Spieletest: Soul Calibur II - Beat'em-Up-Hit neu aufgelegt
Unterschiedliche Bonus-Charaktere für Xbox, Gamecube und PS2. Gut vier Jahre liegt die Veröffentlichung des Prügelspiels Soul Calibur für die glücklose Dreamcast-Konsole mittlerweile zurück, für nicht wenige stellt der Titel aber auch heute noch eines der besten Beat'em-Ups aller Zeiten dar. Seit kurzem steht nun die Fortsetzung für Gamecube, PlayStation 2 und Xbox in den Läden.
Das Szenario ist in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Asien angesiedelt: Gerüchte um ein mysteriöses Schwert, dessen Besitzer unglaubliche Kräfte zuteil werden, machen die Runde, und eine Gruppe von Kämpfern macht sich auf den Weg, dieses Schwert ausfindig zu machen. Der Spieler übernimmt die Rolle eines dieser Recken und begibt sich auf die Suche nach der mächtigen Waffe, zu dessen Erlangung natürlich zahlreiche Kämpfe gegen die gesamten anderen Heroen gewonnen werden müssen.
Wer den Dreamcast-Vorgänger kennt, wird sich schnell heimisch fühlen – inhaltlich hat sich nämlich nicht viel geändert, Steuerung, Kampftaktiken und sogar Sprach-Samples wurden zum Teil 1:1 von der Dreamcast übernommen. Der Titel ist somit wiederum sehr einsteigerfreundlich: Auch Anfänger können durch simples und unkontrolliertes Knopf-Drücken bereits beachtliche Kombinationen und Angriffe zustande bringen, versierteren Spielern steht selbstverständlich ein breites Arsenal an Spezialattacken zur Verfügung, die Komplexität eines Virtua Fighter 4 wird allerdings nicht ganz erreicht.
Grundsätzlich lassen sich sämtliche Aktionen auf allen drei Konsolen mit dem Steuerkreuz und den vier Aktionstasten ausführen – zwei Tasten sind für Schläge, einer für Tritte und einer für Blocks zuständig. Da jeder Kämpfer über andere Waffen und Spezialattacken verfügt, gestaltet sich das Spiel dabei mit jedem Charakter äußerst unterschiedlich.
Soul Calibur 2 wartet mit einer Reihe von Spielmodi auf: Im Trainingsmodus kann man zunächst die grundsätzliche Steuerung an einem sich nicht bewegenden Gegner üben, im Vs-Modus prügelt man sich mit menschlichen Mitspielern. Der Arcade-Modus lässt den Spieler nacheinander an wechselnden Schauplätzen gegen die anderen Recken antreten, wobei immer zwei Runden gewonnen werden müssen, bevor es mit dem nächsten Gegner weitergeht. Continues erleichtern den Wiedereinsteig beim eigenen Ableben, aber auch so ist der Arcade-Modus recht simpel – selbst Einsteiger werden wenig Probleme haben, bereits in unter einer Stunde Spielzeit den Endgegner zu Gesicht zu bekommen.
Für etwas mehr Langzeitmotivation sorgt da der Story-Modus, in dem man mit recht ungewöhnlichen Situationen konfrontiert wird: An unterschiedlichen Stationen der eigenen Karriere muss man sich mit wechselnden Widrigkeiten auseinander setzen; so ist die Kampffläche etwa plötzlich vereist und man rutscht bei unvorsichtigem Vorgehen auch ohne Feindeinwirkung in den Abgrund, oder aber die Energieleiste des Gegners lädt sich wie von Geisterhand ständig neu auf.
Wenn auch spielerisch alles beim Alten geblieben ist, wurde der Optik doch eine gute Rundumerneuerung verpasst, Soul Calibur 2 sieht auf allen drei Konsolen beeindruckend gut aus. Allerdings merkt man, dass der Titel zunächst auf der PlayStation 2 programmiert wurde – die Versionen für Gamecube und Xbox sehen nur unwesentlich besser aus als auf der Sony-Plattform, spezielle Möglichkeiten dieser Konsolen wurden also nicht genutzt. Als besonderes Gimmick warten dafür alle Versionen mit einem speziellen Bonus-Charakter auf: Auf der PlayStation 2 tritt Tekken-Held Heihachi mit an, die Xbox wird durch den Comic-Held Spawn bereichert, und Gamecube-Besitzer dürfen sich über den wohl interessantesten Extra-Helden freuen – Zelda-Star Link mischt sich hier in die Kämpfe ein und macht seinen Gegnern mit den aus Zelda bekannten Bomben das Leben schwer. Freigegeben ist das Spiel übrigens ab 16 Jahren – im Gegensatz zu Mortal Kombat verzichtet man auf übertriebene Gewaltdarstellungen und Blut.
Fazit: Soul Calibur 2 ist wie auch schon der Vorgänger ein rundum gelungenes Prügelspiel, das durch seine leichte Zugänglichkeit und die dennoch vorhandene Spieltiefe Profis wie Einsteiger gleichermaßen an die Controller fesselt. Wenn sich auch die spielerischen Innovationen in Grenzen halten, gibt es – unter anderem dank der formidablen Präsentation – vor allem im Multiplayer-Modus derzeit wenig ähnlich motivierende und faszinierende Spiele.