Kühner Plan: Kodak stellt Unternehmen auf Digitaltechnik um

Dividendenkürzung zur Teilfinanzierung eines Milliardenprogramms

Eastman Kodak hat seinen Investoren die neue Unternehmensstrategie vorgestellt, die durch eine deutliche Orientierung auf Digitaltechniken dem Unternehmen auch langfristig ein Umsatz- und Gewinnwachstum sichern soll. Erstmals in der Unternehmensgeschichte wird deshalb die Dividendenauszahlung gekürzt, um die milliardenschweren Investitionen, die für die Neuorientierung nötig sind, finanzieren zu können.

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Die Umstellung soll sowohl im Konsumenten- als auch im medizinischen Bereich, der Profifotografie und dem Dienstleistungsangebot des Unternehmens vollzogen werden, teilte Kodak mit und kündigte schon eimmal ein deutlich breiteres Produktportfolio als bisher an. Dazu seien auch eine Reihe von Unternehmensübernahmen geplant. Eine völlige Abkehr vom Analoggeschäft ist den Ankündigungen Kodaks jedoch nicht zu entnehmen. Investitionen in alte Techniken werden aber gestoppt.

Kodak will bis 2006 rund 3 Milliarden US-Dollar investieren und dann rund 16 Milliarden US-Dollar (3 US-Dollar pro Aktie) umsetzen, was einer Steigerung um rund 20 Prozent gegenüber den aktuellen Werten gleichkäme. 2010 sollen es schon 20 Milliarden US-Dollar sein. Die Dividende soll von bislang 1,80 US-Dollar pro Aktie auf 50 Cent jährlich gekürzt werden.

Zur Finanzierung der Investitionen wird zudem ein Personalschnitt durchgeführt, der zwischen 6 und 9 Prozent der Belegschaft den Job kosten wird. Außerdem ist geplant, kurzfristig hohe Gewinne und Marktanteile im traditionellen Filmgeschäft zu machen, wobei man sich nun auch nicht mehr zu schade ist, beispielsweise preiswerte Filme anzubieten. Das erwirtschaftete Geld soll dann für Digitalinvestitionen genutzt werden.

Jeder der Kodak-Hauptgeschäftsbereiche wird mittlerweile von Personen geleitet, die Erfahrung mit digitalen Produkten haben. Die Hauptwachstumsbereiche sollen der kommerzielle Sektor, die Konsumentenprodukte und Medizintechnik werden. Im kommerziellen Bereich sollen On-Demand-Farbdrucktechniken entwickelt werden. Dieser Bereich wird von James Langley geleitet, der ebenso wie der neue Kodak-Präsident Antonio Perez von Hewlett-Packard kommen.

Die Umsätze bei den Konsumentenprodukten sollen durch die Ausweitung der EasyShare-Digitalkamera-Palette und verbesserte Drucktechniken für das Heim oder in Entwicklungslaboren angehoben werden. Hier ist Bernard Masson, ein ehemaliger leitender Angestellter von Lexmark und Yusuke Kojima, früher bei Olympus, federführend tätig.

Im Medizintechnikbereich sollen durch verbesserte Bildgewinnungsverfahren und Dienstleistungen in diesem Bereich die Marktanteile von Kodak deutlich ausgeweitet werden. Dieser Bereich wird von Dan Kerpelman geleitet, der von General Electric zu Kodak wechselte.

Kodak Chairman und Chief Executive Daniel A. Carp teilte mit, dass man vor einem strukturellen Wandel stehe, vom traditionellen Filmgeschäft hin zum digitalen. Die jetzt vorgestellten Maßnahmen seien pragmatisch und kühn, aber für Kodak lebenswichtig. Diese Äußerungen stehen auch vor dem Hintergrund des im Juli 2003 veröffentlichten Quartalsberichts, der einen dramatischen Gewinnrückgang von 61 Prozent im Jahresvergleich auswies. Das traditionelle Fotogeschäft hatte zwar auch im Jahre 2002 noch zu rund 70 Prozent zum Umsatz beigetragen, aber in diesem Bereich war zumindest in den USA im Vergleich zu 2001 ein Umsatzrückgang von zehn Prozent zu verkraften.

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