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Angetestet: PalmOS-PDA Tungsten T3 mit Soft-Graffiti-Feld

Tungsten T3: horizontale Display-Ausrichtung, Bluetooth und neue PIM-Funktionen. Ab sofort nimmt Palm mit dem Tungsten T3 den ersten PDA mit virtuellem Graffiti-Feld ins Sortiment, nachdem HandEra diese Technik vor Jahren eingeführt hatte und auch Sony bereits lange Zeit Geräte mit Soft-Graffiti-Feld anbietet. So gehört der Neuling auch zu den ersten Geräten von Palm mit einer Display-Auflösung von 320 x 480 Bildpunkten. Am Rande der PalmSource-Entwicklerkonferenz in München erhielt Golem.de die Möglichkeit, erste Eindrücke zum Tungsten T3 zu sammeln.
/ Ingo Pakalski
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Durch Einsatz des Soft-Graffiti-Feldes steckt im Tungsten T3 ein transflektives Farbdisplay mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixeln, das 65.536 Farben darstellt. Bei ausgeblendetem Graffiti-Feld können Applikationen nahezu den gesamten Display-Bereich nutzen, nur am Rand erscheint eine schmale Leiste mit einigen Befehlsknöpfen. Als besonderen Clou lassen sich dafür vorbereitete Applikationen bei ausgeblendetem Graffiti-Feld nicht nur in der normalen Hochformatansicht, sondern auch im Querformat betreiben. Das erleichtert etwa die Bearbeitung von Tabellen, hilft aber auch bei der Anzeige von Fotos.

Bei ausgeblendetem Graffiti-Feld verbleibt eine Leiste, über die man einige Kernfunktionen bequem aufruft. So lässt sich einerseits darüber natürlich das Graffiti-Feld aktivieren, man kann zwischen Hoch- und Querformat-Darstellung umschalten und erreicht die üblichen Befehle im Graffiti-Feld wie Home, Menü und Suchen. Zudem zeigt die Statusleiste die Uhrzeit, bietet das bequeme An- und Abschalten der integrierten Bluetooth-Schnittstelle und enthält ein spezielles Icon, um im Hintergrund erscheinende Alarme nach vorn zu holen und anzuzeigen. Ein weiterer Knopf aktiviert bequem die Texteingabe via Graffiti 2 über die gesamte Display-Fläche, so dass der Einsatz des Graffiti-Feldes eigentlich kaum noch nötig ist.

Aber auch die übrigen Hardware-Daten des 10,8 x 7,6 x 1,6 cm messenden Tungsten T3 können überzeugen. So verrichtet ein mit 400 MHz getakteter XScale-Prozessor von Intel seinen Dienst im Innern. Von den 64 MByte RAM-Speicher können 52 MByte für beliebige Applikationen und Daten verwendet werden. In einem 16 MByte großen Flash-ROM befindet sich neben dem PalmOS 5.2.1 auch das Office-Paket Documents To Go 6.0 in der Professional-Ausführung, so dass diese Applikation nicht zusätzlich in den Hauptspeicher installiert werden muss. Zudem lässt sich der Speicher über den SD-Card-Steckplatz (versteht auch MultiMediaCards [MMC]) erweitern, wobei der SDIO-Standard für Funktionserweiterungen unterstützt wird. Zusätzlich zur Erweiterung per SD-Card-Slot lässt sich Zubehör über den Universal Connector anschließen.

Zu den weiteren Leistungsdaten gehören ein Kopfhörer-Anschluss, ein Mikrofon sowie die obligatorische Infrarot-Schnittstelle. Für die bequeme Steuerung besitzt auch der Tungsten T3 wie seine beiden Vorgänger eine 5-Wege-Navigationstaste, womit sich eigentlich alle Funktionen bequem mit nur einer Hand steuern lassen. Alternativ kann natürlich der im Gehäuse abgelegte Stift genutzt werden, um die Software über den Touchscreen zu bedienen. Um eine versehentliche Aktivierung des Geräts zu verhindern, enthält der Tungsten T3 eine Tastensperre, womit Palm einer mehrjährig wiederholten Kritik an anderen PDAs nachgekommen ist. Der im 153 Gramm wiegenden Tungsten T3 integrierte Lithium-Ionen-Polymer-Akku soll eine Laufzeit von bis zu fünf Tagen liefern.

Weitere größere Veränderungen nahm Palm dieses Mal nicht nur an der Hardware, sondern auch an der Software vor. So wurden die jahrelang unveränderten PIM-Applikationen (PIM = Personal Information Management) deutlich überarbeitet, um eine bessere Zusammenarbeit mit Outlook zu ermöglichen, weshalb dem Tungsten T3 auch ein neu entwickelter Hotsync-Conduit beiliegt, der den Datenaustausch abwickelt.

Im Zuge der Veränderungen wurden der Kalender, das nun Kontakte getaufte Adressbuch sowie die Merkzettel- und Aufgaben-Applikation renoviert. Die Kontakt-Einträge fassen mehrere Wohnorte, Internet-Adressen, Instant-Messenger-Kennungen sowie Geburtstage. Ein Geburtstags-Eintrag fragt sofort ab, ob dieser als Termin in den Kalender mit voreinstellbarem Alarm eingetragen werden soll. Außerdem verarbeitet ein Kontakt nun mehr Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Der Kalender erhielt eine an die Heute-Funktion von WindowsCE angelehnte Übersichtsseite, auf der fällige Termine, Aufgaben und ungelesene E-Mails angezeigt werden. Zudem lassen sich Termine nun in Kategorien einsortieren, so dass diese sich farblich kennzeichnen lassen, um etwa mit einem Blick private von beruflichen Terminen zu unterscheiden. Außerdem lässt sich in der Tages- und Wochenansicht festlegen, welche Kategorien erscheinen sollen, um bestimmte Kategorien gezielt auszublenden. Die Monatsübersicht zeigt bei ausgeblendetem Graffiti-Feld zusätzlich den vorherigen und anschließenden Monat an, was die Übersicht erhöht. Zudem lassen sich Termine mit einer Ortsangabe versehen sowie leichter übertragen, indem auch mehrere Einträge bequem übermittelt werden.

Erfahrene Palm-Nutzer werden schon oft über die 4-KByte-Grenze von Merkzetteln gestolpert sein, wenn ein Memo-Eintrag keine Daten mehr fassen konnte, weil der Eintrag zu groß war. Dieses Manko stellte Palm mit den aktuellen Änderungen ebenfalls ab, so dass Merkzettel nun bis zu 32 KByte Text fassen dürfen. Schließlich erhielt auch die Aufgabenliste Überarbeitungen, so dass wiederkehrende Aufgaben über eine leicht veränderte Oberfläche bearbeitet werden können. Um die neuen Fähigkeiten der veränderten PIM-Anwendungen auch auf PC-Seite nutzen zu können, wurde nicht nur ein passendes Outlook-Conduit für den HotSync-Manager, sondern auch ein verbesserter PalmDesktop auf CD beigelegt.

Zu den weiteren Software-Beigaben gehört die im Flash-ROM untergebrachte Professional-Version von Documents To Go 6.0 , so dass sich damit ohne jegliche Konvertierung Word- und Excel-Dateien öffnen und bearbeiten lassen. Als Weiteres können damit über einen Konverter auch PowerPoint-Präsentationen auf dem PDA angezeigt werden. Der mitgelieferte E-Mail-Client VersaMail 2.6 unterstützt das Office-Paket, so dass per E-Mail empfangene Word- und Excel-Dateien direkt geöffnet werden können.

Für die MP3-Wiedergabe liegt der RealOne Mobile Player bei, während sich mit Palm Photos Bilder anzeigen lassen und der Kinoma Player Videoclips abspielt. Der Web Browser Pro 3.0 zeigt HTML-Seiten an, ganz gleich ob man mit oder ohne zwischengeschaltetem Proxy im Internet surft. Speziell für die Bluetooth-Funktionen gehören die Applikationen BlueBoard und BlueChat zum Lieferumfang des Tungsten T3.

Das PalmOS-Modell Tungsten T3 soll ab sofort zum Preis von 459,- Euro in den Handel kommen. Im Paket des Tungsten T3 befindet sich eine USB-Dockingstation samt passendem Netzteil sowie eine Software-CD mit dem PalmDesktop und weiteren Applikationen.

Fazit:

Mit dem Tungsten T3 legt Palm ein durchdachtes Gerät vor, das eine ideale Fortsetzung des Tungsten T darstellt. Wenn man sich den Tungsten T3 ansieht, hätte man sich den Einsatz eines Soft-Graffiti-Feldes bereits für das erste Tungsten-T-Modell gewünscht, da der Schiebemechanismus der Geräte förmlich danach schreit. Die Integration des Soft-Graffiti-Feldes in die bestehenden Applikationen sowie die Nutzung des Displays im Querformat begeisterte auf Anhieb, wozu das hervorragend ausgeleuchtete Display sein Übriges tat. Auch die leicht überarbeitete 5-Wege-Navigationstaste bietet nach wie vor die Möglichkeit, das Gerät bequem mit einer Hand zu steuern, so dass man nur noch selten den Stift zücken muss.

Besonders die Neuerungen bei den PIM-Applikationen konnten auf Anhieb überzeugen, da diese doch zum Teil lange Zeit schmerzlich vermisst wurden. So dürften besonders die Kategorien-Funktion im Kalender, die Übersichtsseite sowie die Verbesserungen im Adressbuch (Kontakte) bei der täglichen Arbeit für eine deutlich leichtere Bedienung sorgen. Aber auch die Aufhebung der 4-KByte-Grenze von Merkzetteln werden Merkzettel-Profis besonders dankbar zur Kenntnis nehmen, da sich nun deutlich längere Notizen unterwegs eingeben lassen.


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