Medienpolitik: Erzeugt Google ein Wissensmonopol?

Studie belegt verbreitetes Unwissen über Arbeitsweise von Suchmaschinen

Nach den Erkenntnissen einer Studie der Bertelsmann Stiftung wissen nur wenige Nutzer von Suchmaschinen, wie diese Internet-Helfer arbeiten und wie die Suchergebnisse zustande kommen oder wie sich Suchmaschinen finanzieren. Die Stiftung sieht als Gefahr, dass die Suchmaschinen zu "Torwächtern" im Internet werden und die Mehrzahl der Nutzer nur eine Suchmaschine verwenden, was einer Monopolbildung Vorschub leistet.

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Nach der Studie der Bertelsmann Stiftung verwenden über 90 Prozent aller Internet-Nutzer Suchmaschinen, womit diese zu einer einflussreichen Instanz im Netz geworden sind. Viele Nutzer verlassen sich dabei auf die Ergebnisse einer Suchmaschine, so dass alles, was diese nicht findet, vielen verborgen bleibt. 55 Prozent der befragten Anwender nehmen an, dass Suchmaschinen ihre Erlöse mit dem Verkauf von Nutzerdaten erzielen. Tatsächlich zählen Werbeeinnahmen sowie der Verkauf von Suchtechnologien zu den Haupteinnahmequellen.

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"Die Qualität der Suchmaschinen", erläutert Prof. Dr. Marcel Machill, Berater der Bertelsmann Stiftung und Journalistik-Professor an der Universität Leipzig, "entscheidet darüber, wie sich die Nutzer im Internet zurecht finden, wie sie sich informieren und ob sie die Menge an Informationen überhaupt meistern können."

Die Studie sieht in der zunehmenden Monopolbildung eine Gefahr, denn der Suchmaschinen-Marktführer Google wird von 69 Prozent aller Suchmaschinen-Nutzer bevorzugt verwendet. Hierin sind noch keine Ergebnisse von Lizenznehmern wie etwa Yahoo oder AOL eingerechnet, welche die Google-Datenbank bei der Internet-Suche nutzen. Nur 39 Prozent der Internet-Anwender greifen bei der Internet-Recherche auf eine zweite Suchmaschine zurück, während fast niemand drei oder mehr Dienste verwendet. "Hier tauchen bekannte medienpolitische Fragestellungen wie Konzentrationsbegrenzung und publizistische Macht in neuem Gewand auf. Für Internet-Suchmaschinen benötigen wir jedoch neue Regulierungsansätze", meint Marcel Machill dazu, ohne diese näher zu erläutern.

Als weiteres Risiko macht die Studie die Rankings von Suchergebnissen aus, die nicht nur die Relevanz der gesuchten Websites zeigen, sondern zunehmend auch Ergebnisse liefern, die nichts mit der Anfrage zu tun haben. 57 Prozent der deutschen Suchmaschinen-Betreiber registrierten im vergangenen Jahr eine Zunahme der manipulierten Angaben, mit denen Website-Anbieter Top-Platzierungen in den Ergebnislisten erzielen wollen. Als problematisch erweist sich dieses Problem in Bezug auf den Jugendschutz: Kinder und Jugendliche werden mit jugendgefährdenden Inhalten konfrontiert, auch wenn sie danach nicht gesucht haben.

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Die komplette Studie "Wegweiser im Netz. Qualität und Nutzung von Suchmaschinen" soll im Oktober 2003 erscheinen. Für die Untersuchung wurden Bedienerfreundlichkeit und inhaltliche Qualität der verbreiteten deutschen Suchmaschinen analysiert. Eine Nutzerbefragung soll dabei Aufschluss über die Erfahrungen bei der Informationssuche geben. Außerdem wurde in einem Laborexperiment das tatsächliche Verhalten von Suchmaschinen-Nutzern erforscht. Die Studie ist Teil des Projektes "Transparenz im Netz", womit die Bertelsmann Stiftung Internet-Nutzer für die Möglichkeiten und Grenzen von Suchmaschinen sensibilisieren und Hilfestellung bei der Informationssuche im Internet geben will.

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cf.ru 07. Apr 2004

es wird immer alternativen geben, die durchaus google schalgen können (wenn man sich die...

cf.ru 07. Apr 2004

es wird immer alternativen geben, die durchaus google schalgen können (wenn man sich die...

Frank 06. Apr 2004

und die werden ja wieder stärker. Yahoo mit Altavista werden ja wieder durchstarten und...

LEXI 18. Jul 2003

Also ich würde sowas gerne mal zu Gesicht bekommen. Ich für meinen Teil stehe drauf, mir...



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