Spielen. THQ, das Entwicklungsteam und Kuju haben die bekannte Lizenz nun genutzt, um daraus einen sehr geradlinigen, aber auch durchaus unterhaltsamen Shooter zu basteln.
/ Thorsten Wiesner
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Der Spieler übernimmt die Rolle von Kais, einem jungen Tau-Krieger, der kurz vor seiner ersten Bewährung steht: Ist er in der Lage, seine "Feuerprobe" erfolgreich zu absolvieren, darf er im Rang aufsteigen. Schon bald muss er allerdings feststellen, dass er in einen Krieg verwickelt wurde und nun plötzlich das Imperium der Menschheit gegen sich hat.

In den rund 20 Missionen ist man fortan eigentlich nur mit einer Sache beschäftigt – ballern, was die Waffen hergeben. Von Beginn an stellen sich einem unzählige Gegner in den Weg, das Gameplay erinnert dabei nicht selten an Serious Sam – wer nicht schießt, verliert. Rätsel sind kaum zu lösen, von Zeit zu Zeit einen Knopf zu drücken, um dadurch verschlossene Türen zu öffnen, ist schon das Ärgste, was einem an Kopfarbeit zugemutet wird.

Die Level – egal ob im Inneren mysteriöser Raumschiffe oder auf felsigen Planetenoberflächen – sind allesamt strikt linear; alternative Lösungswege gibt es nicht. Verlaufen kann man sich zudem auch nie, da bestimmte Durchgänge immer erst freigegeben werden, wenn man vorher einen wichtigen Gegner erledigt oder einen Kontrollpunkt passiert hat.

Trotzdem sollte man nicht davon ausgehen, dass Fire Warrior ein einfaches Spiel ist: Die Masse an Gegnern macht einem bereits auf dem niedrigsten von drei Schwierigkeitsgraden zu schaffen. Hinzu kommt, dass man im eigenen Kampfanzug zwar über ein Schutzschild verfügt, dieses meist aber bereits durch einen einzigen feindlichen Treffer ausgeschaltet wird – kann man sich dann nicht hinter einem Vorsprung verschanzen, um die Schild-Energie zu regenerieren, zehrt jeder weitere feindliche Treffer an der nicht gerade üppig langen Energieleiste. Gespeichert wird zudem nur zwischen den Leveln, innerhalb der einzelnen Missionen gibt es aber zumindest einige Check-Punkte, an denen man beim eigenen Ableben wiederbelebt wird.

Als Spieler kann man immer nur zwei Waffen mit sich tragen, die dürfen allerdings gewechselt werden. Will man die mächtigere Kanone eines besiegten Gegners mitnehmen, geschieht dies per simplem Tastendruck; neue Munition für alle Waffen ist ebenso in den Levels verstreut wie Medi-Packs, die die Energieleiste wieder aufpäppeln.

Optisch ist Fire Warrior – zumindest auf der PlayStation 2, die PC-Version lag uns zum Test-Zeitpunkt noch nicht vor – eine solide, wenn auch nicht herausragende Angelegenheit. Die komplett englische Sprachausgabe hätte allerdings noch etwas mehr Feintuning verdient, um stimmungsvoller die Warhammer-Atmosphäre zu unterstützen.

Nach Abschluss der Kampagne sorgt der Mehrspieler-Modus für weiteren Spielspaß – als einer der ersten PlayStation-2-Titel bietet Fire Warrior diverse Multiplayer-Optionen wie etwa Deathmatch. Die in Deutschland erhältliche Version des Spiels ist übrigens nicht zensiert, dementsprechend gibt es eine Menge roter Körperflüssigkeit zu begutachten. Die USK-Einstufung liegt dementsprechend aber auch bei 18 Jahren.

Fazit:
An Fire Warrior darf man keine zu hohen intellektuellen Ansprüche stellen – die größte taktische Herausforderung ist es hier, sich gekonnt in Deckung zu bringen, wenn eine der zahlreichen Nachlade-Pausen zum kurzzeitigen Nicht-Betätigen der Feuer-Taste zwingt. Trotzdem macht das Spiel viel Spaß: Das düstere Endzeit-Szenario ist gekonnt in Szene gesetzt, der unaufhörliche Gegner-Ansturm hält einen beständig auf Trab und der knackige Schwierigkeitsgrad fordert auch Shooter-Profis. Da außerdem auch die Steuerung mit dem PS2-Pad für einen Shooter sehr gut funktioniert, sollten Warhammer-Fans und Anhänger simpler Ballerei also durchaus in die Haut von Kais schlüpfen.


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