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Intershop in schwerem Fahrwasser: Liquidität schrumpft stark

Massenentlassungen: Rund 44 Prozent der Mitarbeiter sollen gehen. Intershop hat das Geschäftsergebnis für das zweite Quartal 2003 zum 30. Juni 2003 bekannt gegeben. Demnach betrug der Gesamtumsatz 5,6 Millionen Euro gegenüber 6,4 Millionen Euro im ersten Quartal 2003 und 12,1 Millionen Euro im zweiten Quartal 2002.
/ Andreas Donath
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Intershop hat zwar im Vergleich zum ersten Quartal 2003 den Nettoverlust um 22 Prozent von 8,4 Millionen Euro bzw. 0,44 Euro je Aktie auf 6,6 Millionen Euro bzw. 0,33 Euro je Aktie senken können, wenn man jedoch das zweite Quartal 2003 mit dem von 2002 vergleicht sieht die Rechnung ganz anders aus: Im zweiten Quartal 2002 lag der Nettoverlust noch bei "nur" 5,8 Millionen Euro bzw. 0,31 Euro je Aktie, jetzt ist er also um knapp 14 Prozent gestiegen.

Die Lizenzerlöse im zweiten Quartal 2003 beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro gegenüber 1,3 Millionen Euro im ersten Quartal 2003 und 6,3 Millionen Euro im zweiten Quartal 2002. Die Serviceerlöse im zweiten Quartal 2003 betrugen 4,1 Millionen Euro gegenüber 5,1 Millionen Euro im ersten Quartal 2003 und 5,8 Millionen Euro im zweiten Quartal 2002.

Die Gesamtliquidität des Unternehmens betrug zum 30. Juni 2003 nur noch 10,8 Millionen Euro nach 16,7 Millionen Euro zum 31. März 2003. Hierin beliefen sich die frei verfügbaren liquiden Mittel auf 3,8 Millionen Euro zum 30. Juni 2003 verglichen mit 9,7 Millionen Euro zum 31. März 2003.

Am 2. Juli 2003 kündigte Intershop weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen an. Im Zuge der Restrukturierung hat Intershop Maßnahmen zur Reduzierung des weltweiten Personalbestandes auf etwa 250 Mitarbeiter zum Ende des vierten Quartals 2003 ergriffen. Zum 30. Juni 2003 beschäftigte Intershop weltweit 445 Vollzeitarbeitskräfte, gegenüber 449 Vollzeitarbeitskräften zum 31. März 2003.

Die Restrukturierungsmaßnahmen betreffen alle Funktionsbereiche des Unternehmens. Nach Medienberichten können die freigesetzten Mitarbeiter zeitlich befristet in eine neu gegründete Beschäftigungsgesellschaft wechseln. Die Transfergesellschaft ist eine so genannte "betriebsorganisatorische eigenständige Einheit" innerhalb der Beratungsgesellschaft TowerConsult. Geschäftsführer von TowerConsult ist Reinhard Hoffmann, bisheriger Personalchef von Intershop.

Für das Gesamtjahr 2003 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro und hofft bald über rund fünf Millionen Euro derzeit eingefrorener Mittel wieder uneingeschränkt verfügen zu können.


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