Mehr Flexibilität durch neue Steuerung, mehr Teams und neues Kampfsystem. Nachdem EA durch Segas NHL 2K3 im letzten Jahr ernsthafte Konkurrenz im Bereich der Eishockey-Simulationen bekommen hat, legt EA nun mit NHL 2004 nach. Hatte sich die NHL-Reihe in den letzten Jahren vorwiegend durch kleine Schritte ausgezeichnet, hat NHL 2004 einige größere Neuerungen zu bieten, allen voran eine flexiblere, aber auch komplexere Steuerung.
Der 12. Teil der Serie hat grafisch nicht viel Neues zu bieten; zwar wirkt das Publikum lebendiger, die Gesichter der Spieler realistischer und auch die Animationen etwas flüssiger, alles in allem aber kommt die Entwicklung in diesem Bereich nur mehr langsam voran, dies aber auf hohem Niveau.
Die eigentlichen Neuerungen finden sich in anderen Teilen des Spiels. So wartet NHL 2004 mit einem neuen, deutlich veränderten Kampfsystem sowie einer veränderten Steuerung auf. Diese zeigt sich deutlich komplexer, als man dies bisher von EAs Eishockeyspielen gewohnt ist und bedarf einiger Eingewöhnung, bietet dafür aber mehr Möglichkeiten und eine höhere Flexibilität. Unter anderem wurde das Deke-System überarbeitet.
Zudem ist NHL 2004 internationaler als seine Vorgänger. Standen bisher nur die NHL-Teams und einige Nationalmannschaften zur Auswahl, hat man sich in diesem Jahr nun zusätzlich die Rechte an einigen ausländischen Clubs und Ligen gesichert. So stehen neben den 30 aktuellen NHL-Teams und NHL-All-Star-Teams 20 Nationalmannschaften sowie 39 Teams aus Schweden, Finnland und Deutschland mit ihren Original-Trikots und auch den landestypischen Regeln zur Auswahl.
Ein neues Kampfsystem bietet zwischendurch authentischere Kampfeinlagen zwischen zwei Spielern, ohne dass es dabei nur darum geht, wild auf die Tasten oder Knöpfe zu drücken. Will man sich lieber an die Regeln des Spiels halten, kann man sich zum Beispiel an neuen Bodycheck-Möglichkeiten erfreuen. Auch die KI der vom Computer gesteuerten Spieler wurde spürbar verbessert. Spieler reagieren intelligenter auf jeweilige Spielsituationen, dennoch hat man oft das Gefühl, allein vor dem gegnerischen Tor zu stehen und vermisst gut positionierte Kollegen.
Als Co-Kommentator wird Don Taylor in der aktuellen Version durch den zweifachen Stanley-Cup-Sieger Craig Simpson ersetzt, der zusammen mit Jim Hughson das Spielgeschehen kommentiert. Zusammen mit den Sprechchören des Publikums kommt so mehr Eishockey-Atmosphäre auf als in älteren Teilen der Serie. Die Menüs hingegen wirken deutlich langweiliger, dafür findet man sich aber leichter zurecht und kommt schneller zum eigentlichen Spiel.
Stark überarbeitet präsentiert sich der Dynasty-Modus: Hier schlüpft der Spieler in die Rolle des Managers und sammelt Erfahrungspunkte, indem er neue Mitarbeiter einstellt, sein eigenes Büro verschönert oder andere Verbesserungen vornimmt. Diese wiederum wirken sich auf die Fähigkeiten und Eigenschaften des eigenen Teams und die Chancen bei der Verpflichtung neuer Spieler aus.
Dieser Test bezieht sich auf die PC-Version von NHL 2004. Das Spiel erscheint außerdem auch für Xbox, PlayStation 2 und GameCube.
Fazit: Immer wieder hat EA mit seinen NHL-Titeln die Referenz in Sachen Sportspielen präsentiert, und auch mit NHL 2004 kann EA die Latte einmal mehr höher legen. Die überarbeitete Steuerung dürfte aber eine deutlich höhere Einstiegshürde für Neulinge darstellen. Erfahrene Spieler hingegen profitieren hiervon, ebenso wie von den neu hinzu gekommenen Teams, die eine ganz andere Herausforderung als bisher gekannt darstellen.