Elektronisches Publizieren: Ernüchterung macht sich breit
90 Prozent der Verlage sehen darin lediglich eine Ergänzung des Verlagsprogramms. Das bestätigten auch die Umsatzerwartungen: Über 70 Prozent der Verlage gehen davon aus, dass der Anteil elektronischer Produkte am Gesamtumsatz in zehn Jahren maximal 30 Prozent betragen wird. "Die uneingeschränkte Euphorie der Anfangszeit gehört der Vergangenheit an" , so Arnoud de Kemp, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren. "Die Möglichkeiten und Chancen des Elektronischen Publizierens werden durchaus erkannt, aber in einem realistischen Licht betrachtet."
Etablierte Geschäftsmodelle und Technologien werden nach Ansicht der Umfrageteilnehmer Bestand haben: So erfüllt der Internetbuchhandel die Erwartungen der Verlage zurzeit zu 39 Prozent voll und ganz, 84 Prozent haben sogar steigende Erwartungen. Das sind zehn Prozent mehr als bei der letzten Umfrage. Erfolgreich sind auch die Modelle Pay-per-view und das Abonnement, und 66 Prozent der Verlage sind sich sicher, dass die Bedeutung von Pay-per-view steigen wird.
Content-Management-Systeme, medienneutrale Datenhaltung und digitale Workflows sind mittlerweile fester Bestandteil in der Verlagsarbeit, ihre Bedeutung wird steigen, das glauben - ähnlich wie im vergangenen Jahr - 60 bis 70 Prozent aller Umfrageteilnehmer. Als erfolgreiches Medium präsentiert sich die CD-ROM, denn nur für zehn Prozent der Umfrage-Teilnehmer hat sie die Erwartungen überhaupt nicht erfüllt. Dennoch wird das CD-Medium nach Einschätzung der Verlage an Bedeutung verlieren, weil es von der leistungsfähigeren DVD-ROM abgelöst wird: 63 Prozent der Verlage erhoffen sich damit neue Möglichkeiten der Mediennutzung.