Activy Media Center - Vernetzter Festplatten-Videorekorder
Als digitaler Videorekorder für analoge und Satelliten-Fernsehsignale zeichnen das Activy Media Center 200 und 320 mit jeweils 80 GByte Festplattenkapazität bis zu 30 Stunden MPEG-2-Video in hoher Qualität und bei DVB-S-Empfang auf sowie bis zu 80 Stunden bei stärkerer Kompression (etwa VHS-Qualität). Das Topmodell Activy Center 350 schafft es dank seiner 120-GByte-Festplatte auf bis zu 50 respektive 120 Stunden. Neben den üblichen Funktionen wie gleichzeitiger Aufnahme und zeitversetzter Wiedergabe ("Time-Shifting") und Live-Pause des Fernsehprogramms ist auch ein per Internet aktuell gehaltener elektronischer Programmführer (EPG) integriert, der eine einfache Aufzeichnung von Sendungen erlaubt – ein Serien-Assistent wie bei den Produkten von Fast TV Server fehlt allerdings noch.
Im Gegensatz zum Activy Media Center 200 fallen die Gehäuse der beiden teureren Modelle deutlich höher aus – im Media Center 320 steckt allerdings zusätzlich noch ein DVD-Laufwerk zu DVD- und (S)VCD-Spielfilmwiedergabe, während es beim Media Center 350 ein DVD+R/+RW-Brenner ist, der zusätzlich auch noch die Archivierung von aufgezeichneten Fernsehsendungen auch ohne PC erlaubt. Einen weiteren Unterschied gibt es beim TV-Tuner, denn nur die Modelle 320 und 350 verfügen über zwei davon, um gleichzeitig eine Sendung auf einem Kanal aufzeichnen und auf einem anderen Kanal eine andere ansehen zu können.
Unter der Haube der drei Activy-Media-Center-Modelle werkelt jeweils ein 1,2-GHz-Celeron-System, dem zumindest im 320er und 350er noch ein Sigma-DVD-Decoder-Chipsatz zur Seite steht, um bei der (S)VCD- und DVD-Wiedergabe den Prozessor heruntertakten zu können. Als Betriebssystem kommt Windows XP Embedded zum Einsatz, das unter der Benutzeroberfläche von Fujitsu Siemens seinen Dienst verrichtet – da es sich um ein geschlossenes System handelt, nur der Hersteller Updates bereitstellen und der Nutzer selbst keine Software einspielen kann, sollen damit übliche Windows-Problemchen nicht auftreten können. Laut Fujitsu Siemens sollen die drei Systeme mit etwa 22 dB im Betrieb recht geräuscharm sein, in der lärmenden IFA-Halle konnte dies aber per "Ohrauflegen" nicht überprüft werden.
Über ihren Fast-Ethernet-Anschluss können die Festplatten-Videorekorder ins Heimnetz und somit auch ins Internet eingebunden werden. Filme (WMV, DivX, Xvid), Bilder (JPEG, BMP) und Musik (MP3, WAV, WMA), die auf freigegebenen Windows-Rechnern im Netz liegen, können per Dateiverwaltung einfach aufgerufen werden. Da der Windows Media Player (ausgenommen bei DVDs) zur Wiedergabe genutzt wird, können im Grunde beliebige Multimedia-Dateiformate unterstützt werden – Fujitsu Siemens muss allerdings die entsprechenden Codecs bereitstellen. Selbst aufgezeichnete MPEG-2-Videos können mittels PC von der Festplatte der Media Center übertragen und weiterbearbeitet werden. Per USB-1.1-Schnittstelle können auch externe Laufwerke eingebunden werden, um von diesen Daten zu lesen.
Mittels speziellem Webbrowser, der Internetseiten entsprechend für den Fernseher aufbereitet und mit reduziertem Flimmern darstellt, kann das Web durchstöbert und auch Standard-Webmailer genutzt werden, anstelle der Fernbedienung kann eine mitgelieferte kabellose Tastatur zur einfacheren URL- und Texteingabe genutzt werden. Über eine Partnerschaft mit T-Online Vision wird auch ein kostenpflichtiger Spielfilm-Download angeboten, der allerdings eine DSL-Anbindung voraussetzt. Auf der IFA 2003 wirkten die als Windows-Media 9-Videostream in Echtzeit übertragenen Filme allerdings bei 768 kbps noch recht blockig, entsprachen etwa mäßiger bis mittlerer VHS-Qualität und werden so wohl erst bei 1,5 MBit gut aussehen.
Laut Fujitsu Siemens werden die drei Activy Media Center ab Mitte November 2003 im Handel und über T-Online erhältlich sein. Der Preis des Media Center 200 (80 GByte, kein DVD) soll bei rund 1.000 Euro liegen, der des Media Center 320 (80 GByte, DVD-ROM) bei rund 1.300 Euro und der des Media Center 350 (120 GByte, DVD+R/+RW-Brenner) bei rund 1.500 Euro.
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