Abo
  • Services:
Anzeige

Fraunhofer-Institut zeigt Kleidung mit Grips

Fahrrad-Dynamo soll Jacken-Computer drahtlos mit Strom versorgen

Das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikroelektronik (IZM) präsentiert auf der Internationalen Funkausstellung 2003 Kleidung mit integrierten Kommunikationssystemen. Darunter eine Lösung für Fahrradkuriere, die Auftragsabwicklung, Ortung und Navigation integriert und über den Dynamo mit Strom versorgt wird. Ein automatisches Sicherheitssystem erkennt dabei den Fahrer und soll den Diebstahl des Fahrrads verhindern.

Anzeige

Die vom IZM gemeinsam mit der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) umgesetzte Lösung wickelt die Kommunikation zwischen Kurier und Zentrale über SMS ab. Für die Ortung ist jeder Fahrer mit einem GPS-System ausgestattet. Die Ärmel enthalten ein Display und ein textiles Tastaturfeld, um Steuerungsbefehle einzugeben.

Bestätigt der Kurier die Annahme eines Auftrags, wird er mit den entsprechenden Daten versorgt und automatisch durch Sprachanweisungen zum Zielort navigiert. Die Energie für den Datenfluss wird per Dynamo erzeugt und vom Sattel zur Jacke geleitet. Im Winter können auf diesem Wege textile Heiz-Pads mit Strom versorgt werden, um den Fahrradkurier an den Nieren zu wärmen. Ein automatisches Sicherheitssystem soll zudem über einen textilen Transponder den Besitzer des Rades erkennen können. Wenn sich der Besitzer entfernt, schließt sich das Schloss, kommt er zurück, öffnet es sich wieder.

"Wenn die Elektronik fester Bestandteil des mobilen Alltags werden soll, dann muss sie direkt am Körper getragen werden können - am Besten unsichtbar und ergonomisch in die Kleidung integriert", so Christine Kallmayer vom IZM. Die einzelnen Module müssen dabei leicht, langlebig, waschbar und angenehm zu tragen sein, meint das IZM. Dabei biete Kleidung genügend Fläche, um verschiedene Funktionsmodule und notwendige Leitungen unterzubringen und die Bedienelemente leicht zugänglich zu gestalten.

Zusätzlich lassen sich in das so entstehende Netzwerk Sensoren, zentrale Datenspeicher oder Solarzellen integrieren. An weiteren Ideen herrscht hier offenbar kein Mangel: So seien Sensoren denkbar, die den Blutzuckerspiegel überwachen, den Blutdruck kontrollieren oder den Herzschlag messen. Ferner sind Jacken denkbar, in denen sich Mikrokammern aufblähen und die Temperatur ausgleichen. In Hemden könnten integrierte ultradünne Vibrationsmatten den Körper massieren und Unterwäsche könnte gezielt Heilmittel an die Haut abgeben.

Am IZM soll bereits ein waschbarer Transponder mit gewebter Antenne und ultradünnem Transponder-Modul entstanden sein. Als textile Leiter zum Transport von Energie und Daten eignen sich beispielsweise Paspeln. Das sind schmale Nahtbesätze, die häufig an Jacken und anderen Kleidungsstücken zu finden sind.

Auf der IFA 2003 will das IZM weitere Ideen aus der Kollektion für High-Tech-Outfit zeigen, die gemeinsam mit den Textil-Designern der FHTW entworfen wurden: Das Modell "Parachute" enthält einen kleinen Audio-Video-Player, der in einem Gemeinschaftsprojekt vom IZM und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt wurde. Das Modell "Rasende Reporterin" besitzt an der Brille ein zusätzliches Head-Mounted-Display. Das erlaubt es dem Träger, gleichzeitig Interviews zu führen und Dokumente einzusehen. Eine andere Variante hat eine Kamera an der Brille angebracht.

Kernstück des Modells "Stadt Nomadin" wiederum ist ein flexibles, auf leitenden Textilien basierendes Body-Network. Bei diesem Textil handelt es sich um silberbeschichtete Polyamid-Fasern, die vom TITV Greiz zu Bändern gewebt wurden. Das Gurtband trägt eine textile Tastatur, Mikrofon und Kopfhörer.

Das Problem der Energieversorgung für mobile Systeme lösen die Wissenschaftler mit unterschiedlichen Ansätzen: Schuhe mit hohen Absätzen, in denen zusätzliche Akkus untergebracht sind, ultraflache und flexible Folienakkus in der Kleidung und Solarzellen an der Schulter, die die Stromspeicher wieder auffüllen. Während der langen Nacht der IFA 2003 am 29. August 2003 soll die intelligente Kleidung bei einer Modenschau gezeigt werden.


eye home zur Startseite
Der Schuh 10. Aug 2003

Der Schuh *räusper* von Michael Schuhmacher: Puuh - sagt der Schuh Bitte lass mich in Ruh...

banzai 08. Aug 2003

lückenlose Bürgerüberwachung wird auch keinen Terror verhindern. Dadurch werden eher...

AlexG 08. Aug 2003

"Cooler" Spruch. Kommt immer wieder gut, vor allem wenn einem offensichtlich selbst etwas...

iBug 08. Aug 2003

Biometrische Ausweise können Terrorakte nicht verhindern, aber sie helfen, die Opfer...

banzai 08. Aug 2003

Dank Transpondertechnik wäre eine Überwachung heute schon möglich. Den Transponder...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Sattel Business Solutions GmbH, Langenau
  2. Commerz Finanz GmbH, München
  3. Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, verschiedene Standorte
  4. item Industrietechnik GmbH, Solingen


Anzeige
Top-Angebote
  1. 649,00€
  2. 20,00€
  3. 5,00€

Folgen Sie uns
       

  1. Interview auf Youtube

    Merkel verteidigt Ziel von 1 Million Elektroautos bis 2020

  2. Ransomware

    Not-Petya-Angriff kostet Maersk 200 Millionen US-Dollar

  3. Spielebranche

    Mikrotransaktionen boomen zulasten der Kaufspiele

  4. Autonomes Fahren

    Fiat Chrysler kooperiert mit BMW und Intel

  5. Auto

    Toyota will Fahrzeugsäulen unsichtbar machen

  6. Amazon Channels

    Prime-Kunden erhalten Fußball-Bundesliga für 5 Euro im Monat

  7. Dex-Bytecode

    Google zeigt Vorschau auf neuen Android-Compiler

  8. Prozessor

    Intels Ice Lake wird in 10+ nm gefertigt

  9. Callya Flex

    Vodafone eifert dem Congstar-Prepaid-Tarif nach

  10. Datenbank

    MongoDB bereitet offenbar Börsengang vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Breitbandausbau auf Helgoland: Deutschlands Hochseefelsen bekommt nur Vectoring
Breitbandausbau auf Helgoland
Deutschlands Hochseefelsen bekommt nur Vectoring
  1. Provider Dreamhost will keine Daten von Trump-Gegnern herausgeben
  2. Home Sharing Airbnb wehrt sich gegen Vorwürfe zu Großanbietern
  3. Illegale Waffen Migrantenschreck gibt es wieder - jetzt als Betrug

Google Home auf Deutsch im Test: "Tut mir leid, ich verstehe das nicht"
Google Home auf Deutsch im Test
"Tut mir leid, ich verstehe das nicht"
  1. Kompatibilität mit Sprachassistenten Trådfri-Update kommt erst im Herbst
  2. Smarte Lampen Ikeas Trådfri wird kompatibel mit Echo, Home und Homekit
  3. Lautsprecher-Assistent Google Home ab 8. August 2017 in Deutschland erhältlich

Mercedes S-Klasse im Test: Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe
Mercedes S-Klasse im Test
Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe
  1. 3M Verkehrsschilder informieren autonom fahrende Autos
  2. Waymo Autonomes Auto zerstört sich beim Unfall mit Fußgängern
  3. Mobileye Intel will 100 autonom fahrende Autos auf die Straßen lassen

  1. Re: Immerhin ne alternative zu hd+

    DonOmerta | 21:39

  2. Re: Hört sich für mich wie eine riesen...

    Proctrap | 21:39

  3. Re: Bei Amazon = 60 Euro im Jahr, sonst 30 Euro?!

    genussge | 21:38

  4. Re: traurige entwicklung

    Hotohori | 21:34

  5. Re: Haut ab mit euren beschissenen 20 Sekunden...

    Bluejanis | 21:34


  1. 16:57

  2. 16:25

  3. 16:15

  4. 15:32

  5. 15:30

  6. 15:02

  7. 14:49

  8. 13:50


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel