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Spieletest: The Hulk - Comic-Prügelei zum Film

Spiel erscheint für PS2, Gamecube, Xbox und PC. Seit dem 3. Juli läuft Ang Lees Comic-Verfilmung The Hulk in den deutschen Kinos und sorgt sowohl bei Fans des grünen Muskelmanns als auch bei Kritikern für sehr gemischte Reaktionen. Ähnliches dürfte für das Spiel zum Film gelten - die Umsetzung für Konsolen und PC ist eine recht zwiespältige Angelegenheit.
/ Thorsten Wiesner
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Anstatt einfach die Story des Films nachzuerzählen verfügt das Spiel über eine eigene Hintergrundgeschichte, die einige Szenen aus dem Film aufgreift und mit diversen Elementen aus den Comics verknüpft. Besonders fesselnd ist die Geschichte allerdings nicht - vielmehr dient sie mehr als Mittel zum Zweck, um dem Dauer-Geprügel einen passenden Rahmen zu geben.

Die meiste Zeit kämpft man sich mit dem Hulk durch unzählige Horden von Angreifern, wobei überwiegend Soldaten, aber auch mal Kampf-Roboter und andere Gegner bezwungen werden müssen. Neben den sehr wirksamen Fäusten können die Feinde noch mit einer Reihe anderer Handlungen ausgeschaltet werden - beispielsweise lassen sie sich packen und durch die Luft schleudern, oder aber man greift sich eines der zahlreich herumstehenden Objekte wie etwa Autos und schleudert es auf die Angreifer.

Zusätzliche Combos und Sprünge sorgen dafür, dass einem die Action nicht so schnell langweilig wird. Zudem gibt es eine "Wut-Leiste" - erzielt Hulk viele gute Treffer oder wird er oft von den Gegnern vermöbelt, lädt sich die Leiste so lange auf, bis er schließlich eine Art Superkraft aktivieren kann und vorübergehend mit deutlich massiverer Wirkung Schaden erzielen kann. Das ist optisch zum Teil sehr schön umgesetzt - neben einfach zerbröselnden Wänden hinterlässt der grüne Mann etwa nach Sprüngen auch Risse im Boden.

Was The Hulk stellenweise recht schwierig macht ist neben den seltenen Speichermöglichkeiten vor allem die zahlenmäßige Übermacht der Angreifer. Die verfügen zwar kaum über nennenswerte Intelligenz, stürzen sich aber in solchen Massen auf den Spieler, dass es meist am sinnvollsten ist, so schnell wie möglich die Level zu durchqueren und zum Ausgang zu rennen - bleibt man stehen, kommen immer wieder neue Soldaten auf einen zugerannt. Zur "Entspannung" gibt es einige Momente im Spiel, in denen man in die Rolle des nicht-mutierten Hulk-Alter-Ego Bruce Banner schlüpft - hier ist anstelle von Action dann Schleicharbeit angesagt. Diese Level machen allerdings nur begrenzt Spaß und wirken wie eine nicht ganz zu Ende gedachte Light-Version von Metal Gear Solid oder Splinter Cell.

Die derzeit recht populäre Cel-Shading-Technologie kommt auch hier wieder zum Einsatz und sorgt dafür, dass die Umgebungen und die Charaktere im Comic-Look auf dem Bildschirm erscheinen - das sieht einerseits recht witzig aus und sorgt zudem dafür, dass der recht niedrige Detail-Grad nicht so sehr auffällt. Optische Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen gibt es kaum, das Spiel sieht auf Gamecube, Xbox und PlayStation 2 fast identisch aus, wobei alle Versionen leider mit gelegentlichen Rucklern zu kämpfen haben. Die PC-Version enttäuscht insofern ein bisschen, als dass es sich bei ihr um eine einfache Portierung von den Konsolen handelt, die auf die technischen Gegebenheiten und die Eingabegeräte des PC wenig Rücksicht nimmt.

Schön ist dafür die Soundkulisse und die auf den Spiel-CDs enthaltenen Extras - so kann man sich unter anderem Film-Trailer, aber auch ein nettes Making-Of des Spiels anschauen.

Fazit:
Für Fans des Comics bzw. des Kinofilms ist das Videospiel schon einen Blick wert - die unterschiedlichen Kampf-Combos machen die etwas hirnlose Prügelei zu einer zumindest zeitweise recht amüsanten Angelegenheit, vor allem auch auf Grund der optisch nett umgesetzten Spur der Verwüstung, die Hulk hinterlässt. Die schwachen Stealth-Einlagen und die mangelnde Abwechslung verhindern aber, dass das Spiel mit aktuellen Spitzen-Beat'em-Ups mithalten kann.


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