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Kampf dem Spam: Die Filter schlagen zurück

Paul Graham: Angriff ist die beste Verteidigung. Bereits mit seinem Artikel A Plan for Spam(öffnet im neuen Fenster) hat Paul Graham nicht nur für Aufsehen gesorgt, sondern auch den Grundstein für eine neue Generation von Spam-Filtern – die so genannten Bayes-Filter – gelegt. Doch für Graham hat der Kampf gegen Spam erst begonnen. In seinem neuen Artikel Filters that Fight Back(öffnet im neuen Fenster) beschreibt er weitere Methoden, um Spammern Einhalt zu gebieten.
/ Jens Ihlenfeld
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Bislang verläuft der Kampf gegen Spam eher passiv, so dass man eingehenden Spam automatisch zu identifizieren und auszusortieren versucht. Graham schlägt nun aktive Methoden vor, um dem zunehmenden Spam-Problem zu begegnen. Zwar erlauben Bayes-Filter derzeit eine recht hohe Erkennungsrate von echten Spam bei einer geringen Zahl von falschen Erkennungen, doch sei zu beobachten, dass Spammer versuchen sich auf diese neuen Filter einzustellen.

Zwar seien die Versuche Bayes-Filter zu umgehen bislang weitgehend erfolglos, wenn nicht sogar kontraproduktiv, dies könne sich aber zunehmend ändern, zumal Bayes-Filter eine immer höhere Verbreitung finden. So integriert unter anderem Mozillas E-Mail-Client einen Bayes-Filter, aber auch Tools wie Spamassassin bieten entsprechende Möglichkeiten und immer mehr Provider nutzen die neue Technik.

Der Spam der Zukunft wird nach Meinung von Graham daher auf das Notwendigste reduziert werden, so dass entsprechende E-Mails kaum mehr als die entsprechende URL enthalten. Aber genau an dieser Stelle sollte nach Meinung von Graham angesetzt werden. Man müsse das Übel bei der Wurzel packen und dies sei das Web und nicht die E-Mail. Schließlich enthalten Spam-E-Mails als Kontaktmöglichkeit meist eine URL. Entwickler von Anti-Spam-Filtern sollten sich daher genau darauf konzentrieren, denn daran könnten Spam-Versender kaum etwas ändern.

Spam-Filter könnten Spammer mit ihren eigenen Waffen schlagen, indem sie in E-Mails enthaltene URLs automatisch abrufen. Wer Millionen E-Mails versendet, erhält also Millionen von automatisierten Zugriffen, was die Last auf dessen Server erhöht, ohne die Zahl der Verkäufe zu steigern. Bei entsprechend breitbandingen Verbindungen könnte man die Links auch mehrfach abrufen, um die Last weiter zu erhöhen. Diese werden die Spammer zwar nicht direkt in die Knie zwingen, aber die Kosten für das Spamming zumindest merklich erhöhen.

Um sicherzustellen, dass nicht die Falschen bestraft werden, sollte eine entsprechende "weiße Liste" eingerichtet werden, die URLs enthält, die nicht auf Spammer zurückgehen. Darunter fallen beispielsweise Fußzeilen wie sie von kostenlosen E-Mail-Anbietern eingefügt werden. Eine solche Liste sollte von vertrauenswürdigen Freiwilligen gepflegt oder über Umfragen unter Anwendern erzeugt werden.

Als Reaktion der Spammer sei damit zu rechnen, dass diese funktionierende Unsubscribe-Links in ihre E-Mails integrieren, um Empfänger auszuschließen, die entsprechende "Auto-Retrieving-Filter" verwenden. Damit würde man Spam zwar nicht komplett stoppen, er würde aber nur mehr Leute erreichend, die unbedarft oder zu faul sind, entsprechende Filter einzusetzen, also genau die Leute, die Spammer versuchen zu erreichen. So würde Spam ironischerweise letztendlich zu einer deutlich zielgerichteteren Werbeform, so Graham.

Paul Graham hält einen PhD in Informatik der Harvard Universität, hat Bücher über Lisp veröffentlicht und die Programmiersprache Arc – einen Lisp-Dialekt – entwickelt.


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