Umstellung auf Polizei-Fahndungssystem INPOL-neu erfolgt
Bundesinnenminister Schily erklärte hierzu: "Ab sofort steht der Polizei in Bund und Ländern mit INPOL-neu ein hochmodernes und leistungsfähiges Computersystem zur Verfügung, das mit einer Vielzahl neuer Funktionen ausgestattet ist. So können jetzt Fallgrunddaten (z.B. Tatort, Tatzeit und Delikt) abgerufen werden, die es ermöglichen, bundesweit komplexe Beziehungsgeflechte besser zu erkennen. Ebenso können digitale Lichtbilder übermittelt werden. Für die wirksame Verbrechensbekämpfung ist das ein großer Fortschritt." Bundesinnenminister Schily hob hervor, dass es sich bei dem Projekt INPOL-neu um ein hochkomplexes und technisch ehrgeiziges Projekt handelt: "Der erfolgreiche Start des neuen Polizeifahndungssystems INPOL-neu bestätigt die Richtigkeit der von uns seinerzeit getroffenen Entscheidung, das Gesamtprojekt vollständig zu überarbeiten."
Nachdem in den Systemen der Polizeien der Länder, des Bundesgrenzschutzes, des Zollkriminalamtes und des Bundeskriminalamtes in den vergangenen Wochen alle für die Umstellung erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen abgeschlossen waren, konnte das neue INPOL-Zentralsystem im BKA in Betrieb genommen und der Rechnerverbund mit den Systemen der INPOL-Teilnehmer aktiviert werden.
Das Bundeskriminalamt hat den Bundesländern und den übrigen INPOL-Teilnehmern die Software für das jeweilige Teilnehmer-System (INPOL-Land) kostenlos zur Verfügung gestellt. Die meisten Länder haben nach Angaben der Behörde von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Entwickler des Systems ist Debis. Der Datenverbund, der die länderübergreifende Verbrechensbekämpfung erleichtern soll, war bereits 1992 von der Innenministerkonferenz beschlossen worden. Das heutige System hatte bereits Ende der 80er-Jahre seine technischen Grenzen erreicht, so die Gewerkschaft der Polizei.
Im Laufe der Systementwicklung kam es zu mehreren Pannen und kostenintensiven Verzögerungen, die das System nach mehreren Presseberichten zu einem Millionengrab werden ließen.
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