Abo
  • Services:

WLAN-Nutzung: Wenn einer alle ausbremst

Eine schlechte Verbindung kann alle Nutzer eines Access-Points ausbremsen

Forscher des französischen CNRS-Instituts für Informatik und angewandte Mathematik, "IMAG", suchen eine Lösung für ein Netzwerkarchitektur-Problem von Datenfunknetzen, das zumindest bei den immer verbreiteteren 11-Mbps-WLAN-Netzen nach IEEE-802.11b-Standard auftritt. Dabei werden alle aufgebauten Verbindungen auch bei hervorragender Signalqualität automatisch auf die Geschwindigkeit des am langsamsten angebundenen WLAN-Netzwerkteilnehmers abgesenkt.

Artikel veröffentlicht am ,

In der Praxis arbeiten WLAN-Karten mit vier verschiedenen Datenraten (11 Mbps, 5,5 Mbps, 2 Mbps oder 1 Mbps) mit unterschiedlichen Signal-Modulations-Techniken, die entsprechend der Verbindungsqualität zum Access-Point gewählt werden. Wenn nun diejenigen in der unmittelbaren Nähe des Access Point mit 11 Mbps angebunden sind, kann ein weiter entfernterer oder durch Hindernisse etwa nur mit 1 Mbps angebundener WLAN-Teilnehmer die Datenrate für alle auf die gleiche Geschwindigkeit absenken - auch wenn die besser angebundenen WLAN-Nutzer weiterhin ihre 11-Mbps-Verbindung angezeigt bekommen. Dazu kommt, dass sich alle Teilnehmer die reduzierte Bandbreite teilen müssen und nicht jeder 1 Mbps zur Verfügung hat.

Stellenmarkt
  1. Interhyp Gruppe, München
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn

Während dies bei Web-Browsing nicht sonderlich auffällt, nicht jeder Netzwerkteilnehmer permanent Daten sendet und die Flusskontrolle in höherstufigen Protokollen wie TCP den Effekt etwas mildern, könne die im CSMA/CA (Carrier Sense Multiple Access / Collision Avoidance) des WLAN-Standard begründete Schwäche bei steigendem Interesse an drahtlos übertragenen Audio- und Video-Streams oder auch bei längeren Downloads dennoch unangenehm auffallen. CSMA/CA sorgt dafür, dass alle Netzwerkteilnehmer die gleiche Bandbreite zur Verfügung haben.

Die Bandbreitenreduktion sei jedoch für den Anwender nicht vorherseh- oder nachvollziehbar, da sie nur von den Aktivitäten schlecht angebundener Nutzer abhänge. Bei steigendem Bandbreitenbedarf und immer größerem Interesse an WLAN-Nutzung stelle sich damit die Frage, wie gut WLAN den Anforderungen entspreche.

Die IMAG-Forscher arbeiten derzeit an Lösungen, um die "Bandbreiten-Anomalie" zu begrenzen oder zu beseitigen, da sie der Entwicklung von neuen Kommunikationsanwendnungen wie Audio oder Video über das Internet abträglich ist. Access-Point- bzw. Hotspot-Betreiber können allerdings auch jetzt schon einfachere Gegenmaßnahmen ergreifen, indem sie Verbindungen von unter 5,5 Mbps unterbinden bzw. nur auf einem separaten Access-Point möglich machen. Bandbreitenprobleme kann es auch in 802.11g-Access-Points (54 Mbps) geben, wenn diese etwa auch zu 802.11b-Hardware ins Netz lässt und der Kompatibilitäts-Overhead die Bandbreite für alle leicht bis merklich absenkt.

Ihre Analyse der WLAN-Anomalie haben die CNRS-IMAG-Wissenschaftler Martin Heusse, Franck Rousseau, Gilles Berger-Sabbatel und Andrzej Duda auf der Netzwerkkonferenz INFOCOM 2003 im April 2003 in San Francisco präsentiert und Ende Juli 2003 per Pressemitteilung darauf aufmerksam gemacht. Technische Details fanden sich in letzterer leider nicht.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. DOOM + Dishonored 2 PS4 für 18€)
  2. 399€ (Vergleichspreis ab 467€)
  3. 315€/339€ (Mini/AMP)
  4. 49,98€

kagi 04. Aug 2003

es ist falsch, dass die anderen WLAN ebenfalls in den 1 Mbit modus gehen. richtig ist...


Folgen Sie uns
       


Apple iPhone Xr - Test

Das iPhone Xr kostet 300 Euro weniger als das iPhone Xs, bietet aber das gleiche SoC und viele andere Ausstattungsmerkmale des teureren Modells. Unterschiede gibt es bei der Kamera und dem Display: Das iPhone Xr hat keine Dualkamera und anstelle eines OLED-Bildschirms kommt ein LCD zum Einsatz.

Apple iPhone Xr - Test Video aufrufen
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test: Tolles teures Teil - aber für wen?
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test
Tolles teures Teil - aber für wen?

Der Mac Mini ist ein gutes Gerät, wenngleich der Preis für die Einstiegsvariante von Apple arg hoch angesetzt wurde und mehr Speicher(platz) viel Geld kostet. Für 4K-Videoschnitt eignet sich der Mac Mini nur selten und generell fragen wir uns, wer ihn kaufen soll.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  2. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test: Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses
Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test
Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses

Wir haben die dritte Generation von Sonys Top-ANC-Kopfhörer getestet - vor allem bei der Geräuschreduktion hat sich einiges getan. Wer in lautem Getümmel seine Ruhe haben will, greift zum WH-1000XM3. Alle Nachteile der Vorgängermodelle hat Sony aber nicht behoben.
Ein Test von Ingo Pakalski


    Requiem zur Cebit: Es war einmal die beste Messe
    Requiem zur Cebit
    Es war einmal die beste Messe

    Nach 33 Jahren ist Schluss mit der Cebit und das ist mehr als schade. Wir waren dabei, als sie noch nicht nur die größte, sondern auch die beste Messe der Welt war - und haben dann erlebt, wie Trends verschlafen wurden. Ein Nachruf.
    Von Nico Ernst

    1. IT-Messe Die Cebit wird eingestellt

      •  /