Test: Apple iPod - Neuauflage des edlen MP3-Players
Schon in der Vergangenheit konnte Apple sich rühmen, einen der stilvollsten und elegantesten MP3-Player im Angebot zu haben. Die neuen Geräte überbieten ihre Vorgänger in Sachen Design allerdings nochmals – allein schon die kompakten Ausmaße von 103,5 x 61,8 x 15,7 mm (10- bzw. die uns zum Test vorliegende 15-GByte-Version) bzw. 103,5 x 61,8 x 18,7 mm (30-GByte-Version) überzeugen, zusätzlich sorgen das elegante, weiß-silberne Gehäuse sowie die hintergrundbeleuchteten Menütasten für äußerlichen Glanz.
Die Steuerung erfolgt über ein mechanikfreies Jog-Dial sowie vier separate beleuchtete Bedientasten, die ebenfalls komplett ohne bewegliche Teile auskommen. Die hochsensiblen, bewegungssensitiven Tasten sind allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig – gerade zu Beginn wird man oft ungewollt Funktionen auswählen, nach ein bisschen Übung weiß man aber die direkte Ansprache zu schätzen. Das Jog-Dial ermöglicht es, auch Tausende Song-Titel in Sekundenschnelle zu durchstöbern. Eingeschaltet wird der iPod durch das Drücken einer beliebigen Taste, zum Ausschalten hält man längere Zeit den Play-Button gedrückt. Um ungewolltes Tastendrücken zu vermeiden, gibt es zusätzlich einen Hold-Schalter, weitere Tasten sind am Gerät nicht zu finden – Apple legt also weiterhin Wert darauf, mit möglichst wenig Bedienelementen auszukommen.
An den Mac angeschlossen wird der iPod mittels Firewire-Port, was eine Musikübertragung von etwa 3,3 MByte pro Sekunde ermöglicht. Windows-Nutzer können auch auf eine USB-Schnittstelle zurückgreifen, allerdings voraussichtlich erst ab Juni 2003 – Verbindungskabel und Software stellt Apple erst dann zur Verfügung. Die neuen 15-GByte- und 30-GByte-Modelle werden dabei mit einer Docking-Station ausgeliefert, die sowohl Stellplatz für den iPod als auch Ladestation ist und dank des integrierten Line-Out-Ausgangs einen einfachen Anschluss an die heimische Stereoanlage oder externe Lautsprecher ermöglicht. Wer als Käufer des 10-GByte-Modells auch Docking-Station sowie die bei den anderen beiden Modellen ebenfalls zum Lieferumfang gehörende Tragetasche und Fernbedienung erwerben möchte, kann diese Zubehörteile für etwa 45 Euro nachkaufen, was durchaus empfehlenswert ist – der Anschluss an den Mac bzw. später dann PC und die wahlweise bei jedem Einstöpseln automatisch erfolgende Synchronisierung sind dank Docking-Station deutlich einfacher und komfortabler.
Ein neues, sinnvolles Feature des aktuellen iPod ist die Möglichkeit, Playlisten nun auch am Player direkt anlegen zu können. Mit Hilfe der "On The Go"-Funktion lassen sich einzelne Titel per simplem Knopfdruck zu einer aktuellen Abspieliste hinzufügen. Ebenfalls intelligent gelöst: Mit Hilfe eines Ranking-Systems kann man jedem Song auf dem Gerät eine Wertung zwischen einem und fünf Sternen geben. Songs mit höherer Wertung werden dann zum Beispiel bei einer Zufallswiedergabe öfter gespielt als Lieder, die man weniger mag. Wer Musik nicht per Playlist hören möchte, kann natürlich auch über die recht übersichtliche Menüstruktur des iPod nach Künstlern, Song- oder Album-Titeln suchen.
Die Soundqualität ist wie schon bei den vorherigen iPod-Modellen gewohnt gut, der satte, klare Klang gibt keinen Grund zur Klage. Wer will, kann jeden einzelnen Song mit zusätzlichen Equalizer-Einstellungen versehen und so etwa Bässe und Höhen runterregeln, aber auch vorgegebene Modifikationen wie Jazz, Latin oder Rock auswählen. Neben MP3 und WAV werden jetzt auch AAC-Dateien unterstützt, die laut Apple im Vergleich zu MP3 bessere Soundqualität bei gleicher Kompressionsrate bieten.
Der neue iPod ist seit kurzem im Handel erhältlich. Die Preise liegen bei 399,- Euro (10 GByte), 499,- Euro (15 GByte) bzw. 599,- Euro (30 GByte).
Fazit:
Die Unterschiede des neuen iPod im Vergleich zum letzten Modell sind zwar nicht gravierend, machen aber aus einem sowieso schon sehr guten ein noch etwas besseres Gerät. Die kompakteren Ausmaße, das edlere Design und die simple Bedienung werden dafür sorgen, dass Apple auch in Zukunft das Feld der mobilen Festplatten-MP3-Player recht souverän anführen dürfte. Schade nur, dass die etwas schwächere Akku-Laufzeit und die weiterhin nicht bestehende Möglichkeit, Songs vom iPod auf mehrere Computer zu übertragen, das ansonsten rundum positive Gesamtbild ein wenig trüben.
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