Werden Frauen in Online-Rollenspielen diskriminiert?
In Everquest wählt jeder Spieler ein virtuelles Alter Ego und trainiert durch Kämpfe und fortwährendes Spielen dessen Charakterwerte. Diese so genannten "Avatare" können dabei sowohl männlich als auch weiblich sein. Einige Spieler verkaufen ihre virtuellen Helden, nachdem sie über besonders hohe Werte verfügen, über Auktionshäuser wie eBay.
Laut einem Artikel im Magazin Newscientist.com hat Castronova nun herausgefunden, dass man für weibliche Charaktere bei derartigen Versteigerungen einen im Schnitt um zehn Prozent niedrigeren Erlös erzielt als wenn man einen männlichen Held mit den identischen Eigenschaften verkauft. Edward Castronova räumt allerdings ein, dass diese Preisunterschiede zum Teil auch auf die Zusammensetzung der Everquest-Spielerschaft zurückzuführen sei – schließlich wären die meisten Spieler männlich und würden auch lieber mit einem männlichen Helden spielen.
Newscience.com zitiert zudem den an der Manchester University arbeitenden Forscher Jason Rutter, der einen weiteren Grund für die niedrigeren Preise weiblicher Helden gefunden haben will. Laut Rutter würden weibliche Helden im Spiel oftmals massiv schikaniert, so dass Spieler früher oder später lieber einen männlichen Charakter wählen, um derartige Probleme zu umgehen.



