Spieletest: Das Mysterium von Zelenhgorm - Krudes Adventure
Spiel für PC seit Ende Juni 2003 erhältlich. Der Nachschub an PC-Adventures tröpfelt eher spärlich vor sich hin, insofern freut man sich als Fan des Genres über fast jede Neuveröffentlichung in diesem Bereich. Der Titel "Das Mysterium von Zelenhgorm", der seit Ende Juni 2003 für PC erhältlich ist, wird allerdings auch völlig ausgehungert auf neue Spiele wartende Adventure-Jünger kaum überzeugen können.
Das Spiel erschien bereits vor einiger Zeit unter dem Titel "Zelenhgorm: Land of the Blue Moon", wurde aber bisher ausschließlich online vertrieben. Der Publisher Schanz Interactive hat sich allerdings die Lizenz gesichert, um das Spiel in Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Händlerregale zu bringen. Die englische Sprachausgabe wurde beibehalten, dafür gibt es nun aber zumindest deutsche Untertitel.
Gründe, warum "Das Mysterium von Zelenhgorm" kein wirklich gutes Spiel ist, gibt es eine ganze Reihe. Das beginnt schon bei der sehr seltsamen und auch im Spielverlauf immer wieder verwirrenden Hintergrundgeschichte. Man übernimmt die Rolle des Erfinders Arrikk Vaheirr, der eines Tages feststellen muss, dass ein großes Segelschiff in der Bucht seines kleinen Dorfes gestrandet ist. Die Gründe dafür erfährt er zunächst nicht, dafür schlägt ihm von Seiten der Dorfbewohner purer Hass entgegen – da er Linkshänder ist und die abergläubische Bevölkerung das für ein schlechtes Omen hält, schieben fast alle ihm die Schuld für das mysteriöse Schiff in die Schuhe.
Dies hat dann leider auch Auswirkungen auf den Spielverlauf: Zwar trifft man auf eine ganze Reihe von Personen, da die meisten das Alter Ego des Spielers allerdings nur beleidigen oder nichts mit ihm zu tun haben wollen, sind die Interaktionsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Auch sonst ist nicht wirklich viel zu tun. Man bewegt sich per Mausklick, woraufhin immer eine kleine Kamerafahrt folgt, schaut sich aus der Ego-Persoektive im 360-Grad-Winkel am jeweiligen Standort um und entdeckt mit Glück einen aufhebbaren oder benutzbaren Gegenstand – der Mauszeiger verändert dann seine Form. An Schauplätzen sieht man eigentlich nur das eigene Dorf – erst zum Ende des Spiels betritt man das besagte Schiff und bekommt so zumindest etwas Abwechslung geboten.
Von wirklicher Atmosphäre kann man bei Zelenhgorm leider nicht sprechen: Zwar erinnert die Aufmachung prinzipiell an die Myst-Reihe, die seltsam sterilen Landschaften und die oft unfreiwillig komisch agierenden (echten) Schauspieler lassen allerdings kaum Stimmung aufkommen. Die verwaschene Grafik und die oft seltsam betonte Sprachausgabe sorgen ebenfalls nicht gerade für eine Steigerung der Langzeitmotivation.
Anders als bei den meisten anderen Adventures ist es bei "Das Mysterium von Zelenhgorm" möglich, zu sterben. Die angeführten Kritikpunkte sorgen allerdings dafür, dass man nach dem virtuellen Ableben kaum Lust haben wird, bestimmte Passagen noch mal zu spielen. Einen Grund zur Freude gibt es nur für Besitzer von langsamen PCs: Die altbackene Technik lässt das auf drei CDs verteilte Spiel des schwedischen Spieleentwicklers Moloto bereits ab einer CPU mit 266 MHz halbwegs flüssig laufen.
Fazit: Gute Ansätze sind vorhanden, die Umsetzung enttäuscht allerdings – angefangen bei der wenig überzeugenden Hintergrundgeschichte über die mangelnden Aktionsmöglichkeiten und die schwache Grafik bis hin zu den enttäuschenden Schauspieler-Leistungen. Selbst große Adventure-Fans sollten den Titel lieber erst Probe spielen, bevor sie sich zum Kauf entschließen.