Spiel auf DVD für PC. Im Herbst letzten Jahres sorgte der Fantasy-Action-Titel Enclave auf der Xbox für Furore, seit kurzem ist nun – mit einiger Verspätung – endlich auch die PC-Version des Spiels erhältlich. Wie schon auf der Konsole überzeugt das Spiel dabei auch am PC vor allem auf Grund der famosen Präsentation.
Inhaltlich hat sich nichts geändert: In einer von Kriegen gezeichneten Fantasy-Welt leben die Völker des Lichts und der Finsternis seit Jahrtausenden in Feindschaft. Ein tiefer Riss, der die Welt vor Urzeiten in zwei Hälften spaltete, sorgte allerdings dafür, dass die beiden Gruppen zeitweilig nicht miteinander in Kontakt kamen. Die Länder des Lichts konnten so ihren Wohlstand vermehren und ein friedliches Leben führen, ringsherum entstanden allerdings die so genannten Outlands – verwüstete, karge und unwirtliche Landschaften.
Im Lauf der Jahrhunderte begann sich jedoch der tiefe Riss wieder zu schließen und Scharmützel zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis entlang der Grenzgebiete gehörten schon bald zum Alltag. Ein neuerlicher Krieg zwischen den Fronten steht nun kurz bevor – und der Spieler greift natürlich aktiv ins Geschehen ein. Dabei schlägt man sich zunächst auf die Seite des Lichts, sobald man diese Kampagne aber erfolgreich absolviert hat, kann man die Seiten wechseln und als Kämpfer des Schattens antreten.
Beide Kampagnen zusammengenommen beinhalten insgesamt 25 Missionen, wobei sich einige Schauplätze allerdings wiederholen, da man sie mal als Licht-, mal als Schattenkämpfer besucht – natürlich jeweils mit unterschiedlichen Missionszielen. Zu Beginn zieht man als Ritter in den Kampf, in den einzelnen Misisonen schaltet man allerdings neue Charaktere frei, so dass vor jedem neuen Level gewählt werden darf, mit wem man antreten möchte. So stehen etwa auf Seiten der Guten auch eine Druidin und ein Halbling zur Wahl, die Riege der Bösen umfasst dafür zum Beispiel einen Berserker und eine Zauberin.
Das Gameplay von Enclave ist recht simpel – zumeist müssen unzählige Monster geplättet werden. Zwar gibt es immer eine ganze Reihe von Missionszielen zu erledigen – etwa einen Vorposten auszuschalten oder einen Händler zu eskortieren – praktisch bedeutet dies aber immer nichts anderes als alle Orks, Werwölfe und sonstige Feinde, die man so trifft, niederzuringen. Dafür stehen unzählige Waffen zur Wahl: Schwerter und Schilde in verschiedenen Ausführungen, Äxte und eine Armbrust für die kräftigeren Charaktere, diverse Zauber- und Magie-Möglichkeiten für die zierlicheren Helden. Die Ausrüstung erkauft man sich dabei vor jeder Mission mit dem Gold, das man in den Level zuvor eingesammelt oder sich auf Grund besonderer Leistungen verdient hat.
Die Bedienung ist recht simpel – man steuert den Helden ähnlich wie in einem Ego-Shooter mit Tastatur und Maus. Einfache Angriffe werden mit der linken Maustaste ausgeführt, in Kombination mit bestimmten Tasten sind zudem noch Combos möglich. Oft lohnt es sich, die weiträumigen Areale aufmerksam zu durchstreifen – viele Wände lassen sich etwa durchbrechen, um so dahinter Schätze oder Heiltränke zu finden. Von Zeit zu Zeit ist neben den Kampfeskünsten auch ein wenig Geschicklichkeit gefragt, etwa, wenn ein schmaler Abgrund auf einer dünnen Holzplanke überquert werden muss.
Auch wenn insgesamt drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl stehen ist Enclave vor allem auf Grund der Speicherfunktion nicht gerade leicht: Spielstände werden immer nur zwischen den Missionen angelegt, in den Levels gibt es nur vereinzelte Checkpoints, an denen man nach dem virtuellen Tod wiederaufersteht.
Optisch ist Enclave ein absoluter Leckerbissen: Die Texturen sind äußerst detailliert, zahlreiche Effekte wie brodelnde Lava oder herunterpolternde Felsbrocken lassen die Fantasy-Welt äußerst lebendig erscheinen. Aber auch grafische Abwechslung wird groß geschrieben: Ob man durch die engen Gassen einer kleinen Stadt, die düsteren Outlands oder mysteriöse Gebäude läuft, immer gibt es für das Auge viel zu entdecken. Auch der Soundtrack ist erstklassig: Die abwechselnd pompösen und sanften Klassik-Klänge untermalen das Geschehen nahezu perfekt.
Das wohl größte Manko von Enclave ist dafür allerdings die fehlende Langzeitmotivation: Auf Grund des auf Dauer etwas eintönigen, permanenten Hack&Slays lässt die Begeisterung nach ein paar Missionen doch merklich nach, da im Spielverlauf kaum neue Gameplay-Elemente hinzukommen. Über einen Multiplayer-Part verfügt Enclave zudem leider auch nicht.
Erfreulich ist, dass Atari bei der PC-Version von Enclave auf das DVD-Format setzt – so passt das Spiel auf einen Silberling und muss nicht auf mehrere CDs verteilt werden. Wer allerdings kein DVD-Laufwerk in seinem PC hat, muss ohne Enclave auskommen.
Fazit: Enclave ist zweifellos ein Augen- und Ohrenschmaus, der Fans von Hack&Slay-Abenteuern einige Stunden lang begeistern dürfte – die stimmungsvolle Atmosphäre weiß jedenfalls rundum zu überzeugen. Spielerisch würde man sich allerdings ein wenig mehr Abwechslung wünschen, so ist etwa nach der Hälfte der Missionen doch ein wenig die Luft raus.