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SCO Wars: SCO wittert Verschwörung gegen sich

Eric Raymond plant Gegenangriff auf SCO. Für sein Vorgehen gegen Linux wegen angeblicher Urherberrechtsverletzungen muss sich SCO zum Teil harsche Kritik von allen Seiten gefallen lassen, so scheint es. Glaubt man aber SCO-Chef Darl McBride, steckt hinter der Kritik(öffnet im neuen Fenster) allein IBM, die nicht nur Red Hat zur Klage gegen SCO angestiftet hätten, sondern auch Open-Source-Aktivisten wie Eric S. Raymond für ihre kritischen Äußerungen gegen SCO bezahlen.
/ Jens Ihlenfeld
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Während IBM und Red Hat die Vorwürfe eher nüchtern zurückweisen, reagiert Raymond in einem offenen Brief eher amüsiert. Zum einen bedürfe es keiner Marschorder von IBM, um die Open-Source-Community gegen SCO aufzubringen, schließlich versuche SCO, die Open-Source-Community zu kriminalisieren, deren Arbeit ausschließlich für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen und zugleich die GPL und alle anderen Open-Source-Lizenzen zu zerstören, die die Grundlage der Open-Source-Bewegung darstellen. Die von McBride auf dem SCO-Forum vorgelegten Beweise seien nur Müll.

"Sie haben die Wahl. Nehmen Sie den dunklen Helm ab und sprechen mit uns wie ein ernst zu nehmendes, menschliches Wesen oder setzen Ihren Weg fort, der uns Schwierigkeiten machen könnte, aber ihr sicherer Ruin sein wird – womöglich einschließlich eines Gefängfnisaufenhaltes wegen Betrug, Diebstahl von geistigem Eigentum, Barratterie [eine Form des Betrugs, Anm. d. Red.] und Kursbetrugs für Sie und das restliche SCO-Top-Management" , so Raymond in Anspielung auf "Darth Vader" in Star Wars zu McBride.

Unterdessen hat Dennis Ritchie bestätigt(öffnet im neuen Fenster) , dass er oder Ken Thompson den von SCO als Beweis für die Urheberrechtsverletzungen durch Linux gezeigten Code in der 70er-Jahren geschrieben hat, was die Analyse der Beweise durch Bruce Perens zu bestätigen scheint.

Am Sonntag war die Homepage der SCO Group offenbar auf Grund einer Denial-of-Service-Attacke (DOS-Attacke) nicht mehr zu erreichen. Eric S. Raymond führt auf Grund von E-Mails, die er erhalten hat, die Attacke auf McBrides Aussagen zurück, in der dieser IBM als Strippenzieher hinter der Kritik an SCO bezeichnet. Doch dies sei der falsche Weg, um gegen SCO vorzugehen, so Raymond. Er fordert, die DOS-Attacke umgehend zu beenden. Diese könne sich für die Open-Source-Community schlimmstenfalls kontraproduktiv erweisen, gibt sie SCO doch weitere Argumente an die Hand. Raymond fordert, die eigenen moralischen Ansprüche weiterhin hochzuhalten.

"Stoppt die DOS-Attacke. Lasst SCO sprechen und sich selbst hängen" , so Raymond. Er fordert Sympathisanten der Open-Source-Bewegung auf, stattdessen möglichst viele Argumente und Beweise gegen SCO zu sammeln, die SCO im Gegenzug nachweisen, dass diese ihrerseits gegen Urheberrechte verstoßen. Er führt als Beispiel den von SCO auf dem SCOForum gezeigten Code an, bei dem SCO offenbar Copyright-Hinweise entgegen der BSD-Lizenz entfernt hat. Raymond vermutet aber auch, dass SCOs Kernel Personality, die es erlaubt, Linux-Applikationen unter SCOs Unix auszuführen, GPL-Code aus Linux enthalten müsste. Da SCO die Software nicht unter der GPL veröffentlicht hat, würde diese damit gegen die Urheberrechte der Linux-Entwickler verstoßen.

Für die kommende Woche kündigte er eine interne Telefonkonferenz an, auf der man das weitere Vorgehen gegen SCO besprechen wolle. Man arbeite an einem Plan, über den man aber noch nicht sprechen könne, da das Überraschungsmoment eine wichtige Rolle spiele. "Wir werden Ort und Zeit unseres Gegenangriffs bestimmen und gewinnen" , so Raymond.


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