Softwareentwickler und SAP-Experten mit guten Chancen
Ein weiteres Ergebnis der Stellenmarktanalyse: Die Bedeutung der IT-Qualifizierung steigt – der Trend geht zum zertifizierten Spezialisten mit Kenntnissen auch aus anderen IT-Bereichen. CDI hat für seine Studie die Stellenmärkte von 16 führenden Tageszeitungen und drei Fachzeitschriften sowie den fünf größten Online-Jobbörsen ausgewertet. Der Trainigsanbieter führt die Stellenmarktanalyse seit 1987 jährlich durch.
Der IT-Arbeitsmarkt wird nach wie vor von den IT-Kernberufen – Softwareentwickler, Datenbanker, Netzwerkadministratoren, IT-Berater und Servicemitarbeiter – beherrscht: 78 Prozent aller IT-Stellenanzeigen entfielen auf dieses Segment. Doch die IT-Mischberufe, in denen anwendungsbezogene Qualifikationen im Vordergrund stehen, gewinnen an Bedeutung: So stieg der Anteil der offenen Stellen für Mischberufe um fünf Prozentpunkte auf 22 Prozent.
Bei den IT-Kernberufen sind Softwareentwickler und Programmierer auch in diesem Jahr am stärksten gefragt: 30 Prozent aller Stellenanzeigen richten sich an diese Berufsgruppe. Dabei werden bei fast 80 Prozent aller zu besetzenden Stellen Kenntnisse in Programmiersprachen wie C++/Visual C++, Java, C, SQL oder Visual Basic .net verlangt. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen die Skript- und Markup-Sprachen: In fast einem Drittel der Anzeigen wird hier Know-how vorausgesetzt. Die zweite Position bei den IT-Kernberufen nehmen jetzt die Stellen für IT-Organisation/-Beratung/-Projekte ein. Dieser Bereich konnte einen Anstieg auf einen Anteil von 25 Prozent verbuchen. Der Stellenmarkt für Netzwerk- und Betriebssystem-Spezialisten ging leicht auf 21 Prozent zurück.
Im Segment der IT-Mischberufe nehmen die offenen Stellen für SAP-Experten mit Abstand – 92 Prozent – den größten Raum ein. Insgesamt werden SAP-Spezialisten in einem Fünftel aller IT-Stellenanzeigen gesucht – gegenüber 13 Prozent 2002 ist dies ein deutlicher Zuwachs. Die meisten Anzeigen richten sich an SAP-Berater/-Projektleiter und SAP-Anwendungsentwickler. Die offenen Stellen für SAP-Systemberater/-Administratoren haben sich im vergangenen Jahr verdoppelt, ihr Anteil an den SAP-Stellenanzeigen liegt mittlerweile bei 19 Prozent. Bei fast 60 Prozent der offenen Stellen für SAP-Experten werden Kenntnisse der "klassischen" SAP-Anwenderkomponenten erwartet – besonders der Bereich Finanzwesen (FI) wird immer stärker nachgefragt. Die neuen Komponenten werden jedoch mit einem Drittel der Stellenanzeigen immer häufiger genannt. Der Spitzenreiter hier: SAP Business Warehouse.
Im Bereich SAP stellen Arbeitgeber überdurchschnittlich hohe Anforderungen an die Qualifikation der Bewerber: So wird in 63 Prozent aller Anzeigen ein Studium erwartet. Zudem sollten Bewerber je nach offener Stelle nicht nur über SAP-Know-how, sondern auch über Kenntnisse in Java, Datenbanken, Betriebssysteme, Data Warehouse und Customer Relationship Management verfügen.
Zu den Verlierern auf dem IT-Arbeitsmarkt gehören die Arbeitssuchenden, die nicht über eine formale Qualifikation verfügen. So liegt der Anteil der Stellenanzeigen, in denen ein Studium verlangt wird, je nach Berufsbereich zwischen 55 Prozent und 65 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2002. Eine Ausnahme ist der Berufsbereich Service/Support; hier wird nur in 39 Prozent aller Anzeigen eine akademische Ausbildung verlangt. Zugleich erwarten Arbeitgeber von den Bewerbern zunehmend themenübergreifendes Wissen: So sind zum Beispiel Softwareentwickler gefragt, die neben Programmier-Kenntnissen auch Know-how etwa in den Bereichen Systemsoftware oder Datenbanken vorweisen können. Für IT-Fachkräfte, die ihr breites IT-Wissen individuell komplettieren möchten, hat CDI jetzt sein Bildungsprogramm um themenspezifische Modultrainings von kürzerer Dauer ergänzt.
Ein deutliches Zeichen für den wachsenden Stellenwert formaler Qualifizierungen ist auch das neue System für die IT-Weiterbildung anhand standardisierter Berufsbilder, das im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im vergangenen Jahr entwickelt wurde. CDI war hierbei an der Ausarbeitung eines Spezialistenprofils – dem Database Developer – maßgeblich beteiligt. Es ist zu erwarten, dass die in diesen Weiterbildungsprofilen enthaltenen Abschlüsse in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Besetzung von Stellen spielen werden. Deshalb qualifiziert CDI seine Kursteilnehmer auf Grundlage des neuen Systems und verschafft den Absolventen so einen entscheidenden Vorsprung auf dem Arbeitsmarkt.
Neben den fachlichen und formalen Qualifikationen weisen IT-Stellenanzeigen einen nochmaligen Anstieg der nachgefragten Schlüsselqualifikationen aus. In 78 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent) aller IT-Stellenanzeigen sind hierzu Angaben gemacht worden. Dabei entfallen durchschnittlich zwei bis drei Nennungen zu Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Erfolgsorientierung, Flexibilität etc. auf eine Anzeige. In jeder zweiten IT-Stellenanzeige wird Teamfähigkeit verlangt; in jeder dritten Kommunikationsfähigkeit.
"Der IT-Arbeitsmarkt zieht schon jetzt wieder an – die positive Entwicklung in der Mobilfunkbranche sowie der Investitionsrückstand in den Bereichen IT-Security und E-Government sind nur einige Gründe dafür" , erklärte Rolf Scheuring, Geschäftsführer von CDI. "Die CDI Stellenmarktanalyse 2003 zeigt, dass fundiert ausgebildete IT-Spezialisten nach wie vor gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Um für die wachsende Nachfrage nach IT-Fachkräften gerüstet zu sein, müssen wir in Deutschland vorausschauend qualifizieren. Deshalb ist die öffentlich geförderte IT-Weiterbildung wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil einer effektiven Arbeitsmarktpolitik."