Abo
  • Services:

Interview: Deutsche Spieleentwickler im Ausland chancenlos?

Golem.de: Ubi Soft hat eines seiner großen Entwicklungsstudios in Montreal/Kanada. Was sind die Gründe dafür, dass man sich dort angesiedelt hat? Erfährt man dort Unterstützung, die es in dieser Form etwa in Deutschland nicht gibt?

Stellenmarkt
  1. CSL Behring GmbH, Marburg, Hattersheim am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart

Limpach: Generell ist das Zusammenspiel zwischen Stadt, Staat und Unternehmen in Montreal sehr gut. Vor der Ansiedlung in Kanada fanden Treffen auf höchster Ebene statt. Letztendlich hat sich Kanada um unsere Branche sehr bemüht. Flexibilität und Bürokratieabbau wurden hierfür vorgelebt und waren für uns als Unternehmen direkt erfahrbar. Hier zu Lande wird darüber bislang nur diskutiert. Neben der aktiven Förderung auf kommunaler und staatlicher Ebene kann aus anderen Technologiebranchen und Universitäten leicht auf qualifizierte Mitarbeiter zurückgegriffen werden. Montreal bietet außerdem neben niedrigen Lebenshaltungskosten und einem reichen Kultur- und Freizeitangebot den Vorteil der Zweisprachigkeit an, was Kommunikationsprobleme extrem minimiert. Gleichzeitig ist man aber dem wichtigen Markt USA ganz nahe.

Andere Gründe liegen natürlich auch in den berühmten "Wettbewerbsnachteilen", die auch ganz andere Branchen beeinflussen und über die man zurzeit tagtäglich in den Zeitungen liest. Risikokapital und Investionen fließen nun einmal in Länder, die über hervorragend ausgebildete Mitarbeiter verfügen und in denen gleichzeitig die Steuerlast und Lohnnebenkosten gering sind. Speziell für unsere Branche kommt dann noch hinzu, dass in diesen Ländern ein Vorsprung durch eine gewisse Videospielkultur und -tradition existiert, in der unsere Industrie wie selbstverständlich Kontakte zu Colleges und Universitäten unterhält, hier Personal rekrutiert und entsprechend gesellschaftlich akzeptiert wird.

Die deutsche Politik ist dagegen etwas schwerfällig: Ein Programm, das 10.000 so genannte "GreenCard-Inder" für die IT-Industrie bewilligt, von denen dann nur ein Bruchteil kommt, ist tagelang in allen Medien präsent und wird öffentlich diskutiert. Dass unsere Industrie aber auf höchstem technischen Niveau Programmierer, Grafikdesigner und Internetspezialisten einsetzt, hat sich weder bei der Regierung noch bei potenziellen Bewerbern rumgesprochen. Natürlich können wir in unserem deutschen Studio nicht von jetzt auf gleich hunderte Stellen schaffen. Aber als internationaler Publisher können wir interessante Spielideen aus Deutschland finanzieren, vermarkten und weltweit distribuieren, wie z.B. Far Cry. Also erhöht jede Hilfe aus dem öffentlich-rechtlichen Sektor für unabhängige Spieleschmieden sofort die Chance, Arbeitsplätze zu sichern und - wenn dort ein potenzieller Spielehit entsteht - neue Arbeitsplätze zu schaffen.

 Interview: Deutsche Spieleentwickler im Ausland chancenlos?Interview: Deutsche Spieleentwickler im Ausland chancenlos? 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. ES Blu-ray 10,83€, Die nackte Kanone Blu-ray-Box-Set 14,99€)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Steffen Reinke 01. Feb 2004

Wie es im Ausland ausschaut, kann ich im moment schlecht beurteilen. Ich würde aber eher...

Azrael 26. Jan 2004

Der witz war: beim 2. versuch war da WIRKLICH ein 3-köpfiger affe... Und alels wegen dem...

Azrael 26. Jan 2004

Der Clou in 3D gibts doch, nennt sich der clou 2. hab ich sogar hier stehen... aber 1 war...

HAL9000 08. Sep 2003

Finanzielle/wirtschaftliche Unterstützung durch den Staat - na klar, wieso nicht?! Am...

M.U.L.E 08. Sep 2003

Das kommt davon, daß Spieleschmieden wie Ascaron trotz lächerlicher Produkt doch immer...


Folgen Sie uns
       


Apple Pay ausprobiert

Dank Apple Pay können nun auch Nutzer in Deutschland kontaktlos mit ihrem iPhone bezahlen. Wir haben den Dienst bei unserem Lieblingscafé ausprobiert.

Apple Pay ausprobiert Video aufrufen
Datenleak: Die Fehler, die 0rbit überführten
Datenleak
Die Fehler, die 0rbit überführten

Er ließ sich bei einem Hack erwischen, vermischte seine Pseudonyme und redete zu viel - Johannes S. hinterließ viele Spuren. Trotzdem brauchte die Polizei offenbar einen Hinweisgeber, um ihn als mutmaßlichen Täter im Politiker-Hack zu überführen.

  1. Datenleak Bundestagsabgeordnete sind Zwei-Faktor-Muffel
  2. Datenleak Telekom und Politiker wollen härtere Strafen für Hacker
  3. Datenleak BSI soll Frühwarnsystem für Hackerangriffe aufbauen

Schwer ausnutzbar: Die ungefixten Sicherheitslücken
Schwer ausnutzbar
Die ungefixten Sicherheitslücken

Sicherheitslücken wie Spectre, Rowhammer und Heist lassen sich kaum vollständig beheben, ohne gravierende Performance-Einbußen zu akzeptieren. Daher bleiben sie ungefixt. Trotzdem werden sie bisher kaum ausgenutzt.
Von Hanno Böck

  1. Sicherheitslücken Bauarbeitern die Maschinen weghacken
  2. Kilswitch und Apass US-Soldaten nutzten Apps mit fatalen Sicherheitslücken
  3. Sicherheitslücke Kundendaten von IPC-Computer kopiert

Slighter im Hands on: Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist
Slighter im Hands on
Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist

CES 2019 Mit Slighter könnte ausgerechnet ein Feuerzeug Rauchern beim Aufhören helfen: Ausgehend von den Rauchgewohnheiten erstellt es einen Plan - und gibt nur zu ganz bestimmten Zeiten eine Flamme.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Smart Tab Lenovo zeigt Mischung aus Android-Tablet und Echo Show
  2. Royole Flexpai im Hands on Display top, Software flop
  3. Alienware Area 51m angesehen Aufrüstbares Gaming-Notebook mit frischem Design

    •  /