Internet Explorer wird wegen Patentverletzung verändert

Nach dem Eolas-Urteil müssen auch Webseiten modifiziert werden

Microsoft hat jetzt auf das im August im Streit mit Eolas ergangene Urteil reagiert und Pläne vorgestellt, wie der Internet Explorer verändert werden soll, um dem Urteil zu entsprechen. Diese wirken sich auch auf die Gestaltung von Webseiten aus. Microsoft war zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von rund 520 Millionen Euro verurteilt worden, da nach Ansicht des Gerichts Microsofts Internet Explorer gegen ein Patent von Eolas verstößt.

Artikel veröffentlicht am ,

Nach Ansicht von Eolas und der Universität Kalifornien hat Microsoft das US-Patent 5,838,906 verletzt, das der Universität am 17. November 1998 zugesprochen und im Oktober 1994 exklusiv an Eolas lizenziert wurde. Eolas führt für Produkte auf Basis des Patents und erhaltene Lizenzgebühren seinerseits Gebühren an die Universität ab. Die unter anderem von Dr. Michael Doyle, Forscher an der Universität Kalifornien und zugleich Präsident von Eolas, entwickelte, patentierte Technik erlaubt es, interaktive Applikationen in Webseiten einzubetten. Seit 1995 finden sich derartige dynamische Inhalte im Web.

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Microsoft will nun mit möglichst moderaten Änderungen an Windows und dem Internet Explorer dem Urteil entsprechen, um die Effekte auf Betreiber von Websites möglichst gering zu halten. Die Änderungen dokumentiert Microsoft ausführlich, um Web-Entwicklern eine Anpassung ihrer Internet- und Intranet-Websites und Applikationen zu erlauben.

"Dieses Urteil betrifft nicht nur Microsoft, es betrifft auch eine Reihe von Partnern und Kunden - einschließlich Unternehmen, die viele als Wettbewerber von Microsoft betrachten", so Michael Wallent, General Manager bei Microsoft für die Windows Client Platform. So arbeitet Microsoft dabei unter anderem mit Macromedia, Apple und Real Networks zusammen, da insbesondere deren weit verbreitete Plug-Ins von den Änderungen betroffen sind.

Konkret plant Microsoft zunächst kleine Änderungen daran, wie der Internet Explorer einige Seiten mit ActiveX-Controls beispielsweise im Zusammenhang mit Macromedia Flash, Apple QuickTime, RealNetworks RealOne, Adobe Acrobat Reader, Sun Java Virtual Machine und dem Microsoft Windows Media Player behandelt. Dabei geht Microsoft davon aus, dass dieser erste Schritt Anfang 2004 umgesetzt wird und die entsprechenden Updates ausgeliefert werden. Wer seine Webseiten dann nicht nach den Vorschlägen von Microsoft angepasst hat, muss damit rechnen, dass User zunächst eine Dialog-Box zu Gesicht bekommen, wo der Browser heute automatisch die entsprechenden ActiveX-Controls lädt. Entsprechende Dokumentationen, wie Webseiten zu modifizieren sind, will Microsoft zusammen mit anderen bereitstellen.

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Detaillierte Informationen zu den geplanten Änderungen am Internet Explorer und frühe Versionen der entsprechenden Dokumentationen bietet Microsoft auf seiner MSDN-Website unter msdn.microsoft.com/ieupdate/ an. Auch das World Wide Web Consortium (W3C) beschäftigt sich mit der Entscheidung, denn sollte sie Bestand haben, könnte dies nach Ansicht des W3C auch Konsequenzen für das Internet im Allgemeinen einschließlich der Spezifikationen des W3C haben.

Microsoft stellte zudem aber klar, dass man gegen die Entscheidung des Gerichts Rechtsmittel einlegen werde. Das Unternehmen ist der Ansicht, das Patent sei ungültig, da entsprechende Technologien schon vorher bekannt waren (Prior Art).

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moppi 08. Okt 2003

sei ein ami und du kannst es *g*

QJS 08. Okt 2003

Mist. Mir hat jemand meine Idee geklaut. Ob man die Leute verklagen kann, weil sie mein...

xofox 08. Okt 2003

Ok Ms ist Scheiße, aber wer son Dreck schreibt auch.

Alois 08. Okt 2003

Framesets (bzw. statisch Navigationselemente in Websites) sind Thema eines anderen...



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