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Spieletest: Lost Kingdoms II - Ungewöhnliches Rollenspiel

GameCube-Titel von Activision. In puncto Rollenspiele sieht es auf dem GameCube weiterhin sehr mau aus – trotz Highlights wie Skies Of Arcadia gibt es für Besitzer der Nintendo-Konsole in diesem Segment nur sehr wenig Auswahl. Mit Lost Kingdoms II erscheint nun zumindest ein weiteres Rollenspiel, dessen Vorgänger bereits auf Grund des eher ungewöhnliches Gameplay von sich reden machen konnte.
/ Thorsten Wiesner
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Spielerisch und inhaltlich ist Lost Kingdoms II dem ersten Teil recht ähnlich, viele Gameplay-Elemente wurden aber sinnvoll ausgebaut und verfeinert. Die Story selbst setzt einige Zeit später ein als die des Vorgängers. Dementsprechend schlüpft man auch nicht mehr in die Rolle der alten Heldin Katia, sondern steuert stattdessen die junge und gewitzte Diebin Tara, die urplötzlich ihre Welt retten muss.

Der Hauptunterschied zwischen Lost Kingdoms II und anderen Rollenspielen liegt in der Art der Kampfführung: Zwar müssen auch hier unzählige (Echtzeit-)Gefechte geführt werden, anstelle von herkömmlichen Waffen bedient man sich aber einer Reihe von Spielkarten, die per Knopfdruck ausgespielt werden. Natürlich stehen dabei sehr unterschiedliche Karten zur Auswahl: Manche lösen eine Nahkampf-Aktion aus, andere beschwören Zauber oder rufen eine Fee herbei, die die Kraft des Spielers erneuert. Zudem sind auch Wechsel der eigenen Gestalt möglich, so dass man etwa in der Lage ist zu fliegen.

Die zahlreichen Karten sind sehr unterschiedlich in ihrer Wirkung und ihrer Stärke, trotzdem kann man nicht immer nur die mächtigsten von ihnen auslegen – jede Karte benötigt magische Energie, von der dem Spieler natürlich nur eine begrenzte Zahl zur Verfügung steht. Karten lassen sich allerdings auch kombinieren, zudem spielen Elemente wie Wasser, Feuer, Erde und Luft eine große Rolle – die Taktik kommt bei den Gefechten also nicht zu kurz.

Optisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan, so dass man sich stellenweise etwas mehr grafischen Glanz wünschen würde. Vor allem die Texturen sind etwas dürftig, und die Animationen der Monster und von Tara selbst können auch nur begrenzt überzeugen. Im Vergleich dazu hat man sich bei der Akustik deutlich mehr Mühe gegeben, Sprachausgabe und Soundeffekte überzeugen weitestgehend.

Fazit:
Auch wenn Lost Kingdoms II qualitativ nicht mit Skies Of Arcadia mithalten kann ist der Titel für Rollenspiel-Fans durchaus einen Blick wert. Vor allem das ungewöhnliche Spielkarten-System bringt erfrischend neuen Wind ins Genre und fügt dem Spiel eine gehörige Prise Taktik hinzu. Die etwas altbackende Präsentation verhindert allerdings eine Top-Wertung.


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