Interview: Schwarzenberg - Konkurrenz für Splinter Cell?
Der Spieler versucht – in der Rolle eines Wissenschaftlers -, Klarheit in das Dunkel zu bringen, und dringt dabei immer tiefer in eine düstere und mysteriöse Geschichte ein.
Golem.de: Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, das kleine Städtchen Schwarzenberg und die mysteriösen Geschehnisse rund um die Stadt als Grundlage für ein Spiel zu benutzen?
Golem.de: Kannst du eventuell kurz die Hintergrundgeschichte des Spieles skizzieren?
Golem.de: In welchem Verhältnis werden sich beim fertigen Spiel reale Ereignisse und Fiktion gegenüberstehen?
Golem.de: Für ein aus Deutschland stammendes Entwicklerteam ist es ja eher ungewöhnlich, ein Spiel zu entwickeln, das Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges und des Nazi-Regimes thematisiert, viele würden sich da wahrscheinlich gar nicht rantrauen. Motiviert euch das zusätzlich, oder spielen derartige Erwägungen für euch überhaupt keine Rolle?
Beyreuther: Dass Schwarzenberg ein "Nazi-Thema" ist, ist für uns eher ein Nebeneffekt. Die Geschichte war da – und spielte eben in dieser Zeit. Das Ganze ist auch als Trilogie geplant, deren zweiter Teil in den Fünfzigern spielt. Allerdings muss man im Zusammenhang mit dem Dritten Reich viele Fragen mit einer gewissen Ernsthaftigkeit angehen, besonders als deutsches Team. Unser Schwarzenberg ist ganz bewusst kein "Nazi-Spiel". Es spielt ja auch kurz vor und kurz nach dem Ende des Krieges. Schon durch die Autoren wurden bestimmte Thematiken – wie das Zeigen von Fahnen etc. – mit großer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit angegangen.
Golem.de: Kannst du eventuell etwas mehr zum eigentlichen Gameplay verraten? Wie groß wird der Rätsel-, wie groß der Action-Anteil werden?
Golem.de: Die Thematik des Spiels ist so ausgerichtet, dass ihr damit auch auf internationalem Parkett – etwa in den USA – auf großes Interesse stoßen könntet. Wie wichtig ist es euch, ein Spiel zu machen, das nicht nur in Deutschland funktioniert? Denkst du, dass viele deutsche Entwicklerteams den Fehler machen und ihre Spiele zu sehr an den Bedürfnissen des deutschen Marktes ausrichten?
Golem.de: Ihr verwendet für Schwarzenberg eure eigene Nebula-Engine, deren Code ihr allen Interessierten seit einiger Zeit frei zur Verfügung stellt. Hat sich die Entscheidung, die Engine allen frei zugänglich zu machen, aus eurer Sicht bereits als Erfolg herausgestellt?
Golem.de: Ihr befindet euch derzeit in Verhandlungen mit mehreren Publishern. Ist es schwierig, diese von eurem aktuellen Projekt zu begeistern?
Beyreuther: Ja – es ist schwierig. An Begeisterung fehlt es nicht – aber aus oben genannten Gründen ist es schwierig, ein Stealth Action Game aus Deutschland an einen internationalen Publisher zu verkaufen. Das ist wie Eulen nach Athen tragen. Dazu kommt das allgemein schwierige wirtschaftliche Umfeld. Nicht nur in Deutschland sind die Publisher und unzählige Entwickler ins Straucheln oder gar in die Insolvenz geraten – weltweit konnten wir im letzten Jahr Ähnliches beobachten. Nur langsam ändert sich das.
Golem.de: Neben einer PC-Version soll Schwarzenberg auch für Konsolen erscheinen. Gilt das nur für die Xbox oder könnt ihr euch auch Umsetzungen für PlayStation 2 und Gamecube vorstellen?
Beyreuther: Momentan konzentrieren wir uns auf die PC-Version. Alle anderen Plattformen wären dann Portierungen und damit eine Entscheidung des Publishers.
Golem.de: Arbeitet ihr neben Schwarzenberg noch an anderen Projekten? Wenn ja, kannst du dazu schon etwas sagen?
Beyreuther: Selbstverständlich. Wir haben uns zum einen mit kleineren Projekten ein zweites Standbein aufgezogen, das uns erlaubt, die Vorbereitung und Entwicklung großer Projekte mit sehr viel Sorgfalt durchzuführen. Daneben sind wir dabei, ein zweites großes Projekt zu starten. Das ist alles noch sehr geheim, wir sind da leider vertraglich gebunden.
Update: Kaum hatten wir dieses Interview geführt, bekamen wir von Radon Labs auch schon die Nachricht, dass Schwarzenberg vorerst zurückgestellt ist – da der Markt für Stealth-Action-Spiele derzeit überfüllt sei und man weiterhin trotz positiven Feedbacks keinen Publishing-Vertrag für das Spiel ergattern konnte, wolle man sich fortan mehr dem anderen, im letzten Absatz des Interviews genannten Titel zuwenden. Nähere Informationen zu dem neuen Spiel gibt es allerdings vorerst weiterhin nicht. Die Entwicklung von Schwarzenberg wird jedoch nicht völlig eingestellt, sondern mit verringertem Aufwand fortgesetzt.