Überwachung im Internet: 60 Länder im Zentrum der Kritik

In dem mittlerweile zum zweiten Mal erschienenen, umfangreichen Bericht "Internet under Surveillance" dokumentiert die Journalisten-Vereinigung die zum Teil massiven Versuche in 60 Ländern, die Informationsfreiheit im Netz einzuschränken: Unliebsame Seiten werden herausgefiltert und blockiert, Internetcafés streng kontrolliert, Providern Lizenzen entzogen, Nutzer und Journalisten überwacht, eingeschüchtert und schlimmstenfalls sogar hinter Gitter gebracht. Mindestens 49 "Cyber-Dissidenten" befinden sich laut dem Bericht zurzeit in Haft, weil sie online ihre Meinung äußerten, davon allein in China 38. 11 weitere würden in Vietnam, auf den Malediven, in Malaysia und in Tunesien festgehalten.
Die schärfsten Einschränkungen registriert Reporter ohne Grenzen zwar in Ländern, die bekanntermaßen die Pressefreiheit wenig achten, doch sie stehen nicht allein im Fokus der Kritik. Viele westliche Demokratien hätten mittlerweile rechtliche wie praktische Voraussetzungen zur Überwachung der gesamten Telekommunikation, einschließlich der systematischen Sammlung von Nutzerdaten, geschaffen, mit deren Hilfe Polizei und Geheimdienste Kontakte und Netzwerke aufspüren könnten. Für Journalisten gelten keine Ausnahmeregelungen, was den Quellenschutz praktisch aushöhlt, mahnt Reporter ohne Grenzen.
Zeitgleich mit der Veröffentlichung des Berichts startet Reporter ohne Grenzen mit DW-World, dem Internetangebot der Deutschen Welle, eine Kooperation unter dem Titel "Überwachung im Internet". DW-World berichtet in einem Themenpaket ausführlich über Länder, in denen die Nutzung des Internets eingeschränkt wird. Das Dossier findet sich unter www.dw-world.de/internet-ueberwachung(öffnet im neuen Fenster) .
Der Report "The Internet under surveillance" steht in Englisch auf der Website www.reporter-ohne-grenzen.de(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung.



