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Test: Apple iPod - Neuauflage des edlen MP3-Players

Gerät mit 10, 15 und 30 GByte erhältlich. Apple hat soeben die dritte Generation der insbesondere in den USA äußerst erfolgreichen iPods vorgestellt. Der Player ist nochmals kleiner und schmaler geworden, überrascht nun mit deutlich einfacherer Bedienung, neuen Funktionen und einer Docking-Station.
/ Thorsten Wiesner
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Schon in der Vergangenheit konnte Apple sich rühmen, einen der stilvollsten und elegantesten MP3-Player im Angebot zu haben. Die neuen Geräte überbieten ihre Vorgänger in Sachen Design allerdings nochmals – allein schon die kompakten Ausmaße von 103,5 x 61,8 x 15,7 mm (10- bzw. die uns zum Test vorliegende 15-GByte-Version) bzw. 103,5 x 61,8 x 18,7 mm (30-GByte-Version) überzeugen, zusätzlich sorgen das elegante, weiß-silberne Gehäuse sowie die hintergrundbeleuchteten Menütasten für äußerlichen Glanz.

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Möglich werden die kompakten Ausmaße durch den Einsatz einer praktisch lautlos arbeitenden 1,8-Zoll-Festplatte sowie eines überarbeiteten Akkus, der allerdings nicht mehr ganz so viel leistet wie sein Vorgänger – im Testbetrieb konnte der neue iPod etwa acht Stunden ohne Neuladung Musik abspielen, allerdings auch nur dann, wenn man die Hintergrundbeleuchtung nur wenige Sekunden aufleuchten lässt und nicht beständig neue Playlisten zusammenfügt, ansonsten sinkt die Betriebsdauer bis auf sechs Stunden ab. Danach muss er für etwa drei Stunden ans Netz, um wieder komplett aufgeladen zu werden. Das Gewicht (158 bzw. 176 Gramm) wurde dank des leichteren Akkus dafür nochmals reduziert.

Die Steuerung erfolgt über ein mechanikfreies Jog-Dial sowie vier separate beleuchtete Bedientasten, die ebenfalls komplett ohne bewegliche Teile auskommen. Die hochsensiblen, bewegungssensitiven Tasten sind allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig – gerade zu Beginn wird man oft ungewollt Funktionen auswählen, nach ein bisschen Übung weiß man aber die direkte Ansprache zu schätzen. Das Jog-Dial ermöglicht es, auch Tausende Song-Titel in Sekundenschnelle zu durchstöbern. Eingeschaltet wird der iPod durch das Drücken einer beliebigen Taste, zum Ausschalten hält man längere Zeit den Play-Button gedrückt. Um ungewolltes Tastendrücken zu vermeiden, gibt es zusätzlich einen Hold-Schalter, weitere Tasten sind am Gerät nicht zu finden – Apple legt also weiterhin Wert darauf, mit möglichst wenig Bedienelementen auszukommen.

An den Mac angeschlossen wird der iPod mittels Firewire-Port, was eine Musikübertragung von etwa 3,3 MByte pro Sekunde ermöglicht. Windows-Nutzer können auch auf eine USB-Schnittstelle zurückgreifen, allerdings voraussichtlich erst ab Juni 2003 – Verbindungskabel und Software stellt Apple erst dann zur Verfügung. Die neuen 15-GByte- und 30-GByte-Modelle werden dabei mit einer Docking-Station ausgeliefert, die sowohl Stellplatz für den iPod als auch Ladestation ist und dank des integrierten Line-Out-Ausgangs einen einfachen Anschluss an die heimische Stereoanlage oder externe Lautsprecher ermöglicht. Wer als Käufer des 10-GByte-Modells auch Docking-Station sowie die bei den anderen beiden Modellen ebenfalls zum Lieferumfang gehörende Tragetasche und Fernbedienung erwerben möchte, kann diese Zubehörteile für etwa 45 Euro nachkaufen, was durchaus empfehlenswert ist – der Anschluss an den Mac bzw. später dann PC und die wahlweise bei jedem Einstöpseln automatisch erfolgende Synchronisierung sind dank Docking-Station deutlich einfacher und komfortabler.

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Am Mac kommuniziert man mit dem iPod wie gewohnt mittels der übersichtlichen iTunes-Software, mit deren Hilfe sich der iPod mit dem Mac synchronisieren lässt oder auch einzelne Titel und Playlisten auf das Gerät überspielt werden können. Von Haus aus ist der Datentransfer, im Gegensatz zu anderen Geräten wie etwa bei der Jukebox Zen von Creative – nur in eine Richtung möglich, Apple unterbindet so, dass man die auf dem iPod gespeicherte Musik auf mehreren Rechnern hochladen kann. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Tools und Tricks, mit denen sich dieser "Kopierschutz" umgehen lässt, dementsprechende Hinweise sind auf diversen Apple-Fansites zu finden.

Ein neues, sinnvolles Feature des aktuellen iPod ist die Möglichkeit, Playlisten nun auch am Player direkt anlegen zu können. Mit Hilfe der "On The Go"-Funktion lassen sich einzelne Titel per simplem Knopfdruck zu einer aktuellen Abspieliste hinzufügen. Ebenfalls intelligent gelöst: Mit Hilfe eines Ranking-Systems kann man jedem Song auf dem Gerät eine Wertung zwischen einem und fünf Sternen geben. Songs mit höherer Wertung werden dann zum Beispiel bei einer Zufallswiedergabe öfter gespielt als Lieder, die man weniger mag. Wer Musik nicht per Playlist hören möchte, kann natürlich auch über die recht übersichtliche Menüstruktur des iPod nach Künstlern, Song- oder Album-Titeln suchen.

Die Soundqualität ist wie schon bei den vorherigen iPod-Modellen gewohnt gut, der satte, klare Klang gibt keinen Grund zur Klage. Wer will, kann jeden einzelnen Song mit zusätzlichen Equalizer-Einstellungen versehen und so etwa Bässe und Höhen runterregeln, aber auch vorgegebene Modifikationen wie Jazz, Latin oder Rock auswählen. Neben MP3 und WAV werden jetzt auch AAC-Dateien unterstützt, die laut Apple im Vergleich zu MP3 bessere Soundqualität bei gleicher Kompressionsrate bieten.

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Der iPod kann nicht nur Musik abspielen, er verfügt zusätzlich über eine Uhr inklusive Wecker, einen Kalender, ein Adressbuch und einen Notizblock. Allerdings ist er dabei als reines Lesegerät konzipiert – Notizen und Daten können am Player direkt nicht editiert werden, stattdessen erstellt man sie am Mac und kopiert sie dann auf den iPod. Sollte unterwegs mal Langeweile aufkommen, hat man zudem noch die Möglichkeit, eines der drei simplen, aber unterhaltsamen Mini-Spiele (Brick, Parachute und Solitaire) auszuprobieren.

Der neue iPod ist seit kurzem im Handel erhältlich. Die Preise liegen bei 399,- Euro (10 GByte), 499,- Euro (15 GByte) bzw. 599,- Euro (30 GByte).

Fazit:
Die Unterschiede des neuen iPod im Vergleich zum letzten Modell sind zwar nicht gravierend, machen aber aus einem sowieso schon sehr guten ein noch etwas besseres Gerät. Die kompakteren Ausmaße, das edlere Design und die simple Bedienung werden dafür sorgen, dass Apple auch in Zukunft das Feld der mobilen Festplatten-MP3-Player recht souverän anführen dürfte. Schade nur, dass die etwas schwächere Akku-Laufzeit und die weiterhin nicht bestehende Möglichkeit, Songs vom iPod auf mehrere Computer zu übertragen, das ansonsten rundum positive Gesamtbild ein wenig trüben.


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