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Mobilfunkanbietern drohen wegen Gesundheitsdebatte Verluste

Strahlendebatte birgt hohe Umsatzrisiken. Eine Studie von Soreon Research analysiert die Auswirkungen der Debatte um Gefahren aus elektromagnetischer Strahlung auf die finanzielle Situation der Telekom-Betreiber. Dazu wurden drei verschiedene Szenarien untersucht, die die Auswirkungen auf die Handy-Branche zeigen sollen, wenn die Gesundheitsbedenken im unterschiedlichen Maße wachsen sollten.
/ Andreas Donath
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Im wahrscheinlichsten Szenario "Schleichende Angst" drohen den Betreibern durch die Angst der Handy-Nutzer vor Gesundheitsgefährdungen demnach dramatische Umsatzverluste bis 2006 von an die 2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von beinahe 8 Prozent. Das Szenario zeigt die Auswirkungen im Fall, dass gerade die uneinheitliche wissenschaftliche Bewertung der Elektrosmoggefahr schleichende Ängste der Handy-Nutzer schürt.

Sollten sich gar medizinische Risiken wissenschaftlich erhärten, sind noch massivere Einschränkungen zu erwarten: Umsatzverluste von beinahe 4 Milliarden Euro und zusätzliche Kosten von rund 2,9 Milliarden Euro. Das Szenario "Massive Einschränkungen" zeigt die Auswirkungen im Falle einer wissenschaftlichen Erhärtung des gesundheitlichen Risikos.

Über ein Drittel der Mobiltelefonnutzer hat derzeit Bedenken bezüglich der Gesundheitsgefahren des Mobiltelefonierens. Die Angst vor Mobilfunksendemasten ist im Vergleich zu früheren Befragungen gestiegen und ist höher als die vor Endgeräten.

Die Betreiber erwarten jährliche Mehrkosten und Investitionen zwischen 60 Millionen Euro bis zu im schlimmsten Falle 750 Millionen Euro. Ursachen dieser Kosten sind zusätzliche Netzwerkinvestitionen im Falle einer Grenzwertsenkung sowie Folgekosten von Gerichtsentscheidungen zum Abbau bestehender Sendemasten aus baurechtlichen Gründen sowie Schadensersatzprozessen zu Immobilienwertverlusten.

Die Netzwerklieferanten und Festnetzbetreiber stehen nach den Studienergebnissen als Gewinner der Debatte fest. Netzwerklieferanten winken zusätzliche Umsätze von bis zu 8 Prozent auf Grund der durch eine mögliche Grenzwertsenkung erforderlichen hohen Anzahl zusätzlicher Sendemasten. Festnetzbetreiber gewinnen leicht durch den dann möglichen Trend "zurück zum Festnetz".

Für die Szenarien hat Soreon im April 2003 in einer telefonischen Repräsentativbefragung 300 Handynutzer in Deutschland ab 16 Jahre befragt. Zusätzlich hat Soreon über 50 Expertengespräche mit Mobilfunkbetreibern, Regierungsstellen, Rechtsexperten und Bürgerinitiativen geführt.


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