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Spieletest: Fluch der Karibik - Abenteuer auf hoher See

Spiel für PC und Xbox im Handel erhältlich. "Fluch der Karibik" läuft seit Anfang September 2003 erfolgreich in den deutschen Kinos, passend zum Film hat Ubi Soft auch ein Spiel unter demselben Namen für Xbox und PC in den Handel gebracht. Ziel ist es, sein virtuelles Alter Ego zu einem erfolgreichen Kapitän zu machen und sich dabei nicht nur im Handel, sondern auch in zahlreichen Schwert- und Seegefechten zu bewähren.
/ Thorsten Wiesner
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Trotz des identischen Namens haben das Spiel und der Film allerdings nicht besonders viel miteinander zu tun - der Titel befand sich bei Bethesda schon seit einiger Zeit in der Entwicklung und sollte eigentlich unter dem Namen "Sea Dogs 2" erscheinen. Da Disney aber noch ein Spiel zum eigenen Film suchte, wurde das Programm kurzerhand umbenannt und um einige wenige, dem Film angepasste Elemente erweitert. Wer also auf eine Spielumsetzung von Johnny Depp hofft, wird enttäuscht - der Spieler schlüpft stattdessen in die Rolle des jungen Nathaniel Hawk und setzt alles daran, diesen zu einem erfolgreichen und berühmten Seefahrer zu machen.

In einem kurzen Tutorial erlernt man die grundsätzlichen Steuerelemente - und verliert dabei schon fast die Lust, weiterzuspielen. Denn die Bedienung des Spiels ist alles andere als simpel und eingängig: Beständig bleibt man an Gegenständen und Wänden hängen, die Kamera verdeckt einem immer wieder die Sicht auf wichtige Gegenstände oder sogar auf spätere Gegner, und das umständliche Menüsystem verlangt sehr viel Einarbeitungszeit, bis man es halbwegs gekonnt bedienen kann.

Sind diese ersten Frustmomente überstanden, kann man sich auf das eigentliche Spiel konzentrieren: Hier bieten sich recht viele Möglichkeiten, an bessere Schiffe oder gar eine ganze Flotte von bis zu vier Schiffen, neue Mitstreiter und ersten Reichtum zu kommen: Friedliebende Charaktere werden versuchen, durch Handel Geld in die Kasse zu spielen, wer lieber harsch vorgeht, kann sich in Schwert- oder Pistolen-Duellen mit anderen Raufbolden messen.

Wichtig für das jeweilige Vorgehen sind die Charakterwerte, über die man verfügt. Wer etwa nur wenig Punkte im Nahkampf besitzt, sollte tunlichst jegliches Duell vermeiden - zwar bestimmt man selbst per Knopfdruck, wann und wie oft zugeschlagen wird, der Sieg hängt aber letztendlich mehr von den eigenen Werten und weniger vom Geschick des Spielers ab. Ähnliches gilt auch in anderen Bereichen: Ohne einen guten Glückswert wird man im Glücksspiel nur wenig Erfolg haben. Je nach eigener Ausrichtung empfiehlt es sich also, die im Spielverlauf erworbenen neuen Punkte vor allem zur Aufbesserung der für die eigenen Präferenzen wichtigen Werte zu nutzen.

Natürlich verbringt man seine Zeit aber nicht nur an Land in Tavernen oder Handelshäusern, sondern schippert auch auf dem weiten Meer herum, um die Wege zwischen den einzelnen Inseln zurückzulegen. Und auch hier wird man ein ums andere Mal in Gefechte mit anderen Schiffen verwickelt, die auf Grund ihrer Dauer manchmal allerdings viel zu ermüdend sind. Beeindruckend ist es allerdings, wenn man bereits über ein größeres Schiff verfügt und damit ein Fort angreift - sowohl taktisch als auch optisch ein absoluter Höhepunkt. Für böse Überraschungen sorgen auf hoher See Stürme und Wirbelwinde, die es einem sehr schwer machen, das eigene Schiff auf Kurs zu halten.

Durch die Übernahme verschiedener Aufträge lässt sich die Kasse zusätzlich aufbessern, allerdings sollte man mögliche Folgen seiner Handlungen bedenken: Wer als Kopfgeldjäger agiert, wird auf manchen Inseln schon bald eher skeptisch beobachtet, eifrige Händler hingegen erwerben sich einen guten Ruf und können zum Beispiel andere ehrbare Kaufleute zu ihrem Schutz eskortieren.

Die Präsentation von Fluch der Karibik ist ein wenig zweispältig: Einerseits sehen das Meer und die einzelnen Schiffe beeindruckend gut aus, und auch an Land gibt es viele optische Leckerbissen wie sich realistisches wiegendes Gras und Ähnliches zu entdecken, auf der anderen Seite könnten insbesondere die Charaktere ruhig etwas detaillierter sein. Xbox-Spieler werden sich zudem öfter verwundert die Augen reiben: Das Spiel ruckelt an manchen Stellen so deutlich, dass man das Gefühl hat, einen zu alten PC für den Titel zu benutzen.

Fazit:
Wer gern an den Computerspiele-Klassiker "Pirates" zurückdenkt, wird "Fluch der Karibik" viel abgewinnen können, denn je nach eigenem Geschmack kann man hier durch Handel reich werden, sich beständig mit anderen Kapitänen duellieren oder aber auf See das eigene Freibeuterherz ausleben. Grobe Mängel bei der Bedienung, die viel zu langwierigen Seeschlachten und technische Mankos trüben allerdings den Spielspaß recht erheblich.


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