Mad Hatter: Sun stellt Desktop-Betriebssystem vor
Vor allem durch niedrigere Kosten will Sun Unternehmen von der Migration ihrer Desktop-Systeme von Windows auf das "Java Desktop System" (JDS) überzeugen, dessen Preis bei 100,- US-Dollar pro Arbeitsplatz und Jahr liegt. Damit sei das JDS rund 75 Prozent günstiger als vergleichbare Windows-Systeme.
"Nun gibt es eigentlich keine Argumente mehr, an kostenintensiven Desktop-Lösungen festzuhalten" , so Jonathan Schwartz, Executive Vice President Software bei Sun Microsystems. "Unternehmen und Organisationen können auf eine kostengünstige, konsequent auf offenen Standards basierende, interoperable und sichere Desktop-Alternative zurückgreifen."
Das Sun Java Desktop System basiert auf Linux und nutzt eine x86-basierte Plattform. Sun verspricht damit sowohl eine Senkung des Administrationsaufwandes als auch eine sichere, auf offenen Standards basierende und einfach zu bedienende Desktop-Umgebung. Diese soll sich problemlos in bestehende IT-Umgebungen einfügen und mit allen gängigen Dateiformaten, Applikationen, Systemen und Diensten zurechtkommen.
Suns integrierte Desktop-Lösung umfasst Applikationen wie StarOffice 7.0, Java, die Desktop-Oberfläche GNOME, den Browser Mozilla, Evolution von Ximian für die E-Mail- und Terminverwaltung sowie die Instant-Messaging-Anwendung GAIM. Das JDS unterstützt aktuelle Backoffice-Systeme, das neue Java Enterprise System und bestehende Datei- und Druckdienste. Auch eine aktuelle Version des Multimedia-Players von RealNetworks, der Adobe Reader von Adobe sowie eine sichere Nutzer-Authentifizierung durch die Java Card Plattform sind im Paket enthalten.
Für eine schnelle und effiziente Migration auf Suns Desktop-Alternative soll unter anderem der Migrationspartner EDS sorgen. Das Java Desktop System soll ab dem vierten Quartal 2003 für 100,- US-Dollar pro Anwender und Jahr verfügbar sein. Als Erweiterung des Sun Java Enterprise Systems erhalten Unternehmen die Desktop-Lösung zu einem Preis von jährlich 50,- US-Dollar pro Mitarbeiter.
Zudem kündigt Sun die neue Version 7.0 der Büro-Komplettsoftware StarOffice an, die auf OpenOffice 1.1 beruht. Zu deren Produktneuerungen zählen neben der Verbesserung der Im- und Exportfilter für die Dokumentformate von Microsofts Office-Paket auch die direkte Unterstützung von PDA-Dokumenten und der Export in das PDF-Format.
Der neue StarOffice Configuration Manager soll die Installation über das Netzwerk erleichtern und eine überarbeitete Bedienoberfläche – einschließlich Ein- und Ausgabehilfen für Menschen mit Behinderungen – soll die Bedienbarkeit vereinfachen. Das StarOffice Software Developer Kit (SDK) ermöglicht nach Unternehmensangaben die Integration in spezifische Unternehmensapplikationen und Anwendungen von Drittanbietern.