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OmniGlobe - 360-Grad-Display für sphärische Darstellung

Bereits kommerziell verfügbar und in Museen und Ausstellungen vertreten. Neben dem Körperkommunikations-Netzwerk " ElectAura-Net ", dem " Food Simulator " und dem " Walk-through Fog Screen " wurde in der Siggraph-2003-Ausstellung "emerging technologies" auch ein OmniGlobe getauftes Kugel-Display gezeigt. In dessen abgeschlossenem Inneren soll ein LCD-Projektor für die optimale, verzerrungsfreie 360-Grad-Darstellung von sphärischem Datenmaterial sorgen.
/ Christian Klaß
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Das Videosignal des Projektors leuchtet durch ein Loch im aus Acryl bestehenden Globus, wird von einem intern angebrachten, elipsoiden Streuspiegel reflektiert und trifft dann auf die Innenseite der Kugel. Aufgrund der besonderen Geometrie müssen die Bilder für die sphärische Projektion aufbereitet werden: Während in der Nähe eines "Pols" darzustellende Pixel auf einen einzelnen Punkt in der Projektion komprimiert werden, werden die des anderen "Pols" um die Außenseite des Projektionsbilds gelenkt. Da einige Bereiche des Projektionsbilds optisch weiter entfernt vom Projektor sind als andere, werden diese mit stärkerer Leuchtintensität dargestellt, um eine gleichmäßige Darstellungshelligkeit in der Kugel zu erreichen. Da der LCD-Projektor im Standfuß des Kugel-Displays steckt, soll die Installation und die Justierung der Optik des OmniGlobe vergleichsweise einfach sein.

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Entwickelt wurde der OmniGlobe von ARC Science Simulations, die bereits 2002 ein Patent für ihr sphärisches Displaysystem anerkannt bekommen haben. Zu den ersten Kunden des Unternehmens zählt das Indiana State Museum in Indianapolis, das seit Mai 2002 auf einem 80-Zoll-Bildschirm (über 2 Meter Durchmesser) mit UXGA-Auflösung (1.600 x 1.200 Bildpunkte) die Plattentektonik der Erde im Zeitraffer darstellt. Die Aufbereitung des Materials sei allerdings schwierig gewesen: Es gab zwar flache 2D-Einzelbilder für die Anordnung der Kontinente, ihrer Topologie und der Vegetationsmuster von der University of Northern Arizona, doch ein Problem stellten die Zwischenräume zwischen den Einzelbildern dar, so dass ARC ein eigenes Morphing-System entwickeln musste, um einzelne 2D-Bilder flüssig in den 3D-Projektionen darstellen zu können. Weitere Installationen soll es bereits im American Museum of Natural History (2,43 m Durchmesser) in New York für die realistische Darstellung der Erde und im Challenger Center in Washington für die Anzeige des Sonnensystems geben. Für den Londoner Millennium Dome ist ein OmniGlobe mit beachtlichen 12 Metern Durchmesser in Entwicklung, womit ebenfalls die Erde möglichst realistisch dargestellt werden soll.

Die Display-Technik soll den Erfindern zufolge für verschiedene Einsatzgebiete geeignet sein und von der Darstellung weltweiter Finanzentwicklungen oder dem Internet-Datenverkehr über die Darstellung der Daten von rund um die Welt platzierten Sensoren bis hin zur räumlichen Kartendarstellung geographischer Informationssysteme (GIS) reichen. Eine geschrumpfte Version des OmniGlobe könnte laut ARC auch in Schulen eingesetzt werden, damit etwa Lehrer in Echtzeit politische Karten der Geschichte aufrufen, steuern und so Entwicklungen veranschaulichen können.

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ARC sieht in seinem laut eigenen Angaben "konkurrenzlosen" OmniGlobe Display System einen großen Schritt hin zu einer besseren Darstellung von sphärischen Daten. Denn zweidimensionale Projektionen würden immer einen schlechten Kompromiss darstellen, weil einige Bereiche gestreckt und andere gestaucht werden müssten, um gekrümmte Daten auf eine flache Oberfläche zu "quetschen". "Zu viele Kinder sind aufgewachsen, die glauben, dass Grönland die gleiche Größe wie Süd-Amerika hat" , heißt es dazu vom Hersteller. Der OmniGlobe hingegen mache Kompromisse unnötig und stelle sphärische Daten in ihrer natürlichen Form dar, die selbst das kleinste Kind sofort begreife, wirbt ARC in der Beschreibung seiner Siggraph-2003-Installation.

Auf seiner Website nennt ARC den Preis für das 60-Zoll-Modell (rund 1,5 Meter Durchmesser), welches für unter 100.000 US-Dollar zu haben ist. Den Preis für das ebenfalls angebotene 80-Zoll-Modell gab ARC nicht an. Der Bau erfolgt jeweils nur auf Bestellung und nach Kundenwünschen, die Fertigungszeit betrage – je nach technischer Komplexität – 2 bis 4 Monate. Käufern, die nur eine Halbkugel benötigen, bietet ARC den an Wand oder Decke anzubringenden DayGlobe, der in der 60-Zoll-Ausführung unter 70.000 US-Dollar kosten soll. Die Glühbirnen im verbauten LCD-Projektor sollen 1.000 bis 2.000 Stunden halten und bei Ausfall rund 600,- US-Dollar kosten. Im Kugel-Display-Preis enthalten sind jeweils die benötigte Hard- und Software zum Betrieb, nicht jedoch die Inhalte. Letztere kann man mittels konventioneller Grafiksoftware selber erstellen oder ARC damit beauftragen.


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