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Satellitennavigation: Entwicklung von Galileo kann beginnen

Deutschland übernimmt unter anderem industrielle Leitung von Galileo Industries. Laut der Bundesregierung haben sich die europäischen Forschungsminister am Montag, dem 26. Mai 2003, endgültig über die noch offenen organisatorischen und finanziellen Fragen zum geplanten europäischen Satellitennavigationssystem Galileo geeinigt. ESA und Europäische Union werden in Kürze die Urkunde zur Gründung des gemeinsamen Unternehmens Galileo Industries mit Sitz in Brüssel unterzeichnen.
/ Christian Klaß
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Das Unternehmen wird mit der Durchführung der Entwicklungs- und Validierungsphase des Projekts betraut. Es bereitet die Errichtungs- und Betriebsphase vor und soll den Weg für den künftigen Betreiber ebnen. Deutschland wird dabei die industrielle Leitung und den Hauptsitz von Galileo Industries übernehmen. Zudem übernimmt Deutschland auch die Projektverantwortung für die Herstellung der Satelliten, das so genannte Raumsegment. Dadurch würden neue Arbeitsplätze auf einem hoch innovativen und zukunftsträchtigen Gebiet geschaffen, heißt es zuversichtlich von der Bundesregierung.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn, die amtierende Vorsitzende des Ministerrats der Europäischen Weltraumorganisation ESA, erklärte dazu: "Galileo ist nun endlich auf dem Weg. Ich danke allen ESA-Mitgliedsstaaten, die sich um eine ausgewogene Lösung bemüht haben, und stelle mit Genugtuung fest, dass Europa bei einem Programm, das für jeden von uns im Alltag von großem Nutzen sein wird, erneut seinen Willen zur Behauptung einer technologischen Führungsposition unter Beweis gestellt hat."

Ab dem Jahr 2008 sollen 30 Satelliten, die sich auf einer Umlaufbahn in 24.000 Kilometern Höhe befinden, die gesamte Erdkugel abdecken und eine exakte Ortsbestimmung zulassen. Dazu wird jeder Satellit mit einer Atomuhr ausgerüstet, die eine äußerst genaue Zeitbestimmung und eine auf einen Meter genaue Standortbestimmung jedes beweglichen oder unbeweglichen Objektes ermöglichen soll.

In der Entwicklungsphase bis 2005 sollen die Satelliten und die Bodenkomponenten entwickelt werden. Ein erster Versuchssatellit soll spätestens 2004 gestartet werden, bevor 2007 das komplette System errichtet und ab 2008 einsatzfähig ist. Terrestrische Versuche zur Vorbereitung des Projekts laufen bereits seit einiger Zeit. Die Gesamtkosten des Projektes werden auf 3,4 Milliarden Euro geschätzt. Die Hälfte der Anschubfinanzierung von 1,1 Milliarden Euro will die EU tragen, die andere Hälfte die ESA.

Mit dem – im Gegensatz zum konkurrierenden US-System GPS – unabhängigen und zivilen europäischen Navigations- und Ortungssystem Galileo hofft man auf eine Effizienzsteigerung der Verkehrssysteme und eine Erhöhung der Sicherheit. Das System soll neue Möglichkeiten für alle Bereiche des Wirtschaftslebens bieten, die eine präzise Ortsbestimmung und Zeitangabe benötigen würden: so zum Beispiel im Vermessungswesen, beim Flottenmanagement und bei der Frachtverfolgung. Auch zeitkritische Rettungsdienste wie Feuerwehr, Bergwacht oder Seerettung würden durch Galileo umgehend die notwendigen Informationen halten.


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