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GNOME 2.4 - bessere Unterstützung für Behinderte

Mehr als 100 Neuerungen und elf neue Applikationen in GNOME 2.4. Der freie Unix- und Linux-Desktop GNOME ist in der Version 2.4 erschienen und bringt dabei elf neue Applikationen und über 100 weitere kleinere Neuerungen mit. Neu dabei ist unter anderem der Web-Browser Epiphany 1.0, der auf Mozillas Rendering-Engine Gecko basiert, sich aber auf ein minimalistisches User-Interface beschränkt.
/ Jens Ihlenfeld
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GNOME 2.4 bringt vor allem eine verbesserte Bedienung für behinderte Nutzer mit, die sich durch alle Bereiche des Desktops erstreckt. Mit Gnopernicus fanden zudem ein Screen Reader und eine Bildschirmlupe Einzug in GNOME, die von der Baum Retec AG(öffnet im neuen Fenster) entwickelt wurde. Gnopernicus soll vor allem Sehbehinderten die Nutzung des Desktops erleichtern. Dazu unterstützt Gnopernicus ein automatisches Fokus-Tracking sowie eine Vergrößerung im Vollbild. Zudem können viele Applikationen über eine Sprach- und Braille-Ausgabe genutzt werden.

Mit GOK(öffnet im neuen Fenster) verfügt GNOME über eine vom Adaptive Technology Ressource Center(öffnet im neuen Fenster) entwickelte dynamische Bildschirm-Tastatur, die es GNOME-Nutzern erlaubt, den Desktop ohne herkömmliche Tastatur oder Maus zu bedienen. Dabei wird eine Vielzahl von derzeit auf dem Markt befindlichen Eingabegeräten für Behinderte unterstützt, die eine Steuerung mit minimalen Bewegungen z.B. mit den Fingern, dem Kopf oder Muskelkontraktionen der Lippen bzw. einen Augenaufschlag ermöglichen.

Nautilus, der Dateimanager von GNOME, erlaubt es, in der Version 2.4 direkt per Drag and Drop CDs zu brennen und die Eigenschaften von mehreren Dateien gleichzeitig zu ändern. Zudem werden Desktop-Objekte nun im Speicher gehalten, statt als Dateien im Desktop-Verzeichnis abgelegt zu werden. Beim Starten von Applikationen erscheinen entsprechende Hinweise.

Das GNOME-Panel wurde vereinfacht und die verschiedenen Panel-Typen durch einen konfigurierbaren Typen ersetzt. Dabei lässt sich das Panel frei in der Größe verändern und verschieben, auch mit der Tastatur. Auch ein Dialog zum Starten von Applikationen wurde hinzugefügt und der Xinerama-Support für Mehrschirmsysteme verbessert.

Dem Texteditor Gedit hat man Syntax-Hervorhebungen spendiert, wobei derzeit Ada, C, C++, IDL, Java, HTML, Latex, XML, Perl und Python unterstützt werden. Das Kontrollzentrum bekam mit Themus einen neuen Theme-Manager sowie ein neues Font-Management-System und einen Dialog zur Einstellung von GNOMEs Accessibility-Features. Zudem werden die Möglichkeiten der XrandR-Erweiterung von X 4.3 im Kontrollzentrum unterstützt.

GnomeMeeting ermöglicht Internet-Telefonie und Video-Konferenzen einschließlich der Unterstützung von "callto:"- und "h323:"-URIs. Dabei ist GnomeMeeting kompatibel zu H.323, so dass über die Software mit allen Geräten, die diesen Standard ebenfalls unterstützen, kommuniziert werden kann.

Der Taschenrechner Gcalctooll ersetzt den GNOME Calculator. Er unterstützt unter anderem Basisfunktionen für Finanz- und Wissenschaftsmathematik sowie zehn Speicherplätze für Zahlen. Mit Zenity verfügt GNOME zudem über ein neues Werkzeug zur Erstellung von Eingabe-Dialogen, das sich auch aus Shellscripten heraus auf einfache Art und Weise ansteuern lässt. Gucharmap hingegen erlaubt eine bequeme Auswahl von Unicode-Zeichen und ersetzt so die gnome-character-map.

Mit dem auf XPDF basierenden GPDF verfügt GNOME nun über einen qualitativ hochwertigen, integrierten PDF-Betrachter.

GNOME läuft unter zahlreichen Unix-artigen Betriebssystemen, darunter GNU/Linux, Solaris, HP-UX, BSD und Apples Darwin und kann unter gnome.org(öffnet im neuen Fenster) sowie diversen Mirrors(öffnet im neuen Fenster) heruntergeladen werden. Der Desktop unterstützt auch bidirektionale Schriften sowie insgesamt 42 Sprachen teilweise, 29 davon zu mindestens 80 Prozent.

Mit Garnome(öffnet im neuen Fenster) steht zudem eine GNOME-Distribution zur Verfügung, die aus den aktuellen GNOME-Quellen das Desktop-System installiert.

Die kommende stabile Version 2.6 des GNOME-Desktops soll in rund sechs Monaten erscheinen, auf der nächsten Version von GTK+ basieren und neue "Combo-Widgets" sowie Erweiterungen für die Menüs und Toolbars mitbringen.


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