Dual-Grafikkarten mit zwei DirectX-9-Grafikchips von XGI
Mit dem Volari V8 Ultra (350 MHz) und dessen nur etwas geringer getaktetem Bruder Volari V8 (300 MHz) will XGI in Konkurrenz zu Nvidias GeForceFX-5800/5900- und zu ATIs Radeon-9700/9800-Serie treten, während Volari V5 Ultra (350 MHz) und Volari V5 (300 MHz) sich mit Nvidias GeForceFX-5600-Serie sowie ATIs Radeon-9500/9600-Serie messen können soll. Als Grafikspeicher können vom Grafikkartenhersteller bis zu 256 MByte DDR1- oder DDR2-SDRAM verwendet werden, wobei eine 128-Bit-Speicherschnittstelle genutzt wird. Unterschiede gibt es dabei im Speichertakt: Während Volari V8 Ultra und Volari V5 Ultra dem Referenz-Kartendesign zufolge mit 375 MHz (DDR1) bzw. 500 MHz (DDR2) getaktet werden, sind es bei Volari V8 und Volari V5 entweder 325 MHz (DDR1) bzw. 450 MHz (DDR2). Die Speicherbandbreite liegt bei 128 Bit.
Die vier neuen, jeweils in 0,13-Mikron-Prozesstechnik gefertigten Grafikprozessoren, mit denen XGI insbesondere durch niedrige Preise auftrumpfen will, unterstützen OpenGL-1.4- sowie DirectX 9.0-Effekte und verfügen entsprechend über vollwertige Version-2.0-Shader. Unterschiede zwischen der V8- und der V5-Serie gibt es dabei nur in der Anzahl der Pixel- und Vertex-Shader-Einheiten – anstelle der acht Render-Pipelines und vier Pixel-Shader-Einheiten der V8-Serie verfügt die V5-Serie nur über die Hälfte davon, während beide zwei Vertex-Shader-Einheiten zur Verfügung haben. Eine Primitive- und eine Tile-Engine sowie interne Farbkompression sollen dafür sorgen, dass unnötige Rechenoperationen vermieden bzw. die Bandbreite optimal ausgenutzt wird. Maximal können zwei Displays angesteuert werden, wobei Grafikkarten VGA-, DVI- und TV/Video-Ausgänge besitzen können. Video-Eingänge können ebenfalls integriert werden.
Für Hardcore-Gamer sollen Grafikkartenhersteller auch zwei Volari V8 Ultra bzw. zwei Volari V5 Ultra auf einer Karte plus maximal 256 MByte pro Grafikprozessor unterbringen können. Der primäre Grafikchip empfängt dabei die Anweisungen über den AGP-8X-Bus und leitet die für den sekundären Grafikchip gedachten Befehle über eine spezielle, "BitFluent Bridge" getaufte Direktanbindung mit einer Bandbreite von bis zu 2 GByte/s weiter.
Der sekundäre Grafikchip kann über den AGP-Bus auch eigene Anforderungen an den Treiber senden, der seinerseits die Befehle für die beiden Grafikchips separat verwaltet. Beide Grafikchips berechnen dabei Teile des Gesamtbildes parallel, wobei die vom zweiten Chip berechneten Bildteile in den Frame-Buffer des ersten Grafikchips kopiert und dann das Gesamt-Bild zum Display gesendet wird.
Zum Vergleich: Die im Consumer-Bereich bisher eine Ausnahme darstellenden Dual-Grafikchip-Lösungen Voodoo2-SLI, Voodoo5 und Rage Fury MaXX haben die Bilder zeilenweise oder aufeinander folgende Einzelbilder im Wechsel berechnet – vermutlich als Reaktion auf die XGI-Ankündigung von Dual-Konfigurationen zeigt ATIs Partner Sapphire derzeit eine "Sapphire Pro Maxx" mit zwei Radeon-9800-Pro-Grafikprozessoren auf der Computex, weist allerdings darauf hin, dass es sich nur um eine Produktstudie handle, die nicht auf den Markt kommen werde.
Für Notebooks hat XGI den Volari XP5 (250 MHz) im Programm, ein OpenGL-1.3- und DirectX-8.1-fähiger Grafikprozessor, der bis zu 128 MByte DDR1-SDRAM mit 250 MHz Speichertakt nutzen kann. Mit je einer Vertex- (Version 1.1) und einer Pixel-Shader-Einheit (Version 1.3) in Hardware und zwei Render-Pipelines sollen Notebooks damit auch für Spiele geeignet sein, müssen aber auf DirectX-9-Effekte – wie sie etwa das noch nicht erschienene Half-Life 2 einsetzt – verzichten. Mit dem XP5 können bis zu drei Displays (Notebook-LCD plus externe Displays) separat angesteuert werden. XGI bietet den Volari XP5m32 mit 32 MByte Speicher für kleine und leichte Notebooks, den Volari XP5m64 mit 64 MByte Speicher für leistungsstärkere Geräte und den XP5 mit 128 MByte für andere Marktsegmente an.
Bisher hat nur XGI Benchmarkwerte veröffentlicht, so soll die Volari-V5-Serie im 3DMark 03 über 2000 Punkte, die V8-Serie über 3000 Punkte und die Dual-Konfigurationen über 4000 (Volari Duo V5 Ultra) respektive über 5600 Punkte (Volari Duo V8 Ultra) erzielen. Der Notebook-Chip XP5 schafft laut Hersteller über 1000 Punkte im DirectX-Benchmark 3DMark 03. Die Werte für die Volari-Duo-Referenz-Grafikkarten klingen recht beachtlich, wie die Leistung der im Handel erhältlichen Karten aussehen wird, müssen unabhängige Tests zeigen, obwohl XGI auf seinem Computex-2003-Stand zum Selbertesten einlädt.
XGI hat bekannt gegeben, dass man zwecks Zusammenarbeit mit Systemintegratoren keinen Preiskrieg anzetteln will, um der Konkurrenz Marktanteile abzuringen. Stattdessen will man durch hohe Qualität Kunden für sich gewinnen. Obwohl die Chips nun fertig und lieferbar zu sein scheinen – sie waren zur CeBIT 2003 auch für das dritte Quartal 2003 angekündigt worden – haben die großen Grafikkartenhersteller bisher noch keine entsprechenden Produkte angekündigt. XGI arbeitet jedoch eigenen Angaben zufolge mit den wichtigsten PC- und Grafikkarten-Herstellern zusammen.