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Spieletest: Jedi Knight 3 Jedi Academy - Star-Wars-Action

Dritter Teil der populären Action-Reihe. Die beiden ersten Teile der Jedi-Knight-Reihe konnten bereits unzählige Star-Wars-Fans weltweit begeistern, mit Jedi Knight 3 – Jedi Academy für PC will Activision den Erfolg der Reihe nun fortsetzen. Und auch wenn die Technik mittlerweile nicht mehr ganz taufrisch ist, hat der Titel hinsichtlich des Gameplays einiges zu bieten.
/ Thorsten Wiesner
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Im Gegensatz zum Vorgänger schlüpft man nicht mehr in die Rolle von Kyle Katarn, sondern spielt als Jaden Korr – ein junger Schüler, der an der neu von Luke Skywalker gegründeten Jedi-Akademie zum erfahrenen Jedi ausgebildet werden will. Bereits auf dem Weg zur Akademie geht allerdings etwas schief – das Transportschiff wird angegriffen, und ehe man sich versieht, findet man sich schon im Kampf gegen eine feindliche Verschwörung wieder.

Zunächst darf man aber Geschlecht, Rasse und Farbe von Jaden Korr in einem Charakter-Screen selbst auswählen. Auch die Farbe des eigenen Lichtschwertes kann selbst bestimmt werden. Danach geht es dann auf den Trainingsparcours, wo man von Katarn behutsam an die Macht herangeführt wird und den Umgang mit dem Lichtschwert erlernt. Die Bewegungsvielfalt ist dabei beachtlich: Schon nach kurzer Einarbeitungszeit gelingen einem beeindruckende und nahezu akrobatische Kampfeinlagen; neben Doppel-Salti gehören auch Wand-Läufe im Matrix-Stil und spektakuläre Sprünge zum Repertoire.

Im Spielverlauf bekommt man zwar auch noch die eine oder andere Schusswaffe oder Granaten, deren Benutzung lohnt sich aber kaum – das Lichtschwert ist auf Grund der variablen Einsatzmöglichkeiten die stärkste Waffe, ein Wechsel der Bewaffnung muss also prinzipiell im ganzen Spiel nicht erfolgen. Außerdem ist auch das Lichtschwert aufrüstbar: Im späteren Spielverlauf gelangt man unter anderem an das mächtige Doppel-Schwert oder rückt den zahlreichen Gegnern gleich mit zwei Lichtschwertern zuleibe.

Die zahlreichen Aufträge spielen sich recht unterschiedlich, die von Activision mit großen Worten angekündigte Nicht-Linearität des Spiels entpuppt sich allerdings beinahe als Etikettenschwindel: Zwar kann man verschiedene Aufträge in selbst gewählter Reihenfolge ausführen, den Story-Verlauf beeinflusst das allerdings kaum. Nur zum Ende hin – wenn es darum geht, ob man die neu erworbene Macht für das Gute oder das Böse einsetzt – bestimmt man mit seinen Handlungen direkt das Ende des Titels.

Die Missionen an sich sind allesamt komplett linear, allerdings sorgen zahlreiche Script-Ereignisse für viele Überraschungen – urplötzlich kann sich so das Missionsziel schlagartig ändern. Zahlreiche Zwischensequenzen treiben zudem die Story an, die allerdings ein wenig vor sich hinplätschert und nur mäßig spannend gestaltet ist.

Die im Spielverlauf gesammelten Erfahrungen lassen sich in Verbesserungen der eigenen Kräfte "investieren" – hierbei entscheidet man sich auch immer wieder aufs Neue, ob man mehr der dunklen oder aber der guten Seite der Macht nahe steht. Während man als braver Jedi etwa seine Heilungswerte verbessert, konzentrieren sich düstere Kämpfer auf starke Blitze oder auch den Würgegriff. Der Schwierigkeitsgrad der Missionen steigt – ebenso wie die eigenen Kräfte – im Spielverlauf immer weiter an, trotzdem ist das Spiel auch für Einsteiger selbst auf dem höchsten der vier Schwierigkeitsgrade noch zu meistern.

Ein wenig enttäuschend ist die feindliche KI – egal ob man gegen Droiden, Sturmtruppen oder andere Jedi antritt, immer wünscht man sich, dass das feindliche Gegenüber auch mal Deckung sucht und nicht beständig durch Kamikaze-Aktionen die eigene Lebensenergie reduziert.

Für weitere Abwechslung im Spielverlauf sorgen mehrere Fahrzeuge, an deren Steuer man sich setzen darf – unter anderem dirigiert man einen wuchtigen AT-ST oder rast auf einem Speeder-Bike umher. Allerdings sind die Fahrzeugeinsätze zumeist recht kurz, und die sehr hakelige Steuerung drückt merklich auf den Spielspaß.

Optisch ist Jedi Academy eine zweischneidige Angelegenheit: Einerseits ist es beachtlich, wie viel aus der mittlerweile antiquierten Q3-Engine noch herauszuholen ist, vor allem die weitläufigen Außen-Areale wirken aber oft verwaschen und lassen Details und Feinheiten vermissen. Erstklassig sind dafür Sound und deutsche Sprachausgabe – neben der berühmten Star-Wars-Musik sorgen auch die originalen deutschen Synchronstimmen von Luke Skywalker und Co. für viel Atmosphäre.

Hat man die Kampagne durchgespielt, bietet der vielseitige Multiplayer-Modus noch reichlich Stoff für weitere unterhaltsame Stunden: Neben bekannten Optionen wie Team Deathmatch, Capture The Flag oder auch den Zwei-Mann-Duellen ist vor allem der neue Belagerungsmodus, in dem zwei Teams sich bekämpfen, dank zahlreicher taktischer Möglichkeiten äußerst spannend geraten.

Fazit:
Jedi Academy ist ein sehr gutes, wenn auch längst nicht perfektes Action-Spiel geworden – die miese KI enttäuscht ebenso ein wenig wie die stellenweise biedere Präsentation. Dafür sind die vielseitigen Lichtschwertkämpfe äußerst unterhaltsam, und die gelungen Mehrspieler-Modi sorgen für langen Spielspaß über die Kampagne hinaus. Man muss also nicht unbedingt Star-Wars-Fan sein, um an diesem vielseitigen Titel Gefallen zu finden.


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