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DENIC und Reg TP: Eine Nummer genügt für alle Dienste

ENUM schlägt eine Brücke zwischen Internet und Telefonie. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation (Reg TP) und die deutsche Domain-Vergabestelle DENIC haben sich jetzt auf einen Testbetrieb für das ENUM-Projekt verständigt. Der Name ENUM leitet sich von "Electronic Numbering" bzw. "Telephone Number Mapping" ab und ist ein Internet-Standard, mit dem sich Telefonnummern auf Internet-Domains abbilden lassen.
/ Jens Ihlenfeld
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Diese Domains sollen dann zur Speicherung und Identifizierung unterschiedlichster Kommunikationsdienste herangezogen werden können, darunter Fax- und Mobilfunk-Rufnummern, Voice-Mail-Systeme, E-Mail-Adressen, IP-Telefonie-Adressen, Webseiten, GPS-Koordinaten, Anrufumleitungen, Unified Messaging und vieles mehr. Mit ENUM sollen Nutzer so ihre gesamte Kommunikation über eine Rufnummern abwickeln können. Einmal in das Adressverzeichnis eingetragen, erfolgt die Zuordnung zu den jeweils passenden Ausgabegeräten über den ENUM-Nameserver.

ENUM nutzt dazu das Domain Name System (DNS), das eine logische Verbindung zwischen den numerischen IP-Adressen der ans Internet angeschlossenen Rechner und Domains herstellt. Das ENUM-Protokoll verwendet nun die Infrastruktur des DNS, um Informationen über die verfügbaren Dienste bereit zu halten, die einer Telefonnummer zugeordnet sind.

Man entschied sich international, für ENUM keine neue Top Level Domain einzuführen, sondern die Sub-Domain e164.arpa zu benutzen. Sie wurde ausgewählt, weil die Top Level Domain .arpa bereits für Infrastrukturzwecke konzipiert ist. E164 wiederum bezeichnet den Standard, der den internationalen Rufnummernplan der ITU beschreibt. Als internationale Registrierungsstelle für e164.arpa fungiert RIPE NCC in Amsterdam, die Registrierungsanträgen in Abstimmung mit der jeweiligen nationalen Regierung nachkommt.

Zur Bildung der ENUM-Domain wird die betreffende Rufnummer (inklusive der Landeskennung) der Domain-Endung e164.arpa in umgekehrter Reihenfolge, getrennt durch Punkte zwischen den einzelnen Ziffern, vorangestellt. Aus +49 (0)69 27 23 50 wird so 0.5.3.2.7.2.9.6.9.4.e164.arpa. Über diese Domain kann ein ENUM-Client auf einen Nameserver mit so genannten NAPTR (Naming Authority Pointer)-Records zugreifen. Diese Einträge enthalten wiederum die Informationen über die verfügbaren Dienste.

Der deutsche Teil des ENUM-Namensbaums (also .9.4.e164.arpa) wurde für einen Testbetrieb an die DENIC delegiert, der Registrierungsstelle für .de-Domains. "Im Rahmen dieses seit September 2002 laufenden Testbetriebs soll unter Einbeziehung aller betroffenen Gruppen ein Betriebsmodell für ENUM erarbeitet werden" , so Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde. So müssen zum Beispiel Vorgehensweisen entwickelt werden, die sicherstellen, dass nur der tatsächliche Inhaber einer Rufnummer die korrespondierenden ENUM-Dienste nutzen kann. Registrierbar als ENUM-Domains sind daher nur existierende deutsche Rufnummern.

Während an den internationalen Standards und Empfehlungen zu ENUM noch gearbeitet wird, läuft bei der DENIC bereits seit September 2002 der Testbetrieb zu ENUM. Dieser wird von Reg TP begleitet, die u.a. den deutschen Nummernplan gemäß Paragraph 43 TKG verwaltet. Im Rahmen des Testbetriebs können Dienste und Geräte für die neue Technik entwickelt und auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden.

Um die weitere Entwicklung von ENUM in Deutschland voranzutreiben, haben sich die DENIC und die RegTP nun entschlossen, den Feldversuch auf eine formalere Grundlage zu stellen und die gemeinsamen Bemühungen zu intensivieren. Die DENIC bringt dazu ihre Kenntnisse und Erfahrungen bei der Domain-Verwaltung mit ein, die Reg TP begleitet den Testbetrieb mit Sachverstand aus dem Bereich der Telekommunikation. So soll eine genaue Abbildung der vergebenen Rufnummern sichergestellt und ein für den Endverbraucher akzeptables Datenschutzniveau etabliert werden, heißt es in einer Mitteilung der Partner.


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