Europaweite Raubkopierer-Gruppe mit Onlineshop aufgeflogen
Der Marktwert der von ihnen europaweit verkauften urheberrechtlich geschützten Software liegt den Erkenntnissen der Fahnder zufolge bei etwa 1,15 Millionen Euro.
Der 35-Jährige hatte ursprünglich einen legal erscheinenden Onlineshop im Internet betrieben. Auf dieser Basis richtete er eine internetgestützte Bestellannahme und -abwicklung ein. Gegen die Barzahlung an ein Postfach verkaufte er dann die illegal kopierte Software, unter anderem Programme, Filme, pornografisches Material und Spiele. Der Onlineshop wurde später, vermutlich aus Angst vor Entdeckung, als "Offline"-Shop betrieben: Kunden wählten aus einem passwortgeschützten Katalog auf CD aus und bestellten per E-Mail. Auch gegen sie wurde und wird ermittelt. Bundesweit wurden nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft 370 Verfahren eingeleitet.
Erste Hinweise auf die Machenschaften der Täter ergaben sich aus einer Strafanzeige der "Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU)". Deren Mitarbeiter hatten über eine Bestellung und der anschließenden Lieferung von Raubkopien Hinweise für die Ermittlungen gegeben.
An mehreren Orten im Bundesgebiet beschlagnahmten Beamte dann über 20.000 raubkopierte CDs, zehn Computeranlagen, Laptops und Zubehör. Allein auf den PC-Anlagen und Datenträgern des 35-jährigen Haupttäters fanden sich Raubkopien im Wert von über 300.000 Euro. Die Täter hatten die Software ihrerseits von einem Raubkopie-Großhändler aus Niedersachsen bezogen, dem Anfang dieses Jahres vom LKA Hannover das Handwerk gelegt werden konnte. Von dort wurden im monatlichen Abonnement bis zu 150 CDs wöchentlich bezogen.
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