SCOs Lizenzforderung ohne Grundlage?
"Bei diesem neuen Vorstoß handelt es sich offensichtlich um ein reines PR-Manöver", so LIVE-Vorstandsmitglied Daniel Riek. Anscheinend habe das öffentliche Interesse an SCOs Schmutzkampagne in den letzten Wochen so stark abgenommen, dass das Unternehmen nun mit diesen neuen Forderungen wieder mehr Aufmerksamkeit erheischen wolle, so Riek weiter.
In Deutschland hat sich SCI in einer Unterlassungserklärung gegenüber dem LIVE-Mitglied LinuxTag e.V. verpflichtet, seine Behauptungen nicht weiter zu verbreiten. Die Website von SCO Deutschland(öffnet im neuen Fenster) ist derzeit nicht erreichbar.
"SCO kann offensichtlich keine Beweise für seine Behauptungen vorlegen. Wie wir aber auch bereits früher dargelegt haben, hat SCO den Linux-Kernel ohnehin selbst jahrelang als freie Software unter der GPL-Lizenz vertrieben. Daher kann das Unternehmen heute wohl kaum noch irgendwelche Ansprüche geltend machen", so Riek weiter. "Davon abgesehen wäre das von SCO angekündigte Lizenzmodell, soweit sich dies zum jetzigen Zeitpunkt beurteilen lässt, selbst ein Verstoß gegen die GPL und damit unzulässig." Man solle sich daher nicht durch SCO verunsichern lassen.
Ähnlich argumentiert(öffnet im neuen Fenster) auch Bruce Perens, unter anderen einer der Gründer der Open-Source-Initiative: "Sie verkaufen die Katze im Sack", so Perens. "Ich denke, sie haben einen Fehler gemacht, da sie sich zu sicher waren. Dieser Fehler macht sie angreifbar für jeden, der Code zum Linux-Kernel beigesteuert hat." Die Linux-Entwickler hätten nicht zugestimmt, ihren Code unter SCOs Lizenz zu stellen, das mache die GPL sehr klar.
Eben Moglen, Berater der Free Software Foundation, weist darauf hin, dass das Ansinnen von SCO völlig sinnlos sei und vergleicht SCOs geplantes Lizenzprogramm mit Plagiaten in einer Zeitung. Enthält eine Zeitung ein Plagiat, könne man nicht jeden Leser zur Rechenschaft ziehen.
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