VATM fordert Entlastung von Wettbewerb und Kunden

RegTP soll Einmalentgelte für Umschaltung, Neuschaltung und Kündigung senken

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), der über 50 private Telekommunikationsunternehmen repräsentiert, fordert von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) eine deutliche Absenkung der Einmalentgelte der Telekom, die die Wettbewerber für die Umschaltung, Neuschaltung und Kündigung eines Teilnehmeranschlusses (TAL) zu zahlen haben. Die RegTP wird diese Gebühren in Kürze neu festlegen.

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Im vergangenen Jahr hatte der Regulierer die Gültigkeit der damals beschlossenen Tarife in der Hoffnung, dass diese Leistungen dann dank effizienterer Abläufe beim Umschaltungsprozess günstiger zur Verfügung gestellt werden könnten, auf nur ein Jahr befristet. "Eine deutliche Absenkung der Entgelte wäre aus Sicht des Verbandes auch im Hinblick auf die harsche Kritik der EU erforderlich, die die wettbewerbsschädigende Preisstruktur in Deutschland kritisiert hat. Würden die Preise für die Wettbewerber nicht gesenkt, wären höhere Endkundenpreise, wie von der DTAG schon angedroht, wohl unausweichbar", befürchtet Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM.

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Eine Absenkung der Preise wäre aus Sicht des Verbandes ohnehin längst überfällig. So blieb die RegTP bereits im Vorjahr nach Ansicht des VATM erheblich hinter den durch die technische Entwicklung möglichen Preisreduzierungen zurück. Denn statt unter 40,- Euro für eine einfache Umschaltung zu kommen - was durchaus realistisch wäre - beträgt der an die Telekom zu zahlende Preis immer noch über 70,- Euro. Hinzu kommen zum Teil erhebliche Aufschläge, wenn beispielsweise Arbeiten beim Kunden erforderlich sind (113,84 Euro) oder wenn der Kunde eine schnellere Leitung als die normale Kupferdoppelader wünscht (bis zu 293,72 Euro).

Die zusätzlich anfallenden - und nach Meinung des VATM völlig unberechtigten - Kündigungsentgelte liegen bei 50,71 Euro oder bei gleichzeitiger Umschaltung bei 34,94 Euro. Die zusätzlich zu den Einmalentgelten anfallende feste Monatspauschale wurde von der Regulierungsbehörde bereits am 29. April dieses Jahres neu festgelegt. Demnach haben die Wettbewerbsunternehmen für das Anmieten des blanken Kabels zum Endkunden pro Anschluss monatlich 11,80 Euro an die DTAG zu zahlen und damit immer noch de facto mehr als die eigenen Kunden der Telekom für den kompletten analogen Anschluss.

"Wenn die Kosten der DTAG von der RegTP weiterhin zu hoch angesetzt werden, bedeutet das nicht nur unzulässige Mehreinnahmen auf Seiten der DTAG, sondern führt zu wettbewerbsbehindernden Belastungen von Unternehmen und Verbrauchern", befürchtet der VATM. "Die RegTP muss den Mut haben, hier gegen die Eigentümerinteressen des Bundes an der DTAG endlich faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen."

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