Spieletest: Otogi - Asiatische Kampfkunst und Magie
Neuer Sega-Titel für die Xbox. Sega hat schon das ein oder andere Mal bewiesen, dass sie in der Lage sind, technisch einiges aus der Xbox herauszuholen – man denke nur an den optischen Hochgenuss Panzer Dragoon Orta. Mit dem asiatisch angehauchten Hack&Slay Otogi wartet nun schon der nächste grafische Leckerbissen auf Besitzer der Microsoft-Konsole.
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Nicht gerade ein typischer Spielbeginn: In Otogi erfährt man nach Einlegen der Programm-Disc zunächst einmal, dass man tot ist. Dank einer übernatürlichen Macht wird man aber auch gleich wieder ins Leben zurückgeholt – schließlich muss sich ja irgendwer um die unzähligen Dämonen kümmern, die gerade dabei sind, das alte Japan zu besetzen. Und so darf man gleich von Beginn an das tun, was auch in den folgenden knapp 30 Missionen das Spielgeschehen dominiert: mit Schwertern und zum Teil auch anderen Waffen auf unzählige Monster einprügeln.
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Allerdings muss man sich dabei nicht mit einfachen Schlägen zufrieden geben. Der Spielheld Raiko ist vielmehr ein Charakter, der nicht nur über eine erstaunliche Beweglichkeit verfügt und im besten Tiger&Dragon-Stil mit Doppelsprüngen an Wänden hochklettern kann, sondern auch im Kampf äußerst vielseitig agiert. Prinzipiell braucht man zwar nur zwei Knöpfe zum Durchführen von Angriffen, durch mehrmaliges Drücken der Buttons und gezielte Schläge führt man aber optisch spektakuläre und äußerst durchschlagkräftige Combos durch. Vor allem in Kombination mit der Beweglichkeit von Raiko sind so Angriffe möglich, die auch Fans von Martial-Arts-Akrobatik begeistern dürften.
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Zusätzlich besitzt Raiko allerdings auch magische Fähigkeiten, so dass er Gegner auch mit Zauberattacken ausschalten kann. Einige der Zauber beherrscht er von sich aus, andere können zwischen den einzelnen Leveln hinzugekauft werden. Für Magieattacken – die je nach Länge des Knopfdrucks mal stärker und mal schwächer ausfallen – wird allerdings Energie benötigt, die man im Spiel durch das Einsammeln der Seelen toter Gegner wieder auffrischen kann. Lebensenergie hingegen wird mit der Zeit von selbst wieder regeneriert.
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Jeder Level wartet mit einer unterschiedlichen Aufgabe auf, allerdings ist meist nicht viel mehr zu tun als alle Dämonen aus einem im Nebel versunkenen Waldstück bzw. einem alten Tempel zu vertreiben oder aber ein paar magische Spiegel zu zerstören. Dabei kann man seinen Aggressionen übrigens freien Lauf lassen – Raiko zerlegt mit gut platzierten Schwerthieben auch Brunnen, Bäume und ganze Häuser in Schutt und Asche. Von Zeit zu Zeit gibt es auch kleinere Geschicklichkeitseinlagen, die auf Grund der etwas störrischen Kamera leider für ein wenig Frust sorgen. Ähnliches gilt für die teils mehrere Bildschirme großen Endgegner, für die man meist schon einige Versuche braucht, bis man sie wirklich besiegt hat.
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Optisch ist Otogi ein wahrer Augenschmaus: Zwar sind alle Szenerien recht düster – was das Spiel aber an stimmungsvollen Schauplätzen zu bieten hat, macht ebenso sprachlos wie die zahllosen Licht- und Partikel-Effekte. Mit denen meinte man es allerdings fast schon ein bisschen zu gut: Gerade in heftigeren Gefechten verliert man vor lauter glitzernden Explosionen und Lichtkegeln am Bildschirm schon mal vorübergehend den Überblick und weiß nicht mehr, ob und wenn ja wo noch Gegner auf einen warten. Übrigens haben die Entwickler Otogi noch ein kleines Rollenspielelement spendiert: Durch erfolgreiche Kämpfe steigt man im Rang auf und kann so stärkere Waffen und Zauber erwerben und nutzen.
Otogi ist exklusiv für die Xbox erhältlich, Umsetzungen für andere Systeme sind derzeit nicht geplant.
Fazit: Spielerisch fehlt Otogi auf Dauer sicherlich ein wenig Abwechslung – das beständige Monster- und Dämonen-Gekloppe verlangt dem Spieler nur schnelle Reaktion und praktisch überhaupt kein Gehirnschmalz ab. Auf Grund der phänomenalen Präsentation, der extremen Agilität des Helden und der stimmungsvollen Atmosphäre sieht man darüber aber gerne hinweg – wer sich nicht daran stört, stundenlang Monster niederzuringen, wird seine wahre Freude mit Otogi haben.