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Musikindustrie: Web-Tauschbörsen für Verluste verantwortlich

"Prinzen"-Sänger sieht Mitverantwortung der Plattenbranche für die Misere. Die Musikindustrie gibt Web-Tauschbörsen die Schuld an dramatisch gesunkenen Umsätzen. "Wir haben im vergangenen Jahr 165 Millionen CD-Alben absetzen können, im selben Zeitraum sind 260 Millionen Rohlinge mit Musik bespielt worden" , kritisierte der Chef des Bundes der Phonographischen Wirtschaft, Gerd Gebhardt, im Nachrichtenmagazin Focus. 2002 hätten Tonträgerhersteller 800 Arbeitsplätze abbauen müssen, der Handel weitere rund 500.
/ Andreas Donath
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Der Sänger der Band "Die Prinzen", Sebastian Krumbiegel, sieht einen Grund für diese Entwicklung in den Fehlern der Plattenbranche. "Die Musikindustrie hat Musik häufig zu einer austauschbaren, künstlichen Ware gemacht" , so der Künstler in Focus. Viele Menschen könnten nicht mehr erkennen, wenn hinter den Produktionen Kreativität und harte Arbeit stecke. "Daraus entstand ein Nährboden für Piraterie - für das schnelle Beschaffen und Wegwerfen von Songs."

Zusätzlich werfen Branchenexperten der Musikindustrie vor, mit wenig attraktiven Online-Angeboten die Fans in die illegalen Tauschbörsen zu treiben. Seit Monaten planen die Plattenfirmen ein gemeinsames Angebot, das nicht in Gang kommt. "Es gibt ungeklärte Punkte" , räumte Gebhardt ein: "Beispielsweise die Technik, die Abrechnungswege, die Bezahlsysteme" . Prinzen-Sänger Krumbiegel entgegnete, es gebe bereits erfolgreiche Modelle, an denen sich die Branche orientieren könne. Das eigentliche Problem bestehe darin, "dass es Ihrem Verband nicht gelingt, sich mit den Plattenfirmen zu einigen."


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