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Angetestet: ATIs Radeon 9600 Pro - Licht und Schatten

Radeon-9500-Pro-Nachfolger mit guter Übertaktbarkeit. Grafikkarten mit ATIs Radeon-9600-Pro-Grafikprozessor sollen im Mai 2003 in den Handel kommen und die sehr beliebten Radeon-9500-Pro-Grafikkarten ablösen. Mit höherer Taktrate, einigen technischen Verbesserungen, aber eben auch Abstrichen sollen die Radeon-9600-Pro-Karten vergleichbare Leistung zu geringerem Preis ermöglichen.
/ Christian Klaß
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Der Radeon-9600-Pro-Grafikprozessor ist im Gegensatz zur Radeon 9500 Pro in 0,13 Mikron anstatt in 0,15 Mikron gefertigt. Der dadurch geringere Energiebedarf kann auch über den AGP-Slot gedeckt werden und es bedarf keiner separaten Verbindung mit dem Gehäusenetzteil mehr. Außerdem werden bei gleicher Lüfterkühlung höhere Taktraten möglich, so dass anstelle von 275 MHz Chip- und 225 MHz Speichertakt beim Radeon 9600 Pro 400 und 300 MHz gewählt wurden.

Dafür hat man bei der Radeon 9600 Pro - trotz einiger Optimierungen bei der Architektur - nur vier anstelle von acht Pixel-Pipelines und zwei anstelle von vier Vertex-Shadern gelassen, um die Komplexität und damit die Kosten zu senken. Bei der Speicherschnittstelle setzt auch der Radeon 9600 Pro auf eine 128-Bit-Anbindung (2 x 64 Bit), ohne dass allerdings wie bei einigen Radeon-9500-Pro-Grafikkarten ein garantiebeendender Umbau auf 256 Bit möglich ist. Radeon-9600-Grafikkarten sollen sich von ihren 9600-Pro-Geschwistern nur durch eine geringere Taktrate unterscheiden.

Obwohl der Radeon 9600 Pro deutlich abgespeckt wurde, liegt er dank seines höheren Chiptakts von 400 MHz meist in der Leistung nicht allzu weit unter dem mit lediglich 275 MHz getakteten Vorgänger Radeon 9500 Pro. In den von uns eingesetzten Benchmarks, die im Gegensatz zu vielen (älteren) Spielen massig Texturen nutzen und auch sehr Vertex-Shader-lastig sind, fällt der in diesen Bereichen "abgespeckte" Radeon 9600 Pro in der Leistung zurück. Optimiert wurde dafür laut ATI der Pixel-Shader-Teil der Radeon 9600 Pro, doch sobald nicht nur Textur-Effekte, sondern auch viele Texturen oder Vertex-Shader-Effekte eingesetzt werden, nivelliert sich dieser Vorteil wieder.

Da die Radeon-9600-Pro-Grafikkarten jedoch im Gegensatz zur Radeon-9500-Pro-Konkurrenz ohne Austausch des BIOS übertaktet werden können, ist es mittels verschiedener, kostenlos erhältlicher Softwaretools (z.B. Rage3D Tweak(öffnet im neuen Fenster) ) auch für Laien einfach, den 9600-Pro-Chiptakt hochzudrehen. Im Golem-Testrechner war dies bis knapp über 500 MHz möglich. Bei 500 MHz Chiptakt und unverändertem Speichertakt (300 MHz) schaffte es die Grafikkarte dann auch, die nicht übertaktete Radeon-9500-Pro-Karte von Sapphire im 3DMark 03 zu übertrumpfen und beim Codecreatures-Benchmark zumindest etwas näher an sie heranzukommen.

Im Vergleich zu Nvidias Konkurrenzprodukt, dem GeForceFX 5600 Ultra, liegt ATIs Radeon 9600 Pro zumindest im Codecreatures-Benchmark, im 3DMark 2001 SE und auch im 3DMark 03 immer einen Schritt vorn. Mit Übertaktung vergrößert sich der Abstand merklich.

Fazit:
Mit dem Wechsel vom Radeon 9500 Pro auf den Radeon 9600 Pro hat ATI wieder ein Spielchen wie beim Wechsel vom Radeon 8500 auf den langsameren Radeon 9000 betrieben - dennoch kann der Radeon 9600 Pro dank der Nutzung von 0,13 Mikron, der damit verbundenen geringeren Hitzeentwicklung und höheren Taktraten als würdiger Radeon-9500-Pro-Nachfolger bezeichnet werden. Die zumindest auf dem von uns getesteten Referenzboard problemlose Übertaktung des Chips um 25 bis über 30 Prozent ist recht beachtlich, man stellt sich aber die Frage, warum ATI nicht einfach einen Standardtakt von beispielsweise 500 anstelle von 400 MHz gewählt hat. Man darf jetzt schon gespannt sein, was ATI bei der Radeon-9700/9800-Serie mit dem Sprung auf 0,13 Mikron bewerkstelligen kann. Die etwa im gleichen Preisbereich (zwischen 200 bis 250 Euro) liegende GeForceFX-5600-Ultra-Karten wirken im Vergleich zur Radeon 9500 Pro und Radeon 9600 Pro eher unattraktiv.


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