Überwachung im Internet: 60 Länder im Zentrum der Kritik

Tunesischer Cyber-Dissident erhält Preis für Freiheit im Internet

Die schnelle, freie Kommunikation über das nahezu global verfügbare Internet wird von vielen Regierungen als gefährlich eingestuft, da es Zugänge zu Informationen jenseits staatlicher Propaganda eröffnet. China, Vietnam, Malaysia und Tunesien beispielsweise propagieren zwar die Förderung des Internets als Maßnahme ökonomischer Entwicklung und fördern dessen Verbreitung, gleichzeitig sind sie aber auch die schärfsten Widersacher der Freiheit im Netz. Denn ein falscher Klick kann Nutzer für Jahre hinter Gittern bringen, so Reporter ohne Grenzen.

Artikel veröffentlicht am ,

In dem mittlerweile zum zweiten Mal erschienenen, umfangreichen Bericht "Internet under Surveillance" dokumentiert die Journalisten-Vereinigung die zum Teil massiven Versuche in 60 Ländern, die Informationsfreiheit im Netz einzuschränken: Unliebsame Seiten werden herausgefiltert und blockiert, Internetcafés streng kontrolliert, Providern Lizenzen entzogen, Nutzer und Journalisten überwacht, eingeschüchtert und schlimmstenfalls sogar hinter Gitter gebracht. Mindestens 49 "Cyber-Dissidenten" befinden sich laut dem Bericht zurzeit in Haft, weil sie online ihre Meinung äußerten, davon allein in China 38. 11 weitere würden in Vietnam, auf den Malediven, in Malaysia und in Tunesien festgehalten.

Stellenmarkt
  1. (Junior) Integration Developer (m/w/d)
    Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH (F.A.Z.), Frankfurt am Main
  2. Junior Produkt Manager Digital Business (m/w/d)
    MEDIENGRUPPE KLAMBT, Hamburg (Home-Office möglich)
Detailsuche

Zouhair Yahyaoui
Zouhair Yahyaoui
Einer der Inhaftierten ist der tunesische Online-Dissident Zouhair Yahyaoui. Er erhielt am heutigen 19. Juni 2003 den erstmals vergebenen "Preis für Freiheit im Internet" von Reporter ohne Grenzen und GlobeNet. Der junge Betriebswirt sitzt seit 4. Juni 2002 in der Nähe von Tunis hinter Gittern, weil er es wagte, auf seiner Webseite www.TUNeZINE.com das Regime von Ben Ali zu kritisieren. Der "Preis für Freiheit im Internet" soll künftig Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in besonderer Weise für das Recht auf freie Information im Netz eingesetzt haben. In Ländern, in denen Zeitungen verboten sind und Radio- und Fernsehstationen unter staatlicher Kontrolle stehen, ist das Internet oft das einzige Medium, um sich unabhängig zu informieren und zensierte Nachrichten zu verbreiten. Für viele Journalisten und Intellektuelle ist deshalb gerade dort der Zugang zum Internet eine wichtige Voraussetzung für ihre Arbeit, so Reporter ohne Grenzen.

Die schärfsten Einschränkungen registriert Reporter ohne Grenzen zwar in Ländern, die bekanntermaßen die Pressefreiheit wenig achten, doch sie stehen nicht allein im Fokus der Kritik. Viele westliche Demokratien hätten mittlerweile rechtliche wie praktische Voraussetzungen zur Überwachung der gesamten Telekommunikation, einschließlich der systematischen Sammlung von Nutzerdaten, geschaffen, mit deren Hilfe Polizei und Geheimdienste Kontakte und Netzwerke aufspüren könnten. Für Journalisten gelten keine Ausnahmeregelungen, was den Quellenschutz praktisch aushöhlt, mahnt Reporter ohne Grenzen.

Zeitgleich mit der Veröffentlichung des Berichts startet Reporter ohne Grenzen mit DW-World, dem Internetangebot der Deutschen Welle, eine Kooperation unter dem Titel "Überwachung im Internet". DW-World berichtet in einem Themenpaket ausführlich über Länder, in denen die Nutzung des Internets eingeschränkt wird. Das Dossier findet sich unter www.dw-world.de/internet-ueberwachung.

Golem Akademie
  1. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    17. Februar 2022, Virtuell
  2. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    14.–18. Februar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Report "The Internet under surveillance" steht in Englisch auf der Website www.reporter-ohne-grenzen.de zur Verfügung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


wolfgang 23. Jun 2003

zumindest einen "Schweeizer"-Kritiker kenne ich (nichts wäscht weiser als weis!) der wird...

c.b. 23. Jun 2003

Hallo Michael, wie wäre es denn, wenn Du als leuchtendes Beispiel vorantippen würdest...

c.b. 22. Jun 2003

Hallo Eowyn, Respekt vor Deiner Mühe, meinen unqualifizierten Beitrag auseinandernehmen...

Michael 22. Jun 2003

Ja, durchsetzen und nicht das Volk täuschen, jeder kann hergehen und etwas versprechen...

c.b. 22. Jun 2003

Lieber Michael, zumindest Deiner Aufforderung nach korrekter, deutscher Schreibweise...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Web3
Egal, irgendwas mit Blockchain

Im Buzzword-Bingo gibt es einen neuen Favoriten: Web3. Basierend auf Blockchain und Kryptotokens soll es endlich die Erwartungen an diese Techniken erfüllen.
Eine Analyse von Boris Mayer

Web3: Egal, irgendwas mit Blockchain
Artikel
  1. Samsung: Komplettes Android läuft auf Außendisplay des Z Flip 3
    Samsung
    Komplettes Android läuft auf Außendisplay des Z Flip 3

    Das Außendisplay von Samsungs kompaktem Falt-Smartphone ist klein - dennoch hat ein Entwickler eine Android-Oberfläche darauf zum Laufen bekommen.

  2. Rocket 1: 3D-Druck vom Kopf auf die Füße gestellt
    Rocket 1
    3D-Druck vom Kopf auf die Füße gestellt

    Eine der interessantesten Crowdfunding-Kampagnen für 3D-Drucker seit Jahren lässt einige wichtige Fragen offen.
    Von Elias Dinter

  3. Western Digital: WD schließt kritische Lücken auf externen Laufwerken
    Western Digital
    WD schließt kritische Lücken auf externen Laufwerken

    Das My Cloud OS 3 auf älteren externen HDDs und Laufwerken ist unsicher. Western Digital schließt zumindest vier Sicherheitslücken.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED (2021) 40% günstiger (u.a. 65" 1.599€) • WD Black 1TB SSD 94,90€ • Lenovo Laptops (u.a. 17,3" RTX3080 1.599€) • Gigabyte Mainboard 299,82€ • RTX 3090 2.399€ • RTX 3060 Ti 799€ • MindStar (u.a. 32GB DDR5-6000 389€) • Alternate (u.a. Samsung LED TV 50" 549€) [Werbung]
    •  /