Wau Holland Stiftung gegründet - Aufruf zu "Datenspenden"
Die WHS Stiftung mit Hauptsitz Berlin ist formal eigenständig und wurde gegründet von Günter Holland-Moritz, Wau's Vater, Menschen aus dem Chaos Computer Club (CCC) und solchen, die Holland nahe standen. Bereits vorbereitet wurde die Gründung der WHS auf dem 18. Chaos Communication Congress im Dezember 2001, zu diesem Zeitpunkt fehlte allerdings noch etwas Gründungskapital. Erstmals öffentlich präsentieren will sich die WHS nun unter dem Motto "Stiftet Daten!" am 13. September 2003 auf dem Stiftungstag im Roten Rathaus in Berlin.
Der ebenfalls zum erstem Mal stattfindende Berliner Stiftungstag(öffnet im neuen Fenster) soll den Kontakt zwischen den Mitgliedern bestehender Stiftungen fördern, zur Gründung neuer Stiftungen ermutigen und damit das bürgerschaftliche Engagement anregen. Auf dem Stiftungstag werden Vertreter von Stiftungen zur Information und zum Austausch zusammentreffen, gleichzeitig wird aber auch gegenseitiger Dialog mit den Bürgern, den Medien und Vertretern der Politik gesucht.
Außer dem Unterhalt des Archivs will sich die Wau Holland Stiftung einsetzen für weltweite Informationsfreiheit, Recht auf Bildung sowie die Förderung von Zivilcourage mit elektronischen Mitteln. Förderungswürdig seien beispielsweise Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Berufsbildung im weitesten Sinne, Kurzschrift für Computer und Weiteres, heißt es in einer Mitteilung zur Gründung des WHS. Aktuelle WHS-Projekte sind eine Computerschule für kriegsbehinderte Kinder (Kosovo), "Die Lese-Maschine" (interaktive Enzyklopädie), eine Buchveröffentlichung über Wau Holland vom Piper Verlag und eine Sonderausstellung "Datengarten" im Nixdorf Museum (künstlerische Leitung: Medien-Künstlerin Rena Tangens, FoeBud e.V.).
Für das Projekt "Die Lese-Maschine" wird mit dem WHS erstmals eine Stiftung zum Datenspenden aufrufen. Diese interaktive Enzyklopädie soll Menschen das Filtern von Informationen lernen sowie lehren helfen und somit Medienkompetenz schaffen. Zu den Leistungen der Lese-Maschine zählen: Weltwissen so aktuell und gesichert wie möglich vorhalten, Fragen unterstützen, große Textmengen nach eigenen Aspekten vergleichen können, Vernetzungsgrad und "Wissenschaftlichkeit" anzeigen, Tendenzen aufzeigen, Zitate und Floskeln erkennen und zuordnen, feststellen was neu oder noch aktuell ist, Bekanntheit neuer Ansätze und die Veröffentlichungsbreite ermitteln, Medienprofile sowie Einfluss von Presse und Politik profilieren. Profitieren sollen davon Bürger, Schüler, Eltern und Lehrer, Bibliotheken (Uni-Bibliotheken entwickeln derzeit komplexe Filterverfahren), die institutionalisierte Öffentlichkeit, Rechercheure, Archivare, Sekundärwissenschaften, Journalisten, Historiker, Soziologen, Studierende und die maschinenlesbare Regierung.
Die von zwei jungen Programmierern geschaffene Lese-Maschine kombiniert Sprachanalyse-Programme mit Internet-Techniken zu einem Bayes-basierten Enzyklopädie-Programm, welches "immer klüger wird und macht", so die WHS. Allerdings brauche die Lesemaschine mehr Daten und sei auf rege Teilnahme der Nutzer angewiesen, da es nicht nur darauf ankomme, dass gelistet wird, was die offiziellen Quellen sagen, sondern was der Nutzer fragt oder kommentiert. "Die Leser eines Buches wissen in der Summe mehr als der Schreiber" , so die Vision des Projekts. Die Form der Frage, das Sammeln ähnlicher Fragen eigne sich zur Vernetzung, Vertiefung, Handlung und mache Bürger zu einem aktiven Mitglied der Gemeinschaft und verankert sie vermehrt im kulturellen Leben. Der größte kulturschaffende Faktor sei Kommunikation.
Näheres zur Stiftung und den Projekten findet sich unter www.wauland.de(öffnet im neuen Fenster) .



