Microsoft - Kaum Argumente gegen Linux und OSS

Microsoft versucht, Partner und Kunden über Linux und OSS aufzuklären

Microsoft gab vom 1. bis 3. September 2003 auf seinem Partner- und Kunden-Kongress Triforium 2003 im Berliner Estrel Convention Center Einblicke in aktuelle IT-Themen sowie die strategische und visionäre Ausrichtung von Microsoft. Dabei spielte auch das Thema Linux und Open Source ein Rolle.

Artikel veröffentlicht am ,

So moderierte Franz Neumeier, Chefredakteur des Computermagazins PC Professional, eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wert und Nutzen unterschiedlicher Software-Welten - eine Podiumsdiskussion zur Microsoft Plattform im Vergleich zu Open Source Produkten". Dabei lag für Neumeier die Notwendigkeit für eine sachliche Diskussion klar auf der Hand. Nachdem, so Neumeier, beispielsweise Müncher Politiker auf "platte Parolen hereingefallen sind" und sich für den Einsatz von Linux und freier Software entscheiden haben, sei es an der Zeit, eine weniger polemische Diskussion zu führen.

Stellenmarkt
  1. Senior Consultant IT-Security (m/w/d) SIEM Engineer
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
  2. System Specialist Batchimplementierung / -Steuerung (m/w/d)
    Allianz Deutschland AG, Stuttgart
Detailsuche

Die Problematik einer möglichen Abhängigkeit, in die sich Unternehmen, die auf Microsofts Technologien setzten, möglicherweise begeben, stand im Zentrum der Diskussionsrunde, die mit Vertretern von Microsoft sowie Partnern und Kunden des Unternehmens sowie Vertretern von Marktforschungsunternehmen wenig ausgeglichen besetzt war. Wolfgang Ebermann, Direktor Mittelstand & Partner bei Microsoft Deutschland, stellte dabei klar, dass man keinen Kunden zwinge, sich für Microsoft zu entscheiden.

Für Joachim Wetzel, Systemadministrator der Stadtverwaltung Rees, ist Microsofts Lösung einfach praktikabler, die Administration optimal. Die Frage nach einer Alternative stelle sich daher nicht, schließlich wolle er auch etwas Freizeit haben und kein "Jugend-forscht-Klima". Aus seiner Sicht ist eine Entscheidung von Verwaltungen für Open Source nur dann tragbar, wenn diese mit einer deutlichen Aufstockung des Personals einhergeht.

Darüber hinaus stellte das Podium die Innovationskraft der Linux-Entwickler in Frage. So sei Linux zwar recht schnell, wenn es darum gehe, neue Standards zu implementieren, die Entwicklung neuer Standards gehe aber von Unternehmen aus, so Frank Fischer, Consultant bei Microsoft. Für Moderator Neumeier stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage: "Ist Linux abhängig von Standards des Monopolisten und somit nur scheinunabhängig?"

Darüber hinaus spielte der Punkt der Kosten für Microsoft eine entscheidende Rolle, so dass diesem Thema ein eigener Vortrag unter dem Titel "Kostenvorteile durch den Einsatz von Linux/OSS - Mythos oder Realität? Eine kritische Analyse und Gegenüberstellung in Szenarien und Fakten" gewidmet wurde. Microsofts eigenem Anspruch einer differenzierten Betrachtung vor dem Hintergrund, dass ein pauschales Urteil zur Kostensituation mit Linux/OSS den unterschiedlichen Anforderungen der Unternehmenspraxis nicht gerecht wird, konnte Microsoft dabei nicht halten.

So zitierte Alfons Stärk, Chief Technical Sales Engineer bei Microsoft Deutschland, lediglich eine im Auftrag von Microsoft durchgeführte IDC-Studie zum Thema "Windows 2000 vs Linux für Unternehmensanwendungen", die Windows in den vier von fünf Bereichen geringere "Total Cost of Ownership (TCO)" bescheinigt als Linux.

Daneben stellte Mario Wendt von der Infora GmbH eine von seinem Unternehmen durchgeführte "Studie zur Migration von Windows NT 4.0 auf aktuelle Windows-Versionen bzw. Linux vor. Darin vergleicht Infora die anfallenden Migrationskosten, um von bestehender, durch Windows NT 4.0 dominierter Infrastruktur auf eine reine Windows- bzw. Linux-Lösung sowohl auf Server- als auch auf Client-Seite umzustellen. Dabei fällt das Ergebnis einer Kosten-/Nutzenanalyse zwar eindeutig für Windows aus, doch Wendt räumt ein, dass ein solcher Vergleich kaum eine praktische Relevanz besitzt, vielmehr sei hier nach den konkreten Ausgangsbedingungen, Anforderungen und Zielen von Unternehmen und Verwaltungen zu differenzieren. Anhaltspunkte dafür gab Wendt indes nicht.

Insgesamt tat sich Microsoft dabei schwer, den eigenen Kunden und Partnern konkrete und stichhaltige Argumente an die Hand zu geben, die zu einer Entscheidung für Microsofts Lösungen führen, sofern sich Linux und andere Open-Source-Software als Alternative anbietet. Vor diesem Hintergrund kann auch Peter O'Neil, Analyst bei der META Group, kaum überraschen. Er sieht mittel- bis langfristig zwei ernst zu nehmende Plattformen, Windows und Linux. Letzteres werde dabei kurzfristig vor allem Suns Solaris aus den Rechenzentren verdrängen, mittelfristig aber auch andere Unix-Derivate wie IBMs AIX.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mozilla
Firefox verliert 20 Prozent Nutzer in zweieinhalb Jahren

Die offiziellen Nutzer-Statistiken des Firefox-Browsers sehen für Mozilla nicht gut aus. Immerhin wird der Browser intensiver genutzt.

Mozilla: Firefox verliert 20 Prozent Nutzer in zweieinhalb Jahren
Artikel
  1. Google, Mozilla, Telegram: Youtube schaltet testweise für 7 Euro die Werbung ab
    Google, Mozilla, Telegram
    Youtube schaltet testweise für 7 Euro die Werbung ab

    Sonst noch was? Was am 2. August 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Dice: Mietserver für Battlefield 2042 möglicherweise später
    Dice
    Mietserver für Battlefield 2042 möglicherweise später

    Zum Start von Battlefield 2042 wird es keine RSP-Mietserver geben. Dennoch sollen Spieler eigene private Partien eröffnen können.

  3. Astronomie: Flüssiges Wasser auf dem Mars war wieder ein Irrtum
    Astronomie
    Flüssiges Wasser auf dem Mars war wieder ein Irrtum

    Unter der südlichen Polkappe des Mars sollte es flüssiges Wasser geben. Spekulationen über Seen mit Leben waren aber voreilig.

gastl 07. Sep 2003

Microsoft-Produkte sind anfällig gegen Viren/Würmer, die durch das Internet verbreitet...

GhostTyper 05. Sep 2003

Zeig mir doch mal auch nur eine Funktion die es nicht scohn Jahre vorher in OS/2, MacOS...

GhostTyper 05. Sep 2003

und was ist, wenn die firma ihre useraccounts, etc behalten will? ich denke das spielt...

GhostTyper 05. Sep 2003

wo ligt dabei das problem?

Michael 05. Sep 2003

Jetzt geht das schon wieder los! Also wenn schon Games, dann bitte Atari. Ist doch auch...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • Samsung Odyssey G5 (34 Zoll, 165 Hz) 399€ • 15% auf Xiaomi-Technik • McAfee Total Protection ab 15,99€ • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Final Fantasy VII HD Remake PS4 25,64€ [Werbung]
    •  /