SCO verlangt ab 699,- US-Dollar pro Linux-Server und CPU
Nach Ansicht von SCO enthält Linux urheberrechtlich geschützten Code von SCO, was Linux in Augen von SCO zu einem unerlaubten Unix-Derivat macht. Wer Linux legal nutzen will, müsse – so SCO – eine entsprechende "SCO Intellectual Property License for Linux" erwerben. Damit sei es gestattet, die in Linux-Distributionen enthaltenen binären Versionen des Linux-Kernels zu verwenden. Betroffen sind laut SCO die Linux-Kernel ab Version 2.4.x.
Nach SCOs Ansicht verstößt die angebotene Lizenz nicht gegen die GNU General Public License unter der der Linux-Kernel veröffentlicht wurde, da die von SCO angebotene Lizenz sich ausschließlich auf eine Verwendung der bereits kompilierten Kernel bezieht.
"Wir haben zahlreiche Dateien mit unlizenziertem Code aus dem UNIX System V und entsprechenden Derivaten in Linux-Kerneln der Reihen 2.4 und 2.5 identifiziert" , so Chris Sontag, Senior Vice Präsident und General Manager von SCOsource. "Wir glauben, es ist für Linux-Nutzer notwendig, SCOs geistiges Eigentum korrekt zu lizenzieren, wenn die den Linux 2.4 als auch neuere Versionen kommerziell einsetzen. Die Lizenz erlaubt, dass Kunden ihre binären Versionen von Linux nutzen können, ohne dabei gegen die Rechte an SCOs geistigem Eigentum zu verstoßen."
SCO bietet seine Linux-Lizenz bis zum 15. Oktober 2003 zum Einführungspreis von 699,- US-Dollar für Systeme mit einer CPU an; danach soll der Preis auf 1.399,- US-Dollar klettern. Für Multi-Prozessor-Systeme liegen die Einführungspreise zwischen 1.149,- US-Dollar für zwei CPUs und 4.999,- US-Dollar für acht Prozessoren. Jede weitere CPU schlägt mit 749,- US-Dollar zu Buche. Lizenzen für Desktop-Systeme mit einer CPU sollen zunächst 199,- US-Dollar kosten, für Embedded-Systeme werden je Prozessor 32,- US-Dollar fällig.
Die Lizenzgebühren will SCO explizit von den Nutzern erheben, nicht von Geräte-Herstellern oder Linux-Distributoren.
Als erster der großen Linux-Distributoren hat Red Hat am Montag angekündigt, gegen SCO wegen deren Vorgehen zu klagen. Red Hat will auf diesem Weg demonstrieren, dass Red Hats Techniken keine Rechte von SCO verletzen und zugleich SCO für die – nach Auffassung von Red Hat – ungerechtfertigt erhobenen Ansprüche zur Rechenschaft ziehen.
SCO wies die Anschuldigungen von Red Hat unterdessen zurück. Red Hats Klage zeige nur, dass die Linux-Entwickler nicht in der Lage oder nicht Willens seien, den Code zu überprüfen.
Das OSDL hat unterdessen eine Einschätzung der rechtlichen Situation von Professor Eben Moglen veröffentlicht, der SCOs Vorgehen als unbegründet zurückweist und keinen Grundlage für SCOs Lizenzprogramm sieht.
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