München pro Linux: Stadtrat lässt Microsoft abblitzen
Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten hatte Vor- und Nachteile einer Umstellung vom derzeitigen städtischen Standard "Windows NT/Microsoft Office" alternativ auf "Windows XP/Microsoft Office" oder "Linux/Open Office" bewertet und dabei einen klaren strategisch-qualitativen Vorsprung für die Open-Source-Lösung ermittelt. Nachdem bereits am Montag SPD und Grüne ihre Entscheidung pro Linux bekannt gegeben hatten, legte Microsoft in letzter Minute einmal mehr ein verbessertes Angebot vor, hatte damit aber offenbar keinen Erfolg.
"Mit diesem richtungsweisenden Grundsatzbeschluss sichert sich München nicht nur als erste deutsche Großstadt eine größere Herstellerunabhängigkeit ihrer IT-Infrastruktur, sondern setzt auch ein klares Zeichen für mehr Wettbewerb im Software-Markt. Die Vorgeschichte dieser Entscheidung hat ja bereits gezeigt, dass eine Konkurrenzsituation bei der Preisbildung offensichtlich gut tut" , so der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude.
Mit der Entscheidung sei aber keine Vergabeentscheidung getroffen, so Ude weiter. Vielmehr sei die aktuelle Entscheidung zu Gunsten von Linux eine strategische Weichenstellung, der eine rechtlich unverbindliche Marktsondierung vorausgegangen sei.
Bis zum Frühjahr 2004 sollen nun die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten in einem Feinkonzept ermittelt werden. Auf dieser Basis werde der Stadtrat dann beschließen, auf welche Art und Weise die Migration auf Linux erfolgen soll.