Apple PowerMac G5 - die schnellste Workstation der Welt?

Der G5 Systemcontroller – ein von Apple entwickelter spezieller PowerMac-G5-Chipsatz – ist das eigentliche Nervenzentrum der neuen PowerMac-G5-Systeme. Hier sind nicht nur der oder die PowerPC-G5-Prozessoren angebunden, sondern auch eine 128-Bit-Speicherschnittstelle für DDR333/400-SDRAM (bis zu 6,4 GByte/s), eine 800-MHz-HyperTransport-Schnittstelle für die PCI-X-Steckplätze (64 Bit) und ein AGP-8X-Pro-Steckplatz für Profigrafikkarten. Dank Punkt-zu-Punkt-Anbindung sollen sich die Komponenten dabei nicht gegenseitig die Bandbreite wegnehmen, so dass etwa im Multiprozessor-Betrieb die Prozessoren nicht ins Gehege kommen. Ebenfalls in den G5-Systemcontroller integriert bzw. an ihn angebunden sind ein Serial-ATA-Controller mit zwei 1,5-GBit/s-Kanälen, 1 x Firewire 800, 2 x Firewire 400, 3 x USB 2.0, Gigabit-Ethernet und optische Sound-Ausgänge. IEEE-802.11g-WLAN- und Bluetooth-Erweiterungen können bei den Rechnern nachgerüstet werden.
Der mittlere PowerMac-G5-Rechner beherbergt einen 1,8-GHz-PowerPC-G5-Prozessor mit 900-MHz-Systembus sowie 512 MByte DDR400-SDRAM (Dual-Channel). Maximal kann das System über seine 8 DIMMs auf bis zu 8 GByte DDR-SDRAM aufgerüstet werden. Bei der Festplattenkapazität hat Apple hier mit 160 GByte eine etwas größere Serial-ATA-Platte spendiert, ansonsten ist auch ein 4x Superdrive zum DVD- und CD-Brennen verbaut. Auch hier steckt im AGP-8X-Pro-Steckplatz eine Nvidia-Grafikkarte mit GeForceFX-5200-Ultra-Grafikchip mit 64 MByte Speicher. Dafür gibt es aber drei PCI-X-Slots, einen mit 133 MHz und zwei mit 100 MHz getaktet. Der Preis des ganzen Systems liegt bei rund 2.550 Euro.
Das Top-System ist ein PowerMac G5 mit zwei 2-GHz-PowerPC-G5-Prozessoren, die mit je 1-GHz-Systembus und 512 MByte DDR400-SDRAM (maximal 8 GByte wie beim mittleren System) für Höchstleistung sorgen sollen. Bis auf die AGP-8X-Pro-Grafikkarte – in diesem Fall ist es die leistungsfähigere Radeon 9600 Pro mit 64 MByte Grafikspeicher – stimmt die restliche Ausstattung mit dem des mittleren Ein-Prozessor-Systems überein: Eine 160-GByte-Serial-ATA-Festplatte und ein 4x Superdrive zählen zur Standardausstattung des laut Apple weltweit schnellsten Desktop-Rechners. Im Vergleich zu einem Xeon-Dual-System von Dell, das zudem deutlich teurer sei, komme man in Applikationen (ausgewählt wurden ein auf 64 Bit optimiertes Photoshop, Mathematica und der Luxology-3D-Renderer) auf eine bis zu doppelt so hohe Leistung. Zwar ist laut Apple die Integer-Leistung der Intel-Konkurrenz besser (etwa um 10 Prozent), dafür sei aber die Fließkommaleistung um über 20 Prozent höher und bei großen Datenmengen würde man auf Grund der systemweit deutlich höheren Bandbreite die Oberhand haben und teilweise Anwendungen ermöglichen, die auf einem Xeon-System nicht möglich seien. Mit einem erstaunlich niedrig wirkenden Preis von rund 3.250 Euro will Apple dabei konkurrierenden Intel- und AMD-basierten 32- und 64-Bit-Workstations den Kampf ansagen.
Bis man einen PowerMac G5 kaufen kann, wird es allerdings noch etwas dauern: Erst im August 2003 wird Apple die Systeme zusammen mit dem aktuellen MacOS X Version 2.7 ausliefern. Adobe hat angekündigt, zeitgleich zur Verfügbarkeit ein entsprechendes Update für Photoshop zu liefern, mit dem sich die 64-Bit-Leistung der neuen Prozessoren voll ausnutzen lassen soll. Auf einer Veranstaltung in Berlin zeigte Apple am Abend des gestrigen 23. Juni 2003 zwar schon einige PowerMac G5 in Aktion, doch handelte es sich dabei noch um Prototypen. Das hinderte Apple und IBM jedoch nicht daran, in San Francisco bereits die Arbeit an der nächsten PowerMac-G5-Generation zu verkünden, die man in einem Jahr mit Taktraten von 3 GHz vorstellen will.