Datenschutz: Elektronische Gesundheitskarte unproblematisch
Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) hält die Kampagne der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung für falsch. "Hier werden die Patienten wider besseres Wissen verunsichert und gezielt in die Irre geführt" , kommentierte der Vorsitzende der Bitkom-Geschäftsführung, Bernhard Rohleder, die Aktivitäten der Zahnärzte-Organisation.
"Die neue Karte wird den Patienten erstmals umfassenden Zugriff auf die eigenen Gesundheitsdaten geben und sie in die Rechte ihrer informationellen Selbstbestimmung einsetzen. Damit wird der Einblick des einzelnen Patienten in seine Gesundheits- und Behandlungssituation deutlich verbessert" , so Rohleder.
Laut Bitkom soll die elektronische Gesundheitskarte den Datenschutz vielmehr erheblich verbessern und die Souveränität und Entscheidungsbefugnis des einzelnen Patienten über den Umgang mit seinen Gesundheitsdaten stärken. Heute würden sensible Patientendaten ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen schriftlich, per Fax oder E-Mail übermittelt; Missbrauch sei möglich und fände auch statt. Bitkom teilte mit, dass das Speichern kompletter Krankenakten schon allein aus technischen Gründen nicht möglich ist. Es sei vielmehr der Patient, der darüber entscheide, welche Daten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden und welchen medizinisch berechtigten Personen er sie zur Verfügung stellen will.
Mit der Gesundheitskarte lassen sich nach Bitkom-Berechnungen bis zu 5 Milliarden Euro jährlich einsparen - bei einem Investitionsbedarf von etwa 1,3 Milliarden Euro. Die elektronische Gesundheitskarte soll 2006 eingeführt werden.



