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Neue ATI-Treiber erlauben dynamische Übertaktung (Update)

... und können abgestürzte Grafikkarten während des Betriebs wiederbeleben. ATI hat mit dem Radeon-Grafiktreiberpaket "Catalyst 3.8" das nach eigenen Angaben wichtigste Software-Update veröffentlicht. Dafür sollen die automatische, dynamische Übertaktungsfunktion "Overdrive", die vor Grafikkarten- bzw. Grafiktreiberabstürzen schützende und in dieser Art bis jetzt nicht dagewesene Funktion "VPU Recover" und – nicht ganz so praktisch, aber witzig – Shader-Effekte auch für alte Spiele sorgen. Darüber hinaus soll in Zukunft auch Linux deutlich stärker mit ATI-Treibern versorgt werden.
/ Christian Klaß
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Die Overdrive-Übertaktungsfunktion kann den Grafikprozessor stets am Limit betreiben, wobei die Software die Taktrate im Betrieb hochtreibt und gleichzeitig durch rechtzeitiges Absenken darauf achtet, dass der Grafikchip durch die Übertaktung nicht in problematische Temperaturbereiche gerät. Leider funktioniert dies laut ATI nur in Verbindung mit den für Ende Oktober/Anfang November angekündigten neuen Radeon-9800-XT-Grafikkarten, da diese mit einem entsprechenden Kühlsystem und Temperaturfühlern ausgestattet sind.

Allen Grafikkarten mit Radeon-Chips zugute kommt hingegen die für alle Nutzer seit langem sinnvollste neue Funktion VPU Recover: Sie erlaubt es dem Grafiktreiber ab der Catalyst-Version 3.8, sich wieder von Abstürzen der Grafikhardware zu erholen, indem diese auch ohne Windows-Neustart neu initialisiert wird. Je nachdem wie der Systemzustand aussieht, wenn VPU Recover aktiviert wurde, können sich Anwendungen entweder voll vom Grafikprozessor-Reset erholen oder müssen geschlossen werden, so dass das System zum Windows-Desktop zurückkehrt.

Um Absturzursachen durch den Grafiktreiber, Spiele oder Anwendungen schneller auf den Grund gehen zu können, hat ATI gleich noch einen Fehlerreport-Mechanismus integriert, der seine Analyse an ATIs Treiber-Entwickler sendet. Stabilitätsprobleme unter Windows, die oft durch Grafiktreiber auftreten, sollen damit größtenteils vermieden werden können, verspricht ATI. Von bestehenden Problemem mit Spielen befreit hat ATI laut aktueller Release-Note(öffnet im neuen Fenster) auch wieder seine Catalyst-3.8-Treiber (Treiberversion: 7.94), die nun einige Darstellungsfehler z.B. in FS 2004, CounterStrike und Tomb Raider 6 beseitigen. Damit Treiber in Zukunft besser auf Fehler abgeklopft werden können, hat ATI gar noch ein Beta-Treiber-Programm(öffnet im neuen Fenster) aus der Taufe gehoben, für das sich interessierte Nutzer anmelden können.

Sowohl Overdrive als auch VPU Recover wurden von ATI als Patent angemeldet. Eher witzig als wirklich sinnvoll sind die ebenfalls mit Catalyst 3.8 eingeführten neuen Shader-Effekte, mit denen alte Spiele in komplett neuem Aussehen erscheinen können. Der Nutzer hat die Wahl, ob man ein Spiel einfach mal mit invertierten Farben ("Inverse-Color"), als Umrisszeichnung ("Sketch"), in stilisiertem Schwarz-Weiß-Look oder im "Text-Modus" ("ASCII") spielen will.

Unabhängig von den Shader-Effekte können nun für alle Spiele und Anwendungen per ATI Control Panel separate Qualitätseinstellungen vorgenommen werden, so dass dies nicht jedes Mal aufs Neue erfolgen muss. Die OpenGL- und Direct3D-Einstellungen hat ATI nun zudem unter dem Punkt ATI 3D vereint und erlaubt auch eine schnelle Auswahl aus von ATI vorgeschlagenen Qualitäts-/Leistungseinstellungen. Die überarbeitete Mehrschirm-Steuerungs-Software Hydravision ist nun in der Version 3.21 ebenfalls einfacher zu bedienen und soll es dem Anwender deutlich leichter machen, die angeschlossenen Displays sinnvoll nutzen zu können.

Erstmals hat ATI auch einen Overscan-Modus für die TV-Ausgabe implementiert, welcher dafür sorgt, dass alle Zeilen des Fernsehbildes bis zum Rand ausgenutzt werden. An den Rändern können zwar Teile des Bildes versteckt sein, was normal für ein Fernsehbild ist, dafür wird aber die volle Bildschirmfläche ausgenutzt.

Die Multimedia-Center-Software trägt jetzt die Versionsnummer 8.7, die nicht nur mit Erweiterungen am Medienplayer, der besseren Unterstützung für mehrere Bildschirme und der Bildschirmanzeige-Software Eazylook (Videotext integriert) daherkommt, sondern mit TVTV von der Fast Server AG endlich auch eine elektronische Fernsehzeitung für europäische Nutzer beinhaltet. Damit lassen sich Rechner mit Radeon-All-in-Wonder-Karten nun auch hier zu Lande endlich als bequemer Digitalvideorekorder nutzen.

Mit der Einführung des Catalyst 3.8 für Windows geht auch ATIs Ankündigung einher, sich nun in Zukunft sechsmal im Jahr, also alle zwei Monate, mit eigenen Treiberpaketen endlich auch dem Linux-Markt stärker zu widmen. Bisher konnte hier Nvidia mit seinen zwar nicht im Quellcode vorliegenden, aber doch immerhin recht aktuellen und laut verschiedenen Tests auch leistungsfähigeren Linux-Treibern einer besseren Unterstützung für Linux-Nutzer brüsten. Während ATIs Catalyst für Windows ursprünglich auch alle zwei Monate erschien, hat ATI dies mit der Einführung der Version 3.8 nun für jeden Monat geplant.

Der für alle Grafikkarten mit Radeon-Chip von Radeon 7000 bis Radeon 9800 XT geeignete ATI-Catalyst-Treiber und die Software Multimedia Center findet sich für Windows 98/ME und Windows 2000/XP wie üblich in der Download-Sektion von www.ati.com(öffnet im neuen Fenster) .

Nachtrag vom 9. Oktober 2003 um 18:25 Uhr:
Kurz nach der Verfügbarkeit von ATIs neuem Radeon-Treiberpaket Catalyst 3.8 ist bereits eine entsprechend modifizierte Treiberversion 2.4.87 vom privaten Omega-Driver-Team(öffnet im neuen Fenster) erschienen. Neben den neuen Catalyst-3.8-Funktionen beinhaltet der neue Omega-Driver ein eigenes Control Panel, die bekannten Treiber-Modifikation für 9500, 9700 und 9800SE (bisher nur unter Windows 9x/ME) und Unterstützung für die im letzten Aldi-PC zu findende Radeon 9600 TX sowie die Notebook-Grafikchips der Radeon-Mobility-Serie. Ebenfalls per Script-Update auf Catalyst 3.8 angepasst wurde das Grafikkarten-Utility RivaTuner(öffnet im neuen Fenster) von Guru3D, womit sich Radeon-9500-Karten der ersten Bauserie unter allen Windows-Versionen etwa zur Radeon 9700 freischalten lassen.


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