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Digitalkino in Europa in der Sackgasse?

Ganze neun Digitalprojektoren stehen in Europa zur Verfügung

Der dritte Tag des Medienforums 2003 im Rahmen der Internationalen Medienwoche Berlin-Brandenburg 2003 stand ganz im Zeichen des digitalen Kinos. Visionen und Aktivitäten zur Verwirklichung digitaler Vertriebsstrukturen und Projektionssysteme aus den USA und Europa wurden präsentiert.

Artikel veröffentlicht am ,

Während vereinzelt Filme bereits digital entstehen und der größte Teil der Post-Production in so genannten "Digitallaboren" vonstatten geht, stellen die digitale Distribution und Projektion noch Stiefkinder dar. Sie "lassen zu wünschen übrig", wie Gerhard Bergfried, Vorsitzender der Medieninitiative Babelsberg und Geschäftsführer der Studio Babelsberg GmbH, die Situation beschrieb: "In Deutschland verlieren wir womöglich bald den Anschluss."

Inhalt:
  1. Digitalkino in Europa in der Sackgasse?
  2. Digitalkino in Europa in der Sackgasse?

Beim Vortrag von Frank Stirling, Geschäftsführer von Boeing Digital Cinema, konnte man sich davon überzeugen, wie ausgereift das System des amerikanischen Flugzeugbauers bereits ist. In den letzten drei Jahren ist ein Netzwerk geschaffen worden, das von der Digitalisierung von Filmmaterial über den Satellitentransport bis zum Empfang in speziell ausgerüsteten Kinos auf der ganzen Welt reicht. Ein Komplettpaket aus Empfangsantenne, DVB-Receiver und digitalem Projektor ermöglicht es dem Kinobetreiber, die vom Vertreiber zugespielte digitale Ware in seinen Filmtheatern abzuspielen. Allerdings sind solche Systeme noch sehr kostspielig (etwa 150.000 Dollar) und bislang sind weltweit nur 162 von insgesamt 120.000 Leinwänden für das digitale Abspielen in der von den Majors geforderten Qualität gerüstet.

Filme wie "Bounce" (2000), "Star Wars Episode II" (2001) oder "Spy Kids 3D" (2003) sind bereits in Mustervorführungen digital gezeigt worden. Einen Vorstoß der Technologie verspricht man sich davon, dass die sieben größten Major-Studios Hollywoods sich zu einer Digital Cinema Initiative (DCI) zusammengeschlossen haben und damit großes Interesse an der Entwicklung von Standards signalisieren. Immerhin können auf diesem Weg enorme Summen für die massenhafte Herstellung von Filmkopien eingespart werden. Allerdings muss die Qualität stimmen, so Frank Stirling, "die Erfahrung von digitalem Kino muss auf jeden Fall besser sein als alles, was der Zuschauer im Home-Cinema jemals erleben könnte".

Im seinem Vortrag stellte Patrick von Sychowski, Senior Analyst beim Londoner Medienmarktforscher Screen Digest, verschiedene Studien zum digitalen Kino vor. Gegenwärtig entspräche die von Boeing vorgestellte Techniklösung etwa dem, was der herkömmliche 35-mm-Film oder High Definition Television (HDTV) bietet. In der Wahrnehmung der Zuschauer schneidet das gleich bleibend gute Filmbild des digitalen Kinos häufig jedoch besser ab. Besondere Marktchancen verspricht man sich im Bereich des so genannten "Alternative Content", etwa bei Sport-Events, Konzertübertragungen und kommerziellen Geschäftsanwendungen, die neben den herkömmlichen Kinofilmen in digital ausgerüsteten Filmtheatern veranstaltet werden können.

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Angesichts einer Situation, bei der ein Blockbuster in der zweiten Vorführwoche bereits fünfzig Prozent des Publikumszuspruchs einbüßt und die Hälfte der Startkopienzahl somit quasi nutzlos wird, erfährt das Argument des Kopieneinsparens neuen Auftrieb. Besonders für Werbetreibende, die in digitalen Kinos wesentlich flexibler auf die Publikumsstruktur und möglicherweise auch auf regionale Bedürfnisse reagieren können, dürfte sich das digitale Kino schnell auszahlen. Die meisten Hürden, beispielsweise die Verabschiedung von international geltenden Standards, werden bis Ende 2003 genommen sein, so dass Sychowski behauptet:"Digital Cinema is a solution in search of a problem."

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professor 09. Okt 2003

GENAU!!! Endlich mal einer der meine Meinung teilt: Es geht aber nicht nur um schlechte...

betamurx 01. Sep 2003

du bist nicht zufällig kinobetreiber? wenn ja dann würde ich dich gesetzlich verpflichten...

tz 30. Aug 2003

Wer braucht 5.1 Sound? Stereo reicht vollkommen. Den geringen (für viele wohl unhörbare...

Raiden 30. Aug 2003

mann, wenn es nach manchen Leuten geht hätten wir heute noch Schwarz/Weiß Fernsehen und...

Puzzie 29. Aug 2003

Womöglich ... irgendwann ... : Das klingt gut, und sollte so auch für die Kinos gelten...


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